Alles auf Anfang Landkreis fängt bei Rettungswache für Leer von vorne an
Der Landkreis Leer wollte bislang eine neue Rettungswache für Leer beim Klinikum bauen. Jetzt heißt es überraschend, dass ein ganz neuer Standort gesucht wird.
Leer - Es ist gut anderthalb Jahre her, da verkündete der Landkreis Leer, dass endlich eine Lösung für das Problem mit der maroden Rettungswache in Leer gefunden wurde: Beim Klinikum sollten neue Räume und eine Fahrzeughalle für die Sanitäter und ihre Einsatzwagen beim Klinikum gebaut werden. Es sei der ideale Standort für den Rettungsdienst, hieß es damals. Doch jetzt macht der Landkreis eine komplette Kehrtwende.
Was und warum
Darum geht es: Bei der Planung für eine neue Rettungswache in Leer hat der Landkreis jetzt eine Kehrtwende gemacht.
Vor allem interessant für: Menschen, die in Leer beim Rettungsdienst arbeiten und solche, die in einem Notfall versorgt werden wollen
Deshalb berichten wir: Wir hatten von der Planänderung gehört, der Landkreis hat jetzt bestätigt, dass der Kreisausschuss so beschlossen hat. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Denn nun wurden die Pläne für den Standort am Klinikum, wo die Rettungswache in einen Erweiterungsbau integriert werden sollte, überraschend fallen gelassen. Entsprechende Informationen, die unsere Zeitung erhielt, hat Landkreissprecher Philipp Koenen bestätigt: Demnach hat der Kreisausschuss, dem die Spitzen der Kreistagsfraktionen angehören und der immer nichtöffentlich tagt, die Verwaltung beauftragt, einen neuen Standort für die Rettungswache innerhalb der Stadt zu suchen. Die Einrichtung der Wache am Klinikum werde fallen gelassen.
„Kosten nicht mehr angemessen“
Als Grund für diesen Beschluss nennt Koenen: „Die Kosten sind so stark gestiegen, dass sowohl die Kreispolitik als auch die Kreisverwaltung eine Verwirklichung des Projektes an dieser Stelle nicht mehr für vertretbar halten.“ Außerdem hätten die Krankenkassen als Kostenträger erkennen lassen, dass sie die Kosten nicht mehr als angemessen betrachten und somit auch nicht anerkennen würden, teilte der Sprecher weiter mit. Deshalb sei das Angebot des Klinikums, entsprechende Räume zu bauen, fallen gelassen worden.
Seit mehr als zehn Jahren wird über den Bau einer neuen Wache diskutiert und verhandelt. Der Landkreis Leer muss für seine Einwohner einen funktionierenden Rettungsdienst sicherstellen, er hat diese Aufgabe jedoch seit Jahrzehnten an den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes übertragen. Dieser betreibt eine Rettungswache für das Stadtgebiet Leer an der Heisfelder Straße – doch diese Räume sind in jeder Hinsicht veraltet und viel zu klein. Die Nachricht, dass die Pläne für den Neubau wieder gescheitert sind, kam für den Kreisvorsitzenden Bernhard Bramlage überraschend.
Eine Art unendlicher Geschichte
Ihn habe bisher nur „eine erste Information“ erreicht, sagte der ehemalige Landrat des Landkreises Leer, der zurzeit im Urlaub weilt. „Ich bedauere das sehr“, sagte er, denn seit der Entscheidung, am Klinikum zu bauen, sei bereits geraume Zeit vergangen. „An der Situation in der Rettungswache hat sich abgesehen von kleinen Maßnahmen nichts verbessert“, sagt Bramlage. Durch die neue Standortsuche und die folgende Bauzeit werde erneut Zeit vergehen. Der Neubau der Wache scheint eine Art unendlicher Geschichte zu werden.
Anfangs lag die Planung in den Händen des DRK-Kreisverbands. Dieser hatte seinerzeit ein Gelände am damaligen Freibad, das direkt an das Grundstück des Kreisverbands grenzt, ins Auge gefasst, dann aber 2018 ein Gebäude in Nüttermoor, ehemals Lichtkraft Nord, gekauft. Der Umzug war für Ende 2019 geplant, doch das Projekt verzögerte sich. Der Grund: DRK, Landkreis und die Krankenkassen konnten sich über die Finanzierung nicht einig werden.
Wo wird die neue Rettungswache gebaut?
Als es dann im November 2021 hieß, die Rettungswache werde am Klinikum gebaut, schien die Lösung erneut zum Greifen nah. Doch wieder scheiterten die Pläne am Geld. Nach Informationen unserer Zeitung stiegen sie von der ersten Schätzung auf mehr als das Doppelte. Neben den Aufenthalts- und Ruheräumen, die von den Rettungssanitätern zwischen den Einsätzen genutzt werden, sowie Umkleide- und Sanitärräumen muss eine Fahrzeughalle her, in der alle Rettungswagen untergebracht werden können. Außerdem soll wohl eine gewisse Reserve für Erweiterungen eingeplant werden.
Wo gebaut wird, damit soll sich laut Koenen „nach der Sommerpause“ eine Arbeitsgruppe beschäftigen, der die DRK-Rettungsdienst GmbH angehören soll. Wie unsere Zeitung erfuhr, sollen dafür Grundstücke infrage kommen, die dem Landkreis bereits gehören. Dabei soll es angeblich um eine Fläche bei den Berufsbildenden Schulen mit Zufahrt auf den Stadtring oder eine Fläche in der Nähe der Ringstraße gehen.
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