Landesliga-Saison ist gestartet Esens und Firrel trennen sich 1:1 – so lief das Ostfriesen-Derby
Der Aufsteiger verdiente sich den Punkt im Heimspiel vor 300 Zuschauern. Beide Mannschaften ließen noch Chancen ungenutzt. Einer der beiden Trainer war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden.
Esens - Fast 18 Monate ist es her, seit sich zwei ostfriesische Mannschaften letztmalig in einem Landesliga-Punktspiel gegenüberstanden. Ende März 2022 trennten sich GW Firrel und Germania Leer 1:1. Mit demselben Ergebnis endete auch die gestrige Landesliga-Begegnung zwischen dem Landesliga-Aufsteiger TuS Esens und GW Firrel vor 300 Zuschauern.
„Ich bin nicht unzufrieden. Aufgrund der Chancen, die wir in der zweiten Halbzeit hatten, wäre aber auch ein Sieg nicht unverdient gewesen“, lautete das Fazit von Esens Trainer Ralf Backhaus. „Leider haben meine Spieler in den entscheidenden Aktionen aber die falschen Entscheidungen getroffen.“ Eine dieser Szenen, die Backhaus damit meinte, war sicherlich die gute Esenser Einschussgelegenheit kurz vor Spielende, als Manuel Meints völlig frei vor Firrels Schlussmann Jan Hellmers auftauchte und die Chance nicht nutzen konnte.
Esens mit ersten Chancen
Aber der Reihe nach. Der Gastgeber und Aufsteiger zeigte von Beginn an keinen Respekt vor den landesligaerfahrenen Gästen. Bereits in der Hälfte des Gegners wurde versucht, das Aufbauspiel zu stören. So erarbeiteten sich die Esenser bereits nach wenigen Minuten die ersten Chancen, die jedoch von Torben Freudenberg (5.) und Manuel Meints (9.) noch vergeben wurden. Firrel stellte sich auf diese Spielweise aber schnell ein, sodass sich das Geschehen zumeist zwischen beiden Strafräumen abspielte.
Außer bei einem Abschluss von erneut Freudenberg, als GW-Torhüter Hellmers glänzend pariert, ergaben sich in den folgenden Minuten keine weiteren Torchancen. Die erste gute Einschussgelegenheit für die Gäste ergab sich dann nach 20 Minuten. Zunächst konnte Esens Schlussmann Jannes Havemann mehrere Firreler Einschussversuche noch abwehren. Dann kam aus gut elf Metern Reinhard Grotlüschen völlig frei zu einer hundertprozentigen Torgelegenheit, doch Esens-Verteidiger Malte Ahrends konnte den Flachschuss gerade noch mit ausgestrecktem Bein vor der Linie abwehren. Wenig später kam dann zweimal Steef Reinhold Borgmann fast von derselben Position, halbrechts vor dem Tor, aus gut acht Metern frei zum Schuss, Torhüter Havemann und ein Esenser Verteidiger konnten gerade noch klären.
Firrel drängt, Esens trifft
Sah in dieser Phase alles nach einem Treffer für die Gäste aus, fiel das 1:0 dann auf der Gegenseite. Esens-Neuzugang Ben Smidt wurde halblinks freigespielt und ließ mit einem platzierten Flachschuss Schlussmann Hellmers keine Chance.
Nach dem Wechsel dauerte es nur etwa zwei Minuten, da geriet das Tor der Gastgeber erstmals ernsthaft in Gefahr. Ein Heber von Sebastian Bloem konnte Havemann aber gerade noch abwehren. Diese Aktion blieb dann zunächst für gut 20 Minuten die einzig zu erwähnende Torchance auf beiden Seiten. Firrel bemühte sich zwar den Gegner unter Druck zu setzen, doch ernsthafte Gefahr ging zunächst von der Offensive der Gäste nicht aus. Trainer Bernd Grotlüschen wechselte in der 66. Minute gleich dreimal aus. Die Aktionen der Firreler wurden wieder zielstrebiger und in der 75. Minute hieß es 1:1. Lasse Härtel konnte sich im Laufduell mit Frank Til durchsetzen und war mit einem platzierten Schuss unter die Latte erfolgreich.
Spieldaten
Esens: Havemann; R. Til, Ahrends, F. Til, Taddigs (72. Janssen), Rosenboom, Smidt, Pinkernell, Meints, Sukowski (78. Bamezon), Freudenberg (74. Hohn)
Firrel: Hellmers; Dierks, Steinheuser, Röbke, Koch, Olbrys (66. Karius), Schouwer, Bloem (82. Folkerts), Borgmann (66. J. Janßen), Grotlüschen, Suda (66. Härtel)
Tore: 1:0 Smidt (38.), 1:1 Härtel (75.)
In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch einige Gelegenheiten, einen zweiten Treffer zu erzielen. Letztlich blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Letztlich waren wir nicht zwingend genug, um den zweiten Treffer zu erzielen,“ stellte GW-Trainer Bernd Grotlüschen fest. Überhaupt nicht gut zu sprechen war er dann auf den neuen Kunstrasenplatz in Esens. „Andere Mannschaften werden hier auch noch ihre Probleme bekommen,“ so Grotlüschen.