Washington  Trump in Umfrage weit vorne: Wie seine Basis die Treue begründet

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 11.08.2023 18:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schon vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 konnte Donald Trump viele Menschen auf seine Seite ziehen. Bei vielen hält die Treue noch bis heute an. Foto: dpa/AP/Matt Rourke
Schon vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 konnte Donald Trump viele Menschen auf seine Seite ziehen. Bei vielen hält die Treue noch bis heute an. Foto: dpa/AP/Matt Rourke
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Ex-US-Präsident Donald Trump erhält weiterhin viel Zustimmung von seiner Anhängerschaft. Doch wieso hält diese trotz regelmäßiger Lügen und mehrerer Gerichtsprozesse weiter zu ihm? Eine neue Umfrage gibt darauf Antworten.

Donald Trump will 2024 für eine zweite Amtszeit zurück in das höchste politische Amt der USA. Dafür muss er jedoch zunächst die im Januar beginnenden Vorwahlen gewinnen und eine Mehrheit der Republikaner hinter sich vereinen. Mit aktuell 54 Prozent, die für Trump laut Umfrage der „New York Times“ und des Siena College Research Institutes in den Vorwahlen abstimmen würden, braucht sich der umstrittene Ex-US-Präsident zumindest diesbezüglich aktuell keine Sorgen zu machen.

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Doch wieso erhält Trump weiterhin so viel Zustimmung? Trotz etlicher Lügen im Wahlkampf, während seiner Präsidentschaft und darüber hinaus sowie trotz mehrerer Anklagen vor dem Gericht? Für besagte Umfrage haben die Zeitung und das Institut auch diesbezüglich unter den Republikanern nachgefragt.

Der Umfrage unter 932 Wählern zufolge lassen sich die Republikaner in drei Lager aufteilen. Zum einen gibt es die Trump-Basis, die etwa 37 Prozent der befragten Parteiwählerschaft ausmacht. Ungefähr gleich groß ist das Lager der Wähler, die sich noch unschlüssig sind, aber sich überzeugen lassen könnten, Trump zu wählen. Die dritte Gruppe besteht mit rund 25 Prozent aus den Wählern, die Trump nicht wählen wollen.

Innerhalb der Trump-Basis zeigt sich die tiefe Treue der Wählerschaft zum Ex-US-Präsidenten: So sind null Prozent der Überzeugung, dass Trump Verbrechen begangen hätte. Auch haben null Prozent eine negative Einstellung zu ihm. Und selbst bei den zu überzeugenden Wählern finden noch 80 Prozent, dass die Republikaner hinter Trump stehen sollten.

Unter der Republikaner-Wählerschaft, die Trump nicht unterstützen, bringt dagegen jeder zweite Trump mit Straftaten in Verbindung. 69 Prozent haben in diesem Lager eine negative Einstellung ihm gegenüber.

Für die anderen Republikaner-Kandidaten besteht zumindest noch Hoffnung, bis zu den Vorwahlen die Lager der überzeugbaren Wähler und der Trump-Gegner zusammenzuführen, um eine Chance gegen Trump zu haben. Allerdings könnte dies ein schwieriges Unterfangen werden. Wie die Auswertung zeigt, unterscheiden sich die Lager teils deutlich in ihren politischen Ansichten.

So glauben unter den überzeugbaren Wählern 61 Prozent, dass Amerika zu scheitern droht. Bei den Trump-Befürwortern sind es 80 Prozent, bei den Gegnern nur 37 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit Hilfsmaßnahmen für die Ukraine: 26 Prozent der Trump-Gegner lehnen Hilfen ab, überzeugbare Wähler und Trump-Befürworter liegen mit 58 und 64 Prozent dagegen nah beieinander.

Ron DeSantis, der als größter parteiinterner Konkurrent Trumps gehandelt und wegen ähnlicher Hardliner-Positionen mitunter als „Trump mit Gehirn“ tituliert wird, müsste unter den Republikanern, die Trump nicht wollen, eigentlich als echte Alternative gelten. Trotzdem schafft er die Zusammenführung aktuell nur bedingt: Laut Times/Siena-Umfrage kommt er derzeit auf nur 17 Prozent.

Das hat DeSantis zuletzt dazu veranlasst, Konsequenzen zu ziehen: Seine Wahlkampfmanagerin musste vor wenigen Tagen gehen.

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