Berlin Komiker nehmen sich Annalena Baerbock vor – Ministerium wehrt sich
Das findet Außenministerin Annalena Baerbock überhaupt nicht zum Lachen: Ein Account parodiert die Grünen-Politikerin auf der Plattform „X“ und sorgt für Ärger im Auswärtigen Amt.
Ein Parodie-Account auf der Plattform „X“, die vor kurzem noch Twitter hieß, sieht dem echten Profil von Außenministerin Annalena Baerbock zum Verwechseln ähnlich – und macht sich über die Grünen-Politikerin lustig.
Unter „@baerbockpress“ postet ein anonymer Nutzer unter der Kategorie Komiker seit April immer wieder Scherze über Baerbock und ihre Politik. Zuletzt verspricht er den Followern diplomatische Immunität: „Hiermit gebe ich in Absprache mit @AuswaertigesAmt (Outside Amt) offiziell bekannt, dass alle Follower*innen von diesem Account ab sofort diplomatische Immunität im Ausland erhalten. Viel Spaß auf der nächsten Reise! Bereit, weil ihr es seid. LG, eure Annalena“, heißt in einem Tweet vom 5. August.
Weitere Beiträge zielen auf die Englisch-Kenntnisse der Außenministerin. Zu einem Bild mit einem chinesischen Politiker dichtet der Account der Grünen-Politikerin Zitate in holpriger Sprache an, wie beispielsweise: „China want to sell me for stupid, but now I know how the rabbit runs“, wörtlich übersetzt: „China will mich für dumm verkaufen, aber ich weiß jetzt, wie der Hase läuft. Oder: „They will don’t beat me over the ear!“, also: „Sie werden mich nicht übers Ohr hauen“. Die Redewendungen aus dem Deutschen sind 1:1 ins Englische übersetzt. Der Parodie-Account hat über knapp 50.000 Follower.
Was als Spaß gemeint sein soll, ist für das Auswärtige Amt überhaupt nicht lustig. Das Ministerium soll bereits Ende Juli bei den Betreibern von „X“ eine Verwechslungsgefahr angezeigt haben, wie zuerst die „Berliner Zeitung“ berichtete. Demnach soll der Account dann vorübergehend gesperrt gewesen sein. Mittlerweile ist das Profil wieder aufrufbar, allerdings ohne blauen Verifizierungshaken und mit geändertem Namen.
„In der Vergangenheit ist es tatsächlich zu Verwechslungen gekommen“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Montag in Berlin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich sei nämlich kein Unterschied zu Baerbocks offiziellem Twitter-Account erkennbar gewesen.
Der Sprecher betonte, als Person des öffentlichen Lebens müsse die Ministerin auch Parodie aushalten. In diesem speziellen Fall drohe bei einer Verwechslung jedoch außenpolitischer Schaden, „wenn in eine Krise, die sich zuspitzt, hinein getwittert wird“. Hintergrund ist der jüngste Militärputsch im westafrikanischen Niger, zu dem sich der Satire-Account ebenfalls ironisch geäußert hatte.
Der Parodie-Account schmückt sich zwar noch immer mit dem gleichen Profilfoto wie der eigentliche Account der Ministerin, trägt nun jedoch den offiziellen Titel „Außenministerin Parody Annalena Baerbock“. Der Zusatz „Parodie“ war zuvor lediglich in Klammern am Ende des Namens zu lesen, was dazu geführt habe, dass er auf mobilen Endgeräten abgeschnitten und damit nicht zu erkennen war.
Wer sich hinter der Baerbock-Parodie verbirgt, ist unklar. Auch eine Reaktion von Twitter lag zunächst nicht vor. Elon Musk, der Besitzer der Plattform, hatte allerdings schon im vergangenen Jahr angekündigt, dass Fake-Accounts, die sich für andere ausgeben, künftig das Wort „Parodie“ direkt im Namen führen müssen.
Mit Material von dpa