Bau der Rettungswache DRK-Kreisvorstand Leer kritisiert erneute Verzögerung
Beim DRK-Kreisverband stößt die Kehrtwende des Landkreises Leer bei der Planung für eine neue Rettungswache auf wenig Begeisterung.
Leer - Seit etwa zehn Jahren arbeiten der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Leer (DRK) und der Landkreis an einer Lösung für die Rettungswache. Dass der Landkreis nun eine Kehrtwende macht und seine Planung für neue Räume innerhalb des Klinikums aus Kostengründen verwirft, löst beim DRK-Kreisvorsitzenden Bernhard Bramlage wenig Begeisterung aus. Der Vorstand wolle dazu jetzt Gespräche mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten führen.
Was und warum
Darum geht es: Der Kreisvorsitzende des DRK Leer reagiert auf die Entscheidung des Landkreises, bei der Suche nach einem Standort für die neue Rettungswache von vorne zu beginnen. Das DRK betreibt den Rettungsdienst im Landkreis Leer.
Vor allem interessant für: Menschen im Landkreis Leer
Deshalb berichten wir: Nachdem der Landkreis bestätigt hatte, dass die Rettungswache nicht mehr wie bisher geplant am Klinikum gebaut werden soll, hatten wir Bernhard Bramlage um eine Stellungnahme gebeten. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
„Die vom Landkreis getroffene Entscheidung, die Planung für eine Rettungswache am Klinikum angesichts der Kostenentwicklung nicht mehr zu verfolgen und mit einer neuen Standortsuche zu beginnen, ist sachlich nachvollziehbar“, hält Bramlage fest. Aber es gehe weitere Zeit ins Land, während sich an der Situation nichts ändert: „Erneut werden sich der Neubau und damit vor allem die Verbesserung der räumlichen Situation und der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Rettungsdienst voraussichtlich verzögern.“
Veraltete und zu kleine Räume
Der Neubau ist notwendig, weil die Räume des Rettungsdienstes seit Jahren zu klein und veraltet sind. Das war schon so, als Bramlage noch selbst Landrat war. 2018 erwarb das DRK ein Gebäude in Nüttermoor, um mit der Rettungswache dorthin umzuziehen. „Der DRK-Kreisverband war sehr froh, dass es nach mehrjähriger Suche gelang, innerhalb des vom Landkreis vorgegebenen Suchraumes einen Standort mit einem Gebäude für eine neue Rettungswache zu finden, in dem sich nach Umbau das Raumprogramm für die neue Rettungswache realisieren ließ“, teilt Bramlage jetzt mit.
Jedoch scheiterten die Umbaupläne an den Verhandlungen mit den Kostenträgern, den niedersächsischen Krankenkassen. Diese hatten bis 2021 kein Ergebnis. In einem Gespräch mit dieser Zeitung hatten Vertreter der Krankenkassen dies nicht nur mit den Kosten begründet. Sie hielten das Gebäude insgesamt nicht für ideal, weil dessen Raumkapazität nicht mit den DIN-Vorgaben vereinbar sei.
Eine „bittere Erfahrung“ für das DRK
Dennoch betont Bramlage: „In Abstimmung mit dem Landkreis wurde das Finanzierungskonzept so geplant, dass der von den Kostenträgern gesetzte Rahmen eingehalten werden konnte.“ Von daher kam für das DRK die Entscheidung des Landkreises ende 2021, die Rettungswache in einen Erweiterungsbau am Klinikum Leer einzubinden, laut Bramlage „überraschend und leider spät“. Der Ex-Landrat konstatiert: „Sachlich war diese Entscheidung nachvollziehbar. Die gesetzliche Zuständigkeit des Landkreises für eine Standortvorgabe war gegeben und zu akzeptieren.“
Aber: „Bitter war für das DRK die Erfahrung, viel Zeit und Planungsmittel in die Suche nach einem geeigneten Standort investiert zu haben, um vor allem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Rettungsdienst bei zunehmender Belastung endlich zu verbessern.“ Seitdem sind wieder anderthalb Jahre vergangen. Dass nun erneut eine Kehrtwende hingelegt wird, sei ebenfalls „sachlich nachvollziehbar“, so Bramlage. Aber erneut werde sich das Projekt verzögern, während sich am derzeitigen Standort trotz „einiger räumlicher Erweiterungen in der letzten Zeit zur Erfüllung gesetzlicher Mindestanforderungen“ wenig ändere.
CDU-Mann Baumann sieht schnelle Lösung
Dieter Baumann verteidigt den Beschluss, einen ganz neuen Standort zu suchen. Er ist nicht nur für die CDU Mitglied im Kreisausschuss, wo die Entscheidung fiel, sondern auch im Aufsichtsrat des Klinikums. Er hatte in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass die Situation in der Rettungswache unhaltbar sei. Die Kosten, die auf den Neubau der Wache am Klinikum entfallen wären, seien „exorbitant teurer“ geworden.
Dieses Projekt hätte ebenfalls noch zwei bis drei Jahre bis zur Verwirklichung gedauert. Daher sieht Baumann keine große Verzögerung durch die neue Standortsuche: „Ich bin optimistisch, dass wird das günstig und flott hinkriegen.“ Es gebe „gute Ideen“ für die Wache. „Es geht schneller und wir verpulvern keine Millionen“, sagt Baumann.