Baugebiet Groninger Straße in Leer  Noch längst nicht alle Grundstücke und Wohnungen verkauft

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 29.07.2023 14:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das große Schild zeigt, wie die Gebäude in dem neuen Quartier verteilt sein werden. Foto: Wolters
Das große Schild zeigt, wie die Gebäude in dem neuen Quartier verteilt sein werden. Foto: Wolters
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Das Interesse an Grundstücken und Wohnungen im Vorzeigequartier an der Groninger Straße sei riesig, hieß es kurz nach Baubeginn. Ein halbes Jahr nach Vermarktungsbeginn ist beides noch zu haben.

Leer - Johannes Kirchner, Geschäftsführer der Terfehr Projektentwicklung GmbH aus Rhede, verbreitet Optimismus: „Das ruhige und innenstadtnahe Wohnquartier in der Groninger Straße in Leer nimmt Formen an“, schreibt er auf Anfrage der Redaktion. Die ersten Eigentumswohnungen und Doppelhaushälften seien schon errichtet. Sechs Häuser stünden schon, an 18 werde gearbeitet, die übrigen befänden sich im Planungsprozess oder in der Bauvorbereitung. Man liege im Zeitplan.

Was und warum

Darum geht es: Die Verantwortlichen sagen, die Arbeiten für das Baugebiet an der Groninger Straße liefen gut. Sie gestehen aber auch ein, dass noch immer nicht alle Grundstücke, Gebäude und Wohnungen verkauft sind.

Vor allem interessant für: alle, die den Leeraner Wohnungsmarkt beobachten

Deshalb berichten wir: Wir haben seit dem Tag der offenen Tür im April keinen großen Baufortschritt wahrgenommen und wollten wissen, wie es um das Quartier steht.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Auf einen konkreten Zeitplan hat sich Terfehr allerdings nie festgelegt. Auf der Homepage des Projekts steht unter dem Stichwort „Zeitplan“ kein einziges Datum. Stattdessen sind dort die verschiedenen Bauschritte aufgeführt. Die Corona-Pandemie habe zu einer geringen Verzögerung geführt, die aber unter diesen Bedingungen ganz normal sei, hatte Kirchner vor einem Jahr gesagt.

Materialien frühzeitig gesichert

Anders aber als beispielsweise am Hafenkopf habe der Ukraine-Krieg, der einige Baustoffe drastisch verteuert oder stark verknappt hat, kaum Auswirkungen auf die Baustelle gehabt, so der Geschäftsführer. Da es genügend Lagerkapazitäten gegeben habe, habe man sich die benötigten Materialien frühzeitig sichern können und sei von der aktuellen Knappheit nicht betroffen. Auf Nachfrage legt sich Kirchner immerhin so weit fest, dass alle Objekte „circa 2025“ fertig sein sollen.

Einen ersten Eindruck, wie es hier einmal aussehen soll, kann man schon bekommen. Foto: Wolters
Einen ersten Eindruck, wie es hier einmal aussehen soll, kann man schon bekommen. Foto: Wolters

Bis die ersten neuen Bewohner einziehen können, soll es nicht mehr allzu lange dauern. Der Bau der Einfamilienhäuser starte jetzt. „Die ersten Bauherren werden somit nach einer Bauzeit von neun Monaten einziehen“, so Kirchner. Noch schneller könnte es bei den ersten Wohnungen gehen. Die könnten schon im Spätsommer bezogen werden.

Keine konkreten Zahlen

Die Nachfrage nach den Grundstücken, Doppelhaushälften und Wohnungen bleibt aber offenbar hinter den Erwartungen zurück. Von allen Objekten seien noch welche verfügbar, räumt Kirchner ein. Wie viele jeweils schon verkauft wurden beziehungsweise noch zu haben sind, lässt er – auch auf Nachfrage – offen. Ein zugesagtes Telefonat findet ohne Erklärung nicht statt. Schriftlich teilt der Geschäftsführer mit, dass Terfehr mit dem Vertrieb der Grundstücke Ende November 2022 und der Doppelhaushälften und Wohnungen im Frühjahr 2023 begonnen habe. Im Vorfeld hatte Kirchner mehrfach davon berichtet, dass das Interesse an den Grundstücken, Doppelhaushälften und Wohnungen riesig sei und das Angebot deutlich übersteige.

Auch Mehrfamilienhäuser gibt es in dem neuen Quartier. Foto: Wolters
Auch Mehrfamilienhäuser gibt es in dem neuen Quartier. Foto: Wolters

In dem Baugebiet sollen insgesamt 130 Wohneinheiten – Wohnungen, Doppelhaushälften oder Einfamilienhäuser – entstehen. 18 davon werden nach den Vorgaben des Sozialen Wohnungsbaus gebaut. Außerdem entsteht ein Gebäude mit 21 Wohnungen, das die Lebenshilfe beziehen wird. Die kann dadurch das in die Jahre gekommene Wohnheim 1 im Gewerbegebiet Am Emsdeich aufgeben.

Eines von vier Pilotprojekten

Das Quartier ist eines von vier Pilotprojekten in Niedersachsen, in denen der netzdienliche Einsatz von Wärmepumpen erprobt wird. Verantwortlich ist die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN), die die Betriebsdaten von den elektrischen Wärmepumpen in dem Gebiet erfasst und wissenschaftlich auswertet. Im Gegenzug gibt es Fördergeld.

In dem Wohngebiet wird es keinen Gasanschluss geben. Die Gebäude werden mit Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern und als Effizienzhäuser der Stufe 40 plus gebaut. Das sorge dafür, „dass die späteren Bewohner den Strom für das Wohnen, die Beheizung und das Betanken von Elektroautos weitestgehend selbst produzieren werden“, so Kirchner. Das senke die Nebenkosten erheblich.

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