Gran Canaria Touristenschwund auf spanischer Ferieninsel – das sind die Gründe
Einst gehörte Gran Canaria zu den beliebtesten Kanarischen Urlaubsinseln. Doch mittlerweile verschlägt es immer weniger Touristen hierher. Woran liegt das?
Weiße Strände, bergige Landschaften und natürlich schwarze Lava: Mit ihrer vielfältigen Natur lockte die spanische Urlaubsinsel Gran Canaria einst zahlreiche Touristen an. Seit geraumer Zeit hat die drittgrößte Kanarische Insel allerdings mit einem regelrechten Urlauberschwund zu kämpfen.
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Laut einer aktuellen Datenerhebung des spanischen Statistikinstituts INE gab es im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 8,5 Millionen Übernachtungen auf Gran Canaria – das sind drei Prozent weniger als im Jahr 2019. Zum Vergleich: Die spanische Insel Teneriffa konnte seit dem Jahr 2018 satte 7,6 Prozent an Übernachtungen zulegen.
Der Tourismusexperte Antonio Garzón macht mehrere Faktoren für den Trend auf Gran Canaria verantwortlich. „Es mangelt an Management, die Touristen sehen das und kommen nicht mehr zurück“, erklärte er gegenüber „Teneriffa News“. So gebe es etwa Probleme bei der Sanierung von Strandbars und Sonnenliegen, viele Einkaufszentren seien verwaist.
Darüber hinaus herrschten eklatante Mängel in der Qualität und Quantität der Dienstleistungen auf Gran Canaria, moniert Garzón. Als Beispiel führt er das Fehlen barrierefreier Zugänge zum Strand für Menschen mit Bewegungseinschränkungen an – obwohl gerade ältere Menschen häufig Urlaub auf der Insel machen würden.
Auch kriminelle Machenschaften dürften mit ein Grund dafür sein, warum es immer weniger Urlauber nach Gran Canaria zieht. Kürzlich gab das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) aufgrund betrügerischer Aktivitäten eine Warnung unter anderem für die Kanarische Insel heraus. Demnach werden vielen Touristen dort sogenannte Timesharing-Verträge für die zeitweise Nutzung einer Ferienanlage angeboten, die einen hohen finanziellen Schaden nach sich ziehen können.
Der Touristenschwund bedeutet für Gran Canaria indes einen schweren wirtschaftlichen Schaden. Nach Angaben von „Teneriffa News“ verlor die Insel zwischen 2019 und 2023 mehr als 23.500 Wohnplätze. Gleichzeitig verzeichnen die bestehenden Hotels schlechte Buchungszahlen.
„Wir sehen diese Situation seit mehr als einem Jahr und all dies wirkt sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Selbstständigen aus”, so Tourismusexperte Garzón.