Den Haag Großbrand auf Frachter vor Nordseeküste: Darum ist der Brand so schwer zu löschen
Auf einem mit 3000 Autos beladenen Frachtschiff vor der niederländischen Insel Ameland ist ein Großbrand ausgebrochen. Da auch Batterien von E-Autos brennen, ist das Feuer nur schwer zu löschen.
30 Kilometer vor der niederländischen Küste droht eine Umweltkatastrophe. Das Frachtschiff „Fremantle Highway“ mit rund 3000 Autos an Bord brennt vor der Wattenmeer-Insel Ameland lichterloh. Es droht zu sinken.
Um einen Ölunfall zu vermeiden, versuchen Feuerwehrleute derzeit mit allen verfügbaren Mitteln, die Flammen zu löschen. Das Sinken des Frachters soll unbedingt verhindert werden. Doch das ist nicht so einfach.
„Brennende Batterien von E-Autos sind nur sehr schwer zu löschen, weil sich die Batterien immer wieder neu entzünden können,“ sagt der Brandexperte Tom Hessels. „Wir nennen diesen Prozess den „Thermal Runaway,“ so Hessels. „Für das Löschen eines brennenden E-Autos und dessen Batterie ist außerdem sehr viel Wasser nötig.“
Ein Auto mit einem normalen Verbrennungsmotor könne bei einem Brand mit 1600 bis 2000 Litern schnell gelöscht werden, erklärt Hessels. Bei einem brennenden E-Auto brauche man hingegen rund 11.000 Liter Wasser. Der Löschprozess könne teilweise sehr lange dauern, weil sich die Batterie immer wieder neu entzünden könne. Am sinnvollsten sei es laut Hessels, das E-Auto samt Batterie in einem Container mit Wasser zu entsorgen, bis sich die Batterie abgekühlt habe. Auf dem brennenden Frachtschiff „Fremantle Highway“ sei das aber so gut wie unmöglich.
Dass E-Autos Feuer fangen, ist nicht ungewöhnlich. Bekannt sind vor allem Fälle von Tesla-Fahrzeugen, aber auch von anderen E-Auto-Herstellern. Der Autofabrikant Stellantis, der Marken wie Jeep und Chrysler produziert, rief im vergangenen Jahr 20.000 elektrische Fahrzeuge zurück. Der Grund: Brandgefahr. Es fingen zahlreiche Stellantis-Fahrzeuge Feuer, die geparkt waren und deren Motor ausgestellt war.
Im Sommer 2020 brannte ein Parkhaus in Alkmaar fast völlig aus. Auch dort hatte ein geparktes E-Auto einfach zu brennen begonnen. Die norwegische Reederei Havila, der das Frachtschiff „Fremantle Highway“ gehört, kündigte jetzt an, dass ihre Schiffe keine E-Autos mehr transportieren werden.