Tote Kälber und Fohlen  Thiele fordert Rücktritt des Nabu-Chefs – der denkt nicht dran

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 28.07.2023 14:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Heckrinder leben weitgehend wild auf Weiden in Nüttermoor. Foto: Ortgies
Heckrinder leben weitgehend wild auf Weiden in Nüttermoor. Foto: Ortgies
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Wegen der Vorkommnisse bei den Beweidungsprojekten des Nabu müssen dessen Vorsitzender zurücktreten, fordert, Ulf Thiele. Der Nabu-Chef sieht dafür keinen Grund.

Leer - Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Dr. Holger Buschmann, müsse zurücktreten, fordert der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele (Stallbrüggerfeld). Der Nabu sei mit den Weideprojekten mit Heck-Rindern und Konik-Pferden auf dem Thedingaer Vorwerk in Nüttermoor überfordert und habe gravierende Fehler gemacht, die zum Tod von Kälbern und Fohlen geführt hätten. Statt das einzugestehen, suche Buschmann die Fehler beim Landkreis und drohe dem Landkreis mit Klagen. „Die Ausreden des NABU in diesem Tierhaltungsskandal sind unerträglich. Die Klageandrohungen sind dreist“, so Thiele.

Ulf Thiele Foto: CDU
Ulf Thiele Foto: CDU

Vom Landkreis forderte er, dem Nabu ein Tierhaltungsverbot zu erteilen und die Beendigung der Weideprojekte in die eigene Hand zu nehmen. Die Leeraner FDP hatte schon Ende Mai den Rücktritt Buschmanns gefordert.

Situation vor Ort anschauen

Dr. Holger Buschmann betonte in einer Pressemitteilung, er werde nicht zurücktreten: „Es ist schon erstaunlich, wie CDU-Politiker Ulf Thiele diese Offenlegung (eine Pressekonferenz des Nabu, Anmerkung der Redaktion) nutzt und versucht, sich nun auf dem Rücken des Nabu und der Tiere zu profilieren, obwohl er von den Zuständen und Abläufen keine direkte Kenntnis hat.“ Er lade ihn gerne persönlich ein, sich die Situation vor Ort anzuschauen.

Dr. Holger Buschmann Foto: Ortgies
Dr. Holger Buschmann Foto: Ortgies

Der Landkreis hat bei den Rindern und Pferden, die das ganze Jahr weitgehend wild auf den Weiden leben, unter anderem einen schlechten Ernährungszustand und einen starken Befall mit Parasiten festgestellt. Dem widerspricht der Nabu, räumt aber eigene Versäumnisse ein, die dem Wohl der Tiere jedoch nicht abträglich gewesen seien.

Der Landkreis hat gefordert, dass die Herden bis Ende September aufgelöst werden. Dies sei nicht umsetzbar, wenn man die Tiere nicht töten wolle, sagt dazu der Nabu, der sich gerichtlich gegen diese und andere Forderungen wehren will.

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