Liebling aus Bingum scheidet aus Albert Smidts vorerst letzte Staffel der „Hofgeschichten“
Ein Publikumsliebling der „Hofgeschichten“, Albert Smidt aus Bingum, scheidet aus. Er wird nach der aktuellen Staffel eine Pause machen.
Bingum - Eine norddeutsche Kultfigur aus der Serie „Hofgeschichten“ ist ab diesem Montag wieder im Fernsehen zu sehen: Albert Smidt aus Bingum. Allerdings werden er und seine Familie nach dieser Staffel aus gesundheitlichen Gründen eine kleine Pause einlegen müssen. Ob und wie es danach für sie im Fernsehen weiter geht, steht derzeit noch nicht fest. Ab Montag dieser Woche laufen wieder die neuen Episoden der „Hofgeschichten“ an. Wie der Untertitel „Ackern zwischen Alpen und Ostsee“ unschwer erkennen lässt, geht es nicht mehr nur wie bisher um den landwirtschaftlichen Alltag in Norddeutschland. Deswegen wird die Serie jetzt auch im Nachmittagsprogramm der ARD ausgestrahlt.
Dass ihm der „Aufstieg“ vom dritten ins erste Programm noch mehr Bekanntheit bescheren könnte, mag Albert Smidt kaum glauben. Ist er doch schon jetzt in den entferntesten Winkeln der Welt bekannt wie der berühmt-berüchtigte bunte Hund. „Die Leute, die unseren Hof besuchen, kommen von überall her“ erzählt Albert Smidt. „Letzte Woche waren sogar welche aus Australien da. Besucher aus Amerika hatten wir auch schon. Keine Ahnung, woher die uns kennen und unsere Adresse haben.“ Die Kommunikation gestaltet sich speziell bei internationalen Gästen zwar manchmal ein bisschen schwierig, weil die meisten nur Englisch sprechen und sich der Hofbesitzer am liebsten auf Plattdeutsch unterhält. „Irgendwie kriegen wir das trotzdem immer hin“, meint Smidt.
Albert Smidt als echter Glücksgriff
Oft erübrigen sich viele Worte, weil es genug zu gucken gibt. Der idyllisch am Emsdeich gelegene Hof beherbergt 80 Pferde und mehr als 70 Mutterschafe, dazu Rinder und jede Menge Federvieh. Neben Pferden züchtet Albert Smidt ebenfalls schwedische Blumenhühner. Obwohl der 76-Jährige den Reitstall offiziell seinen Töchtern Alice und Silke übergeben hat, mischen er und seine Frau Anna nach wie vor fleißig mit, was durchaus notwendig und hilfreich ist, damit der Betrieb läuft und der Hof für die nächsten Generationen erhalten bleibt.
Dass die Familie stets mit viel Herzblut bei der Sache ist, kommt auch beim Fernsehpublikum rüber und beschert ihr entsprechend hohe Sympathiewerte. „Wir suchen Landwirte und Landwirtinnen, die mit ganz besonderer Leidenschaft rangehen, das Herz auf dem rechten Fleck haben und noch dazu mit ihrer Mundart die Region verkörpern“, erläutert NDR-Redakteur Thomas Fischer das Konzept der Sendung und räumt offen ein, dass er mit Albert Smidt in dieser Hinsicht einen echten Glücksgriff gelandet hat. „Die besten Momente sind die, in denen unsere Protagonisten improvisieren müssen, weil auch mal was schiefgeht. Wenn zum Beispiel der Deichbauer einen Anruf bekommt und loseilt, weil eine Kuh ausgebüxt ist, und unser Team hinterher rennt.“ Genau das passiert Albert Smidt in der ersten Folge der neuen ARD-„Hofgeschichten“-Staffel und belegt, warum die Arbeit auf dem Lande trotz aller Idylle kein Zuckerschlecken ist.
Dramatische Wendungen und warmherzige Momente
In einer anderen Folge wird starker Nordwestwind angesagt. Für Albert Smidt bedeutet das Hochwasseralarm. Er sorgt sich um seine Ländereien auf der anderen Deichseite seines Pferdehofs. Dort steht ein Auto, das nicht mehr anspringt und dringend abgeschleppt werden muss. Ähnlich dramatisch gerät ein Besuch von zwei Reitschulponys beim Pferdezahnarzt. Die junge Stute Elsa hat große Angst und will am liebsten Reißaus nehmen. Zwischendrin dürfen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer jedoch auch über etliche warmherzige Momente freuen, so zum Beispiel wenn Alberts Enkelin Hanna die Flaschenlämmer ins Außengehege führt, wo sie lernen sollen Gras zu fressen, statt aus der Flasche zu trinken.
In den nächsten Wochen wird das Fernsehteam den Hof in Bingum voraussichtlich noch einmal besuchen, um eine Abzeichenprüfung von Tochter Silke und ihren Reitschülern zu drehen. Ansonsten müssen sich Albert und Anna Smidt beide einer Hüftoperation unterziehen. Außerdem ist eine ihrer Töchter schwanger. Deswegen braucht die Familie nach dieser Staffel dringend eine Pause, damit sie in Ruhe schauen und planen kann, wie es weitergeht. Ungeachtet dessen steht für Albert Smidt fest: „Passt mal auf, spätestens vierzehn Tage nach meiner Operation sitze ich sowieso wieder auf meinen Trecker“, gibt sich der 76-Jährige zuversichtlich.
- Die neue Staffel ARD-„Hofgeschichten“ läuft vom 24. Juli bis zum 15. August jeweils von Montag bis Freitag ab 16.10 Uhr im Ersten Programm. Am 30. Juli und am 6. August werden ab 16.15 Uhr zwei Sonntagsfolgen mit Zusammenfassungen der besten Szenen ausgestrahlt. Parallel dazu sind die einzelnen Folgen zu gegebener Zeit in der ARD-Mediathek verfügbar. Zudem hat der NDR in seiner Mediathek ein halbstündiges Special zusammengestellt, in dem ausnahmslos „Hofgeschichten“ mit Albert Smidt gezeigt werden.