Streit um Leeraner Wochenmarkt  Beschicker fügen sich – zähneknirschend

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 18.07.2023 08:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Während des Stadtfests im Juni mussten die Marktstände schon einmal vom Ernst-Reuter-Platz auf die angrenzenden Parkflächen ausweichen. Foto: Bothe/Archiv
Während des Stadtfests im Juni mussten die Marktstände schon einmal vom Ernst-Reuter-Platz auf die angrenzenden Parkflächen ausweichen. Foto: Bothe/Archiv
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Weil der Wochenmarkt für eine Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz auf die angrenzenden Parkplätze ausweichen soll, gab es Ärger. Jetzt hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt.

Leer - „Was bleibt uns denn übrig. Wir müssen mit dem Kompromiss wohl leben“: Die Begeisterung von Heinz Hermann Schmidt aus Surwold, der Woche für Woche mit einem Fleischstand auf dem Leeraner Wochenmarkt präsent ist, hält sich hörbar in Grenzen. Stadtverwaltung und die Beschicker des Wochenmarktes haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, wie der Wochenmarkt und eine eventuelle Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz nebeneinander stattfinden sollen.

Was und warum

Darum geht es: Die Marktbeschicker haben sich mit der Stadt auf einen Kompromiss für den Standort des Wochenmarktes während des Weihnachtsmarktes geeignet – allerdings nur zähneknirschend.

Vor allem interessant für: Besucher und Beschicker des Leeraner Wochenmarktes

Deshalb berichten wir: Uns hat das Ergebnis des angekündigten Gesprächs zwischen Stadtverwaltung und Marktbeschickern interessiert.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Mit einer Weihnachtskirmes – die Rede ist von einem Riesenrad, womöglich einem Autoscooter und Verpflegungsständen – wollen die Schausteller den jährlichen Weihnachtsmarkt vor allem im Bereich zwischen Ledastraße und Wörde aufwerten, nachdem das Publikumsinteresse im vergangenen Jahr zu wünschen übrig gelassen hatte. Der geplante Standort auf dem Ernst-Reuter-Platz kollidiert allerdings mit dem Wochenmarkt, weshalb dessen Stände auf die angrenzenden Parkplätze ausweichen sollten.

Energischer Widerstand der Marktbeschicker

Das allerdings stieß bei einigen Beschickern auf energischen Widerstand, weil sie mit deutlichen Einnahme-Einbußen rechneten. Es war sogar die Rede von Boykott und Protestaktionen.

Ein Gespräch zwischen Marktsprecher Helmut Ambraß aus Papenburg und der Stadtverwaltung habe nun zu einem Kompromiss geführt, berichten Ambraß und Stadtsprecher Edgar Behrendt übereinstimmend: „Der Wochenmarkt während der Weihnachtsmarktzeit wird zum Teil mit in den Weihnachtsmarkt auf dem Ernst-Reuter-Platz integriert und findet auf dem Parkplatz neben dem Wochenmarkt statt“, so Behrendt.

Kein Dauerzustand

Während des Stadtfestes Mitte Juni war der Wochenmarkt schon einmal auf die angrenzenden Parkplätze verlegt worden. Das solle nun bis in die Straße Kupenwarf ausgeweitet werden, so Ambraß. Entscheidend sei aber die Integration in die Weihnachtskirmes, die voraussichtlich nur ein Drittel des Platzes in Anspruch nehmen werde. Wer genau wo seinen Stand aufbauen darf, entscheidet Marktmeister Michael Meyer. Nach dem Probelauf zum Stadtfest waren die Marktbeschicker, die die Redaktion gesprochen hatte, sehr unzufrieden. Er füge sich deshalb auch eher zähneknirschend in den Kompromiss, sagt Schmidt. Es bleibe das ungute Gefühl, für die Stadtverwaltung eine Verschiebemasse zu sein.

„Diese Befürchtung ist groß“, sagt auch Ambraß. „Wir haben Sorge, dass so etwas zum Dauerzustand wird, wenn wir uns nicht wehren. Deshalb haben wir uns jetzt zu Wort gemeldet.“ Der Wochenmarkt muss in diesem Sommer auch wegen American Wheels (26. August) und wegen der Ruderregatta im Freizeithafen (9. September) ausweichen.

Weihnachtskirmes noch nicht sicher

Ambraß ist nicht nur Marktsprecher, sondern selber mit einem Pflanzenstand fester Bestandteil des Leeraner Wochenmarktes. Ob er selber die gesamten sechs Wochen, die die Weihnachtskirmes dauern würde, seinen Stand irgendwo zwischen Ernst-Reuter-Platz und Kupenwarf aufbauen wird, sei noch unsicher. Die Erfahrung zeige, dass das Publikum einen verlegten Wochenmarkt nur schlecht annehme. Wie das in diesem Falle sein werde, müsse man abwarten. Es könne aber durchaus sein, dass er zu dem Schluss komme, dass er in dieser Zeit lieber zu Hause bleibe.

Womöglich erledigt sich das Problem aus Sicht der Marktbeschicker ja von alleine: Noch sei gar nicht sicher, ob es tatsächlich eine Weihnachtskirmes auf dem Ernst-Reuter-Platz geben werde, betont Stadtsprecher Behrendt: „Wir sind gerade in der Planung und internen Abstimmung, ob und wie die Umsetzung möglich ist.“ In die Entscheidung werde auch die Politik eingebunden.

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