Noch gibt es Hoffnung  Finanzierung des Mensa-Baus in Holtland noch immer ungewiss

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 10.08.2023 14:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der Grundschule Holtland wird an einer neuen Mensa gebaut. Foto: Ortgies/Archiv
An der Grundschule Holtland wird an einer neuen Mensa gebaut. Foto: Ortgies/Archiv
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Die Samtgemeinde Hesel sieht sich mit einer Rückforderung von 680.000 Euro konfrontiert. Der Bau der Mensa stockt zurzeit – aber das hat andere Gründe.

Holtland - Eigentlich sollte es nach den Sommerferien ein Mittagessen aus eigener Küche in der Grundschule Holtland geben. Aber die neue Mensa ist immer noch nicht ganz fertig – und bei der Finanzierung sieht sich die Samtgemeinde Hesel nach wie vor mit einer hohen Rückforderung von Fördermitteln konfrontiert. Aber: „Ich sehe noch Chancen, mit einem blauen Auge davon zu kommen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann (SPD).

Was und warum

Darum geht es: Der Samtgemeinde Hesel droht eine hohe Rückforderung von Fördermitteln beim Bau einer Mensa für die Grundschule Holtland.

Vor allem interessant für: Menschen in Holtland und Umgebung

Deshalb berichten wir: Wir hatten über die missliche Lage berichtet und wollten nun wissen, ob eine Lösung gefunden wurde und wann die Mensa fertig wird.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

680.000 Euro soll die Samtgemeinde zurückzahlen, weil der Neubau der Mensa nicht fristgerecht abgerechnet werden konnte. Dabei lag das an Widrigkeiten durch die Pandemie und dem Baustoffmangel in dieser Zeit. Zuletzt hatte der Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (CDU) aus Stallbrüggerfeld sich für die Heseler eingesetzt. Er hatte von der Landesschulbehörde die Nachricht erhalten, dass zumindest Teilabrechnungen aus dem gesamten Projekt gefördert werden könnten.

Neues Förderprogramm gibt Hoffnung

Es gibt laut Themann Anzeichen dafür, dass es damit klappen könnte, denn von der Schulbehörde sei die Aufforderung gekommen, dass die Samtgemeinde Hesel nachweisen solle, dass mit dem Bau vor dem 1. Juli 2021 begonnen worden sei. „Den Nachweis können wir erbringen“, sagt Themann. Außerdem stünden nun neue Förderprogramme bereit, für die man sich bewerben wolle. Ein Nachteil sei, dass diese Mittel erst nächstes Jahr zur Verfügung stünden. Aber eines sei positiv: „Ein Rückforderungsbescheid ist bei uns noch nicht angekommen.“

Laut Themann stellt der Bund nun 2,7 Milliarden an Fördermitteln bereit, damit die Kommunen den Rechtsanspruch der Eltern auf eine Ganztagsbetreuung erfüllen können. Aus diesem Programm, so hofft der Samtgemeindebürgermeister, könnte Geld für Holtland fließen. Thiele bestätigt, dass eine Vereinbarung über zusätzliche Mittel für Kindertagesstätten von Bund und Ländern geschlossen wurde. „Aber welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, hängt von den Details ab“, sagt der Abgeordnete.

In Küche soll für viele gekocht werden

Darauf setzt auch Themann große Hoffnung. Wenn Bund und Land es mit der Ganztagsbetreuung ernst nähmen, dann sollten sich aus den Förderprogrammen auch Perspektiven ergeben. Die Mensa werde zwar an der Grundschule eingerichtet, doch es sei geplant, dass in der Küche nicht nur Mahlzeiten für die Schule, sondern auch für die kommunalen Kindergärten zubereitet werden sollen. Denn Caterer, die Mittagessen für Kitas und Schulen anbieten, gebe es nicht viele in der Umgebung.

Ein gutes Mittagessen soll in der Grundschule Holtland zum Schulalltag gehören. Aus der Küche sollen weitere Einrichtungen beliefert werden. Foto: Jens Kalaene/dpa
Ein gutes Mittagessen soll in der Grundschule Holtland zum Schulalltag gehören. Aus der Küche sollen weitere Einrichtungen beliefert werden. Foto: Jens Kalaene/dpa

Deshalb strebt die Samtgemeinde mit der Küche in Holtland eine Art Selbstversorgung an. Die Einrichtung soll so ausgestattet werden, dass die Mahlzeiten von dort an die anderen Schulen und Kindergärten ausgeliefert werden können. Momentan sind die Bauarbeiten in Holtland jedoch zum Stillstand gekommen, sagt Themann. Das hat nichts mit der Finanzierung zu tun.

Schon seit neun Jahren Ganztagsschule

Vielmehr hapere es an der Ausstattung für die besagte Küche. Deshalb kann die Mensa noch nicht ab Schuljahresbeginn in der kommenden Woche in Betrieb genommen werden. „Wir gehen davon aus, dass die Küche ab dem 2. Schulhalbjahr benutzt werden kann“, so Themann. Für so eine selbstbetriebene Küche gebe es mehr Auflagen, als für eine reine Essensausgabe mit Belieferung durch einen Caterer gelten würden.

Die Grundschule Holtland ist bereits seit 2014 eine offene Ganztagsschule. Sie hat etwa 150 Schülerinnen und Schüler aus Holtland und Brinkum, die in acht Klassen inklusiv unterrichtet werden. „Unsere Schule soll eine Verbindung von Unterricht, Mittagessen, Arbeitsgemeinschaften und Freizeitangeboten bieten“, heißt es auf der Internetseite der Grundschule. Das gemeinsame Mittagessen gehört zur Ganztagsbetreuung, die nach dem Unterricht am Vormittag an vier Tagen pro Woche eine verbindliche Hausaufgabenbetreuung umfasst. Dazu gibt es weitere Angebote aus Musik, Sport und kreativem Gestalten.

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