Schulen in Leer  Schon wieder ein Wasserschaden an der Hoheellernschule

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 30.06.2023 12:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Container auf dem Schulhof werden so lange bleiben, wie es notwendig ist. Foto: Archiv
Die Container auf dem Schulhof werden so lange bleiben, wie es notwendig ist. Foto: Archiv
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Die Sanierung der Hoheellernschule in Leer wird immer wieder durch Probleme verzögert. Nun hat es einen neuen Schaden gegeben.

Leer - Pleiten, Pech und Pannen: Das ist es, was sich durch die siebenjährige Sanierungsgeschichte der Hoheellernschule zieht. Und, diese Geschichte ist nun um ein Kapitel reicher.

Was und warum

Darum geht es: An der Hoheellernschule hat es erneut einen Schaden gegeben.

Vor allem interessant für: alle, die sich für die Grundschulen in Leer interessieren

Deshalb berichten wir: Im Schulausschuss kamen neue Probleme an der Schule zutage.

Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

„Wir haben einen Wasserschaden, der durch Regen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der vergangenen Woche auftrat“, sagte Alexandra Abraham, bei der Stadt zuständig für das Gebäude- und Energiemanagement, im Schulausschuss. Es folgte kollektive Entgeisterung der Ausschussmitglieder. Ursula Stevens-Kimpel brachte es auf den Punkt: „Das kann doch nicht wahr sein.“

Höherer Schaden

Vor allem scheint es sich nicht um einen kleinen Schaden am Dach zu handeln. „Wasserspuren sind im 2. Obergeschoss, 1. Obergeschoss und Erdgeschoss sichtbar“, so Abraham. Sie erklärte, dass das Dach aktuell wegen der laufenden Sanierung nur aus einer provisorischen Plane bestehe und keine Schindeln angebracht wären. „Wir wissen nicht, woher das Wasser kam: Es ist für uns alle ärgerlich“, sagt sie. Durch das Wasser sei es auch zu Schäden am Trockenbau gekommen. Und die Decken seien durchnässt.

„Zum Glück haben wir da keinen Asbest mehr. So können wir Bautrockner aufstellen“, so Abraham. Zudem laufe derzeit die Beweissicherung. „Es ist ein Sachverständiger vor Ort, der prüft, was passiert ist. Das ist ja auch eine Versicherungsfrage“, so Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) im Ausschuss.

Baustelle Hoheellernschule

Böse Überraschungen ist man beim Thema Hoheellernschule mittlerweile fast gewohnt: Asbestfunde, Wasserschäden, schimmelige Dachbalken – in den vergangenen Jahren reihte sich Hiobsbotschaft an Hiobsbotschaft. Die Hoheellernschule ist seit 2016 nach Wasserrohrbrüchen und Asbestfunden eine Dauerbaustelle. Ein großer Teil des Unterrichts findet in Containern statt, die aufeinandergestapelt auf dem Schulhof stehen. Die Lehrer müssen schon seit geraumer Zeit ohne Lehrerzimmer auskommen. Wichtige Zusatzräume stehen nicht mehr zur Verfügung. „Geplant ist, dass die Klassenräume im Erdgeschoss nach den Sommerferien bezogen werden können. Die Container bleiben bis zur Fertigstellung der Baustelle“, so Abraham. Die vorzeitige Nutzung des Lehrerzimmers konnte hingegen schon realisiert werden.

Ärger gab es im vergangenen Jahr, weil in den Sommerferien wohl nicht gearbeitet wurde. „Die Sommerferien sind zu Planungszwecken genutzt worden, nachdem kurz vorher Schäden und Schimmel festgestellt wurden“, erklärte Stadtsprecher Patrick Düselder daraufhin. Vor allem an den Dachbalken wurden Schimmelspuren gefunden. „Die Sanierung muss zwingend vor dem weiteren Ausbau des Dachgeschosses erfolgen, damit Kinder und Lehrer nicht gefährdet werden“, betont er. Und nun gibt es wieder Ärger mit dem Dach. In diesem Sommer soll es aber zu keinem Stillstand auf der Baustelle kommen. Es seien noch Trockenbauarbeiten auszuführen und auszuschreiben. Auch Maler und Bodenbelagsarbeiten sollen stattfinden. Im Ausschuss kam die Frage auf, warum diese Arbeiten erst jetzt ausgeschrieben werden und nicht schon früher. Man befürchtete weitere Verzögerungen. Es sei aber nicht möglich gewesen, diese Arbeiten früher auszuschreiben, so die Verwaltung. Man befürchte keine Verzögerungen.

Platz für die Verwaltung

Die Stadt Leer hat von ihrem Vorkaufsrecht für das ehemalige Pastorenhaus in der Hoheellernstraße 10a geltend gemacht. Mit diesem Gebäude in direkter Nachbarschaft zur Hoheellernschule hoffe man, relativ bald die Raumnot in der Grundschule lindern zu können. Zu dem Gebäude mit einer Wohnfläche von rund 220 Quadratmetern gehört ein Gelände von rund 500 Quadratmetern. Hier soll, sobald es genutzt werden kann, die Verwaltung einziehen. Dazu seien aber noch Bauarbeiten notwendig.

Auch am eigentlichen Schulgebäude ist schon einiges passiert. Immer wieder traten jedoch Probleme auf. Asbest- und Schimmelfunde, Wasserschäden und anderes. Hinzu kommt die Umplanung der Gebäudetechnik. Dies beinhaltet die Erneuerung der Trinkwasserleitungen, Heizungsleitungen und Abwasserleitungen. Hinzu kommen im Bereich Elektrotechnik die Umsetzung des Digitalpakts und die Ertüchtigung der Alarmierung. Immer wieder wurde das Projekt durch auftretende Schwierigkeiten zurückgeworfen. Die Kostenberechnung stellte zuletzt Gesamtkosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro dar. Wegen des Kriegs in der Ukraine könnte sich der Preis jedoch noch ändern. Derzeit geht es vor allem darum, die Ursache für den neuen Schaden zu finden und auszuloten, wie schwer diese Schäden sind.

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