Marien-Hospital in Papenburg  So läuft es in der Kinderklinik ohne Chefarzt

Christian Belling
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Von Christian Belling
| 07.08.2023 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit Juni ist Torsten Kautzky nicht mehr in der Kinderklinik am Marien-Hospital in Papenburg. Foto: Marien-Hospital
Seit Juni ist Torsten Kautzky nicht mehr in der Kinderklinik am Marien-Hospital in Papenburg. Foto: Marien-Hospital
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Seit dem 1. Juni steht die Kinderklinik des Marien-Hospitals ohne Chefarzt da. So läuft es dort nun.

Papenburg - Die Kinderklinik am Marien-Hospital in Papenburg steht seit dem Abschied von Torsten Kautzky seit dem 1. Juni 2023 ohne Chefarzt da. Der Betrieb läuft weiter – ebenso wie die Suche nach einem Nachfolger.

Das Marien-Hospital in Papenburg hat vor acht Wochen einen seiner führenden Mediziner verloren. Aus persönlichen Gründen kündigte Torsten Kautzky seine Arbeitsstelle als Chefarzt der Kinderklinik. Kautzky, ein auf die Erkrankungen des Nervensystems spezialisierter Kinder- und Jugendarzt, hatte die Chefarzt-Stelle im Marien-Hospital Anfang 2020 als Nachfolger von Dr. Vanda Tuxhorn angetreten. „Die Mitarbeiter sind traurig, und ich bin es auch“, sagte Hospital-Geschäftsführerin Veronika von Manowski im Frühjahr nach Bekanntwerden der Kündigung des Mediziners. Mittlerweile ist Kautzky seit zwei Monaten nicht mehr für das Marien-Hospital im Einsatz. Wie läuft der Betrieb ohne den Chefarzt weiter? „Die Kinderklinik wird seit dem 1. Juni kommissarisch von der leitenden Oberärztin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Frencije Selmanaj geleitet“, teilt die Unternehmensleitung auf Anfrage mit.

Keine größeren Auswirkungen

„Das interdisziplinäre Team ist gut eingespielt und arbeitet täglich für die kleinen Patienten in sehr guter Zusammenarbeit, sodass keine größeren Auswirkungen auftreten“, heißt es aus dem Papenburger Krankenhaus weiter. Die medizinische und ärztliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen sei stets gewährleistet. Auch für den Notfall sei man zu erreichen.

Mit Blick auf die Neubesetzung des Chefarzt-Postens teilt das Marien-Hospital mit, dass seitens der Geschäftsführung ein Personalberatungsunternehmen mit der Suche nach einem Nachfolger/einer Nachfolgerin deutschlandweit beauftragt wurde. So ein Verfahren brauche aber seine Zeit. Die Krankenhausleitung zeigt sich gleichwohl guter Dinge. „Mit der großen Bauförderungsmaßnahme im Rücken sind wir optimistisch, dass wir eine gute Nachbesetzung erreichen werden.“

Im vergangenen Jahr gewährte das Land Niedersachsen 39 Millionen Euro für Neubaumaßnahmen am Papenburger Krankenhaus, die ab 2024 umgesetzt werden sollen. Davon soll das Marien-Hospital langfristig profitieren. Mit den 39 Millionen Euro ist ein Neu- und Umbau der Intensivstation mit Intermediate Care Bereich – eine Zwischenstufe vom Stationsbett zur intensivpflichtigen Betreuung – geplant. Auch die Neuordnung der Pflege durch ein komplett neues Gebäude ist vorgesehen. Zudem soll der Haupteingang vom Hauptkanal zum Marktplatz verlegt werden.

Die Umsetzung des Neubaus setzt den Abriss des Elisabethheims voraus, in dem unter anderem die Verwaltung und die Apotheke untergebracht sind. Auch das jetzige Ärztehauses muss abgerissen werden. „Ein komprimiertes Krankenhaus mit kurzen Wegen sowohl für Mitarbeitende als auch Patienten ist das Ziel“, erklärte von Manowski unmittelbar nach Bewilligung der Fördermittel. Die Bauzeit liegt der Geschäftsführerin zufolge bei vier bis fünf Jahren.

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