Hamburg Auto von Deutschem einkassiert – was in Dänemark als „Wahnsinnsfahrt“ gilt
Ein deutscher Autofahrer musste ohne sein Auto die Heimreise aus Dänemark antreten. Er wurde mit über 100 km/h zu schnell geblitzt – in Dänemark wird bei hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen zu rigorosen Maßnahmen gegriffen.
Bereits Mitte Juli sorgte ein Vorfall in Dänemark für Schlagzeilen. Ein 19-jähriger Deutscher wurde in einem dänischen Ort mit einer Geschwindigkeit von 182 km/h geblitzt. Erlaubt waren nur 80 Stundenkilometer. Die Behörden kassierten daraufhin das Auto des Fahrers ein – in Dänemark nennt man solch einen Verkehrsverstoß „Vanvidskørsel“ – auf Deutsch Wahnsinnsfahrt. Die Behörden erhoben sogar Anklage, doch es gab keine Grundlage, den Deutschen in Untersuchungshaft zu nehmen. Ein juristisches Nachspiel droht dem Mann aber wohl in jedem Fall.
In Dänemark greifen die Behörden bei Verkehrsdelikten hart durch. „Raserei ist ein völlig inakzeptables Verhalten“, sagt der Leiter der Verkehrsabteilung der Polizei von Südjütland und Nordschleswig, Polizeikommissar Eli Jepsen Gejsing dem „Nordschleswiger“.
Seit dem 31. März 2021 hat Dänemark das Verkehrsgesetz massiv verschärft als „Wahnsinnsfahrt“ gelten folgende Tatbestände:
Generell sind die Geldstrafen bei Verkehrsdelikten um 50 bis 150 Prozent erhöht worden. Ab 20 km/h zu schnell droht bereits ein Bußgeld von 135 Euro, bei über 50 km/h zu schnell ist man schon bei 500 Euro. Bei fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr sind die Gefängnisstrafen von 16 bis 18 Monaten auf 40 bis 45 Monate erhöht worden. Rücksichtsloses Fahren kann auch mit 20 Tagen Gefängnis bestraft werden. Nach der Beschlagnahmung des Autos kann dieses versteigert werden. Der Erlös kommt dem dänischen Staat zugute.
In Dänemark gilt innerorts ein Tempolimit von 50 km/h. Außerhalb sind 80 km/h erlaubt. Auf den Autobahnen darf man 130 km/h fahren, oftmals sind es aber nur 110 km/h. Bußgelder werden auch im Ausland vollstreckt. Deutsche, die in Dänemark geblitzt werden, dürften also auch zurück in der Heimat mit Bußgeldverfahren aus Dänemark sanktioniert werden.