Berlin Ab dieser Geldsumme gelten Sie in Deutschland als reich
Über Geld spricht man nicht. Hat die zugegeben alte Weisheit noch Bestand? In Zeiten hoher Inflation wird tatsächlich viel über Geld gesprochen. Wohlhabende Menschen reden ohnehin vermutlich lieber über Geld als Menschen, die an der Armutsgrenze leben. Doch ab wann gilt man als reich?
„Money, money, money, must be funny in a rich man‘s world. Money, money, money, always sunny In a rich man‘s world.“ Der Song der schwedischen Musiklegenden „Abba“ ist über die Jahre quasi zu einer Hymne für reiche Menschen gereift. Die Kernaussage des Welthits: Man muss das toll sein in der Welt der Reichen. Wenn du Geld hast, scheint immer die Sonne. Ein Leben, das wohl viele Menschen hierzulande anstreben. Wir verraten Ihnen, mit wie viel Verdienst und Vermögen Sie tatsächlich zu den Besagten gehören.
Gibt es eine solche offizielle Zahl? Jein. Der Staat Deutschland stellt keine Zertifikate darüber aus, ob Sie nun zur wirtschaftlichen Elite zählen oder nicht. Sehr wohl gibt es jedoch Orientierungspunkte in unserem Steuersystem. Hier lautet der Begriff Spitzensteuersatz. Wer mit seinem Gehalt in diese Kategorie fällt, ist also ein Spitzenverdiener und wird besonders versteuert. Denn: Wer diese Grenze erreicht hat, muss satte 42 Prozent seines Gehalts an den Staat abgeben. Hier liegt die Grenze bei 62.810 Euro.
Der Spitzensteuersatz ist jedoch nicht die allerhöchste Versteuerungsklasse. Wie der Name schon verrät sind Sie erst dann reich, wenn Sie Reichensteuer abgeben müssen. Der Sprung zwischen Spitzen- und Reichensteuer ist enorm: Denn erst, wenn Sie 277.826 Euro im Jahr verdienen, müssen Sie 45 Prozent an den Staat abgeben.
Eine andere Definition von „Reichsein“ bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Als einkommensreich gilt nach einer wissenschaftlichen Konvention, wer über mehr als das Doppelte bzw. Dreifache des Medians der Nettoäquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung verfügt. Diese Grenzen sind ähnlich umstritten wie die Armutsrisikoschwelle.“
Auf der Internetseite „armuts-und-reichtumsbericht.de“ heißt es zum Nettoäquivalenzeinkommen: „Ein Ehepaar mit 2 Kindern unter 14 hätte daher bei einem verfügbaren Einkommen von 4.500 Euro monatlich ein Äquivalenzeinkommen von 2.142,86 Euro (4.500/(1,0+0,5+2*0,3)=2.142,86). Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer alleinlebenden Person mit einem Einkommen von 2.142,86 Euro würde diesem Haushalt als gleichwertig angesehen werden.“
Das Institut der deutschen Wirtschaft bezeichnet Sie zusätzlich als reich, wenn Sie ein Vermögen - in Form von Immobilien oder Wertpapieren - in Höhe von 477.000 Euro besitzen. Sind Sie jünger als 30 Jahre, brauchen Sie lediglich ein Vermögen in Höhe von 71.000 Euro, um reich zu sein.