Langeoog Langeoog für Kinder, Senioren und Familien im Test: Insider-Tipps und Preise
Ist Langeoog der schönste Badeort für Kinder, Familien und Senioren im Norden? Wir testen. Sie entscheiden, wo man im Norden am besten Urlaub machen kann. Abstimmen und tolle Preise gewinnen.
Im Rahmen unseres großen Sommerspezials „Urlaub mal anders“ suchen wir den schönsten Badeort im Norden. Unsere Reporter stellen 15 Urlaubsorte vor. Hier können Sie abstimmen. Unter den Teilnehmern verlosen wir tolle Reisen. Heute ist die die ostfriesische Insel Langeoog an der Reihe.
Bei ablaufenden Wasser am Hafen sitzen und einfach still sein — in diesen Momenten zeigt sich Langeoog für Gerhard „Ossi” Siebels von seiner besten Seite. „Hörste dat?“, fragt Siebels und zeigt auf die Vögel, die an der Wasserkante Nahrung suchen. „Dat is Musik in meinen Ohren“, sagt er. Der 77-Jährige muss es wissen, denn nur wenige kennen die ostfriesische Insel so gut wie er.
Seit 1958 lebt er auf Langeoog. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten zeigt er als Wattführer seine Heimatinsel auch Besuchern.
Wer mit Siebels unterwegs ist, lernt Langeoogs einsame Ecken kennen. „Hier braucht man ein Rad, dann kannste schön zur Meierei und ans Ostende fahren”, empfiehlt Siebels. Wer Glück hat, entdeckt nach der knapp zehn Kilometer langen Tour sich sonnende Seehunde am Strand.
Und wer mit Siebels unterwegs ist, lernt das echte Leben der Insulaner kennen. „Moin, wo geit”, ruft er vom Rad regelmäßig. „Moin Gerd, wenn ick die vandage nochmoal sei, givst du en ut (Wenn ich dich heute nochmal sehe, gibst du einen aus)”, ruft ein Insulaner zurück. Er treffe hier dauernd Bekannte, sagt Siebels — manchmal auch mehrmals täglich. Kein Wunder sei das, bei knapp 2000 Einwohnern. „Ohne Auto und Verkehr hat man hier seine Ruhe — das wissen besonders Familien mit kleinen Kindern zu schätzen“, sagt Siebels.
Neben Ostende gehört ein Besuch des Wasserturms — der von vielen fälschlicherweise als Leuchtturm beschrieben wird — zum Pflichtprogramm auf der ostfriesischen Insel.
Von ganz oben haben Besucher einen herrlichen Panorama-Blick über Langeoog. Unter der Woche ist der Turm von 10 bis 12 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.
Bei einem Spaziergang am Strand lohnt sich ein Abstecher zum Dünenfriedhof. Dort fand die Sängerin Lale Andersen ihre letzte Ruhe. Sie sang das weltberühmte Soldatenlied „Lilli Marleen“.
Strand, Strand, Strand — so könnte man Langeoog zusammenfassen, denn fast alle Aktivitäten spielen sich dort oder in der Nähe ab. Jeden Dienstagabend findet das Dünensingen statt. Begleitet vom Akkordeon werden Volkslieder angestimmt und bis zu 700 Inselgäste singen mit.
Am Strand gibt es außerdem einen speziellen Sportabschnitt mit Beachvolleyballfeld und Sportgeräten. Außerdem gibt es im Sommer den ganzen Tag über Sportveranstaltungen von Yoga bis Boccia.
Die meisten Restaurants und Bars sind im Ortskern in unmittelbarer Nähe zum Strand. Dort gibt es von gehobener Küche bis Fischbrötchen alles.
Wer auf Langeoog unterwegs ist, dem fallen die vielen Familien mit kleinen Kindern auf. Die Insel hat sich darauf eingestellt. An jedem Strandabschnitt gibt es eine Badeaufsicht. Eltern können beim DLRG kostenlos Armbänder für ihre Kinder bekommen. Auf der Innenseite des Armbandes ist eine Nummer, die Wachmannschaft auf der Station vermerkt sich zu dieser Nummer Mobiltelefon- oder Strandkorbnummer der Eltern.
Ein Tipp für Familien: Wer den Sommerurlaub am rauchfreien Strand im Strandkorb genießen will, sollte vorab buchen. Diese Strandkörbe sind besonders schnell ausgebucht.
Wer die Ruhe auf Langeoog genießen will, muss mit folgenden Kosten rechnen: Die Anreise von Bensersiel nach Langeoog kostet mit der Fähre 33 Euro für den Hin- und Rückweg. Kinder bis 15 Jahre zahlen 20 Jahre und für Kinder unter 5 Jahre ist die Überfahrt kostenfrei. Hinzu kommen Gepäckgebühren. Die Kurtaxe pro Übernachtung kostet in der Hauptsaison 4,20 Euro pro Person, Kinder von sechs bis 15 Jahren zahlen die Hälfte.
Der Preis für Ferienwohnungen auf der Insel beginnt bei 80 Euro pro Nacht, Hotels kosten mehr als 200 Euro pro Nacht. Wer die Tage im Strandkorb genießen möchte, muss elf Euro pro Tag zahlen, ab dem dritten Tag wird es allerdings günstiger. Ein Fahrrad können Besucher für sieben Euro pro Tag mieten.
Ein Fischgericht im Restaurant kostet in der Regel über 20 Euro, einige Lokale bieten einen günstigeren Mittagstisch an.
Für Senioren ist Langeoog ein attraktives Reiseziel. Die Strände sind ebenerdig gestaltet und ohne fremde Hilfe zu erreichen. Außerdem können am Strand kostenfrei strandgängige Rollstühle ausgeliehen werden.
Wer die Insel erkunden will, kann sich E-Bike, Scooter oder Rollator leihen. Außerdem werden regelmäßig Kutschfahrten angeboten.
Nach einer 35-minütigen Fährfahrt bietet Langeoog Erholung für ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Familien mit kleinen Kindern können entspannt ohne Verkehr im Dorf bummeln oder am Strand toben, Aktivurlauber das umfangreiche Sportangebot nutzen und Senioren die Insel von der Pferdekutsche aus besichtigen. Wer die Insel in vollen Zügen genießen möchte, sollte sich vorab über Aktivitäten informieren und diese auch schon buchen, denn im Sommer wird es bei gutem Wetter voll.