Hamburg  Ungewöhnlich privat: Was Olaf Scholz auf Instagram verrät

Marie Busse
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Von Marie Busse
| 22.07.2023 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wer Olaf Scholz lachen sehen will, sollte sich seinen Instagram-Kanal anschauen. Foto: dpa/Kay Nietfeld
Wer Olaf Scholz lachen sehen will, sollte sich seinen Instagram-Kanal anschauen. Foto: dpa/Kay Nietfeld
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Über Olaf Scholz ist kaum Privates bekannt. Wer den Kanzler genauer kennenlernen will, der sollte ihm auf Instagram folgen. Dort gibt es zum Teil kuriose Einblicke.

Kennen Sie Olaf Scholz‘ Lieblingseissorte? Wissen Sie, ob der Kanzler ein Haustier hat oder ob er gerne Döner isst? Wenn Sie den Instagram-Kanal des Kanzlers nicht abonniert haben, wahrscheinlich nicht. Dort antwortet der Kanzler regelmäßig auf Fragen aus der Community — und die sind oft politisch, aber eben auch persönlich.

Dieses Frageformat ist beliebt auf der Plattform. Viele andere Influencerkollegen — und mit 1,9 Millionen Followern kann man den Kanzler getrost als Influencer bezeichnen — beantworten regelmäßig Fragen ihrer Community. Social-Media-Experten sagen, das Format diene der „Community-Pflege“, man stelle Vertrauen her und gebe Followern das Gefühl, ganz nah dran zu sein.

Und so gibt auch Scholz, der sonst so gut wie nie über private Dinge spricht, einige Details preis. Zwischen Fotos von Staatsbesuchen und Reden aus dem Bundestag beantwortet der Kanzler Fragen, die auf Instagram an ihn gestellt werden. Er esse gerne Schokoladen- und Zitroneneis, hatte als Kind eine Katze und mag gerne Döner, erzählt der Kanzler in Anzug und weißem Hemd. In ganz seltenen Momenten macht Scholz, der hinter verschlossenen Türen sehr humorvoll sein soll, sogar einen Witz. Auf die Frage: „Was halten Sie von Fußball?“, antwortet der Kanzler: „Es gibt viele Frauen und Männer, die begnadet spielen können. Ich gehöre leider nicht dazu.“ Danach schmunzelt er kurz.

Als Betrachter schaut man sich das fast automatisch noch einmal an. Hat der sonst so trockene Kanzler wirklich einen Scherz gemacht? Die Macht der Gewohnheit ist so groß, dass es beruhigend wirkt, wenn der Kanzler bei der nächsten Frage nach der Gefahr von rechts zu seiner Scholzigkeit zurückkehrt. Er antwortet nicht direkt auf die Frage, sondern spricht ausschweifend über die Stärke der Demokratie.

Und vielleicht ist das auch das Problem des Bundeskanzler-Instagram-Kanals. Wenn Scholz versucht, locker zu sein und über Fußball plaudert, wirkt das wenig authentisch und im schlimmsten Fall peinlich. Man lacht zwar kurz mit, aber danach schließt die Frage an: Was soll das? Sind das Kindernachrichten?

Immerhin kann man Scholz‘ Social-Media-Redaktion nicht vorwerfen, sich die Kritik nicht zu Herzen zu nehmen. Als der Nutzer „Never.stoppexploring“ kritisiert, die Videos wirkten wenig authentisch wegen der ganzen offensichtlichen Schnitte, entgegnet die Redaktion: „Lieber „never.stoppexploring, wir als Social-Media-Redaktion nehmen den Hinweis gerne auf und geben ihn weiter.“ Schnelle Schnitte seien allerdings in der Netzwelt weit verbreitet.

Übrigens könnten sich die Social-Media-Kanäle des Kanzler bald verändern. Aktuell sucht das Bundespresseamt Redakteure besonders für die sozialen Netzwerke. Wir dürfen also gespannt sein, wie der Kanzler bald auf Instagram auftritt.

Eine Inspiration könnten die Kanäle der skandinavischen Regierungschefin sein. Die Dänin Mette Frederiksen postet zum Beispiel Hochzeitsbilder inklusive Liebesbotschaft.

Und der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson erklärt die Liebe zu seinem Hund, während er auf dem Boden liegt.

Weil Tiere in den sozialen Netzwerken besonders interessieren, wäre zum Beispiel eine Home-Story zur Anschaffung einer Kanzler-Katze eine Idee. Die Follower würden es lieben, sogar mit unauthentischen Schnitten.

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