Kunst in Rhauderfehn  Eröffnung der Ausstellung „kostenlos“ lockte viele Besucher

Clarissa Scherzer
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Von Clarissa Scherzer
| 03.07.2023 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viel Aufmerksamkeit zog Rita-Maria Hallbauer mit ihrer Gruppe aus Pappmaché auf sich. Foto: Scherzer
Viel Aufmerksamkeit zog Rita-Maria Hallbauer mit ihrer Gruppe aus Pappmaché auf sich. Foto: Scherzer
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Ein Erfolg war die Eröffnung der Kunstausstellung „kostenlos“ des Kulturring- und Kunstkreises Rhauderfehn e.V. Es ist auch kritische und politische Kunst zu sehen.

Rhauderfehn - Vor knapp einem Jahr starteten die Mitglieder des Kulturrings und Kunstkreises Rhauderfehn e.V. ihr Sommerprojekt „kostenlos“ zum Thema Gefundenes, nicht mehr Gebrauchtes und mobile Kunst. Am Sonntag, 2. Juli, feierten die Künstlerinnen und Künstler die Vernissage ihres Kunstprojektes.

In den Räumen der Galerie des Müllerhauses Rhauderfehn werden vielfältige Kunstwerke von Malerei über Skulpturen bis hin zu Installationen gezeigt. Alle verwendeten Materialien haben eine gemeinsame Eigenschaft: Sie sind nicht neu. Sie sind gebraucht, wurden gefunden, gelten als Abfall oder wurden der Kunstgruppe geschenkt. Zahlreiche Interessierte waren zur Ausstellungseröffnung gekommen.

Viele Menschen bei der Eröffnung

„Wir freuen uns sehr darüber, dass so viele Leute den Weg in die Galerie gefunden haben. Ich bin positiv überrascht“, begrüßte Vereinsvorsitzender Peter Bösken die Gäste und erläuterte die Hintergründe einiger Kunstwerke. „Für die Objekte wurden zum Beispiel zu kleine Hosen, Holz, Schrott, Papprollen, Papier, Rollos und Einweggläser verwendet. Ich bin begeistert, was aus so vielen kostenlosen Dingen entstanden ist.“

Findet zukünftiger Umweltschutz nur noch in Zonen statt, fragt Künstlerin Renate Gatner kritisch. Foto: Scherzer
Findet zukünftiger Umweltschutz nur noch in Zonen statt, fragt Künstlerin Renate Gatner kritisch. Foto: Scherzer

Im vorderen Bereich der Galerie sticht die Arbeit „Jansen kommt“ der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Rita-Maria Hallbauer ins Auge: eine Gruppe aus Pappmaché. Dazu gehört Jansen, in feinem Tuch und mit bester Absicht, Helga, vielseitig begabt, hochmotiviert, stets bereit, und eine Straßenlaterne mit LED-Leuchtmittel und dem Wappen der Stadt Leer. Mit glühender Zigarette und geschlossenen Augen steht Helga bei der Laterne, daneben Jansen. Eine Skizze von Loriot inspirierte Hallbauer zu ihrem Kunstwerk. „Ich liebe Helga. Jansen ist ein potenzieller Kunde. Wer sich Böses dabei denkt, ist selber schuld. Ich hatte einfach Spaß, sowas zu machen“, erzählte die Künstlerin mit breitem Lachen im Gesicht.

Kritische und politische Kunst

Auch kritische und politische Kunst findet sich in der Ausstellung. Wie das Werk „Es klingelt“ von Hannelore van der Wal-Thomalla. Auf der Rückseite einer Schullerntafel zum Bau einer Klingel malte die Künstlerin ein Mutterschaf mit Lamm auf blühender Wiese. „Es klingelt, nicht nur elektrisch. Wir sollten wach werden und sorgsam mit allem, was uns lieb und wert ist, umgehen“, so ihre Botschaft.

Hannelore van der Wal-Thomalla nutzte eine ausgediente Lehrtafel als Untergrund für Mutterschaf mit Lamm. Foto: Scherzer
Hannelore van der Wal-Thomalla nutzte eine ausgediente Lehrtafel als Untergrund für Mutterschaf mit Lamm. Foto: Scherzer

Mit kleinen Naturwelten in Einmachgläsern, aufgestellt zwischen Steinen, stellt Renate Gatner die kritische Frage, ob zukünftiger Umweltschutz nur noch in abgegrenzten Zonen stattfindet und alles andere mit Stein und Beton zugebaut wird. Die verwendeten Erzgebirge-Figuren sind Dachbodenfunde, ergänzt mit Naturmaterialien.

Anlässlich der Projektausstellung sind die Öffnungszeiten der Galerie des Müllerhauses, 1. Südwieke 209, Rhauderfehn für zwei Monate erweitert. Neben samstags und sonntags stehen Kunstinteressierten die Türen bei freiem Eintritt auch mittwochs von 14 bis 17 Uhr offen.

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