Den Haag Gewalt und sexuelle Belästigung auch in Freibädern in den Niederlanden
Nicht nur in Berlin häufen sich Tumulte in öffentlichen Freibädern, sondern auch in den Niederlanden. Sogar Belgier reisen extra oft von weit her an, um zu randalieren. Nun hat man drastische Maßnahmen ergriffen.
Die hochsommerlichen Temperaturen erhitzen die Gemüter. Vor allem in den öffentlichen Schwimmbädern, wo sie eigentlich im Wasser abgekühlt werden sollten. Aber nicht nur in Berlin, sondern auch in niederländischen und in belgischen Freibädern kommt es immer öfter zu unschönen Zwischenfällen – Schlägereien zwischen Jugendlichen, Frauen und junge Mädchen werden sexuell belästigt.
In der südniederländischen Stadt Terneuzen und den direkt an der belgischen Grenze liegenden Gemeinden Sas van Gent und Axel haben die Gemeinderäte nun drastische Maßnahmen ergriffen, die so gar nicht zur Idee einer geeinten Europäischen Union (EU) passen. In besagten Orten sind Badegäste aus Belgien fortan nicht mehr willkommen. Zudem wurde, ähnlich wie in Berlin, eine Ausweispflicht für Badegäste über 14 Jahren eingeführt. Einen Schritt geht man jedoch noch weiter als in Deutschland: Die Bademeister tragen dort nicht mehr nur Trillerpfeifen, sondern nun auch Bodycams an ihrer Ausrüstung, mit denen Randalierer gefilmt und identifiziert werden können.
Hintergrund der strengen Kontrollen: Es kommen immer mehr belgische Jugendliche, um in den niederländischen Schwimmbädern für Randale zu sorgen. Manche Randalierer reisen sogar extra aus Brüssel an. Einige der jungen belgischen Badegäste hatten zu Hause in örtlichen Schwimmbädern schon ein Zugangsverbot, weil sie dort durch Gewalt und die Belästigung anderer Badegäste negativ aufgefallen waren. Darum weichen sie nun auf öffentliche Schwimmbäder in den Niederlanden aus.
Allerdings ist das Zugangsverbot für belgische Badegäste etwas kompliziert. So gilt ein Zugangsverbot, wenn man aus dem fernen Brüssel kommt. Aber Belgier aus den grenznahen Gemeinden wie Zelzade oder Assenede, erhalten weiterhin Zugang zu den fünf öffentlichen Schwimmbädern rund um Terneuzen, berichtet die Lokalzeitung „Zeeuwse Courant.“
Was sich nun in den Schwimmbädern an der niederländisch-belgischen Grenze während der aktuellen Hitzewelle abspielt, ereignet sich aber auch ähnlich an der belgisch-französischen Grenze in der Stadt Kortrijk. Dort waren es vor allem junge Franzosen, die in die öffentlichen Schwimmbäder von Kortrijk kamen und dort auffällig wurden.
Auch dort gibt es nun eine Ausweispflicht und bereits lange Listen von auffällig gewordenen Personen, die meist aus Frankreich kamen. Sie erhalten keinen Zugang mehr zu den Schwimmbädern. „Die Liste ist schon lang. Es stehen bereits mehr als 100 Personen darauf, die hier Randale gemacht haben,“ berichtet Bademeister Elewin Werbrouck in der Brüsseler Zeitung „De Standaard.“ „Auch werden bei uns nun Sicherheitskräfte eingesetzt und die Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei intensiviert,“ so Werbrouck.
Doch auch hier in Kortrijk wird Franzosen nicht pauschal der Zugang zu den belgischen Schwimmbädern verwehrt. „Jeder, der sich an die Regeln hält und gute Manieren hat, ist bei uns willkommen,“ so Werbrouck. „Nur die Randalierer müssen draußen bleiben.“