Hohe Schülerzahlen und Baustellen Leeraner Grundschüler müssen in Container ausweichen
Auf den Schulhöfen von drei Leeraner Grundschulen stehen derzeit Container, in denen nach den Sommerferien Unterricht stattfinden wird. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich.
Leer - Noch herrscht weitgehend Ruhe in den sieben Grundschulgebäuden und den dazugehörigen Schulhöfen der Stadt Leer. Die Sommerferien enden erst am kommenden Mittwoch. Nicht alle Schüler werden ab Donnerstag ihr Klassenzimmer in gemauerten Räumen haben. Auf drei Schulhöfen stehen Container, in denen Unterricht stattfinden soll – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt.
Was und warum
Darum geht es: Drei Grundschulen haben im kommenden Schuljahr Container-Klassenzimmer auf dem Schulhof stehen.
Vor allem interessant für: Schulkinder, Eltern, Lehrer
Deshalb berichten wir: Uns sind die Container auf den Schulhöfen aufgefallen. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Betroffen sind die Hoheellernschule, die Plytenbergschule und die Daalerschule. Container müssen nicht so spartanisch eingerichtet sein, wie es sich anhören mag. Anbieter werben im Internet mit Telekommunikationsanlagen, Pausengong, Rauchwarnmeldern, Smartboards und einer vollständig digitalen Ausstattung.
Hoheellernschule
Was Unterricht in Containern angeht, ist man an der Hoheellernschule schon geübt. Der dreistöckige Komplex mit Containern für insgesamt zwölf Klassenräume steht schon seit einigen Jahren auf dem Schulhof. Wasserschäden, Asbest-Entsorgung, Dacherneuerung und Umbau sorgen schon seit 2016 dafür, dass die Schule eine Dauerbaustelle ist. Allerdings ist tatsächlich ein Ende in Sicht. Die Räume im Erdgeschoss könnten im neuen Schuljahr wieder bezogen werden, teilt Stadtsprecher Patrick Düselder mit.
Es würden aber trotzdem weiterhin alle Container gebraucht. Die Schule habe drei Klassen mehr als im gerade beendeten Schuljahr. Konkret gebe es eine erste Klasse mehr und zwei Sprachheilklassen. Die Containerräume werden sowohl als Klassenräume als auch als Differenzierungsräume genutzt. In einen Differenzierungsraum kann sich beispielsweise ein Kind unter Aufsicht zurückziehen, das sich beruhigen muss. Wie lange die Container noch bleiben, steht noch nicht fest. Sie blieben grundsätzlich bis zum Ende der Sanierung stehen, so Düselder.
Daalerschule
Die beiden Klassenzimmer, die im kommenden Schuljahr in Containern unterkommen werden, sehen ziemlich unterschiedlich aus und stehen an unterschiedlichen Standorten. Der Komplex an der Ritterstraße ist knallblau, der an der Daalerstraße ist grau.
Grund für die Auslagerung von zwei Klassen seien die unerwartet hohen Anmeldezahlen bei den Erstklässlern, sagt Düselder. Entgegen den Prognosen müssten – wie auch schon im vergangenen Schuljahr – fünf erste Klassen gebildet werden. „Der steigende Raumbedarf kann kurzfristig nur durch Räume in Containern gedeckt werden“, schreibt der Stadtsprecher. Wie lange man auf die Container zurückgreifen müsse, sei noch nicht klar. Sie blieben „bis auf weiteres“.
Plytenbergschule
An der Plytenbergschule läuft der Ausbau zur Ganztagschule. Deshalb müssten drei Räume während der Bauarbeiten durch Container ersetzt werden, teilt Düselder mit. Die Container würden während der gesamten Bauphase gebraucht, also das ganze Schuljahr.
Politik und Stadtverwaltung um Bürgermeister Claus-Peter Horst haben sich in Sachen Grundschulen einiges vorgenommen. Alle sieben sollen bis Ende 2025 zu Ganztagsgrundschulen umgebaut werden. Außerdem sollen sie energetisch, technisch, digital und von der Bausubstanz her fit für die Zukunft gemacht werden. Das ist ein großes Unterfangen, zumal die Stadt finanziell alles andere als auf Rosen gebettet ist.
Es soll jedes Schulgebäude genau unter die Lupe genommen werden, um abzuschätzen, ob sich die notwendigen große Investitionen noch lohnen, oder ob womöglich ein Abriss und Neubau die bessere Alternative wäre. Eine Situation wie an der Hoheellernschule, bei der im Laufe der Sanierung immer wieder neue Schäden entdeckt wurden, solle auf jeden Fall vermieden werden, hatte Bürgermeister Horst gesagt.