Kreis Pinneberg  Das sind die zehn gefährlichsten Pflanzen in heimischen Gärten

Cornelia Sprenger
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Von Cornelia Sprenger
| 26.06.2023 10:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. Foto: IMAGO / Gottfried Czepluch
Der Blaue Eisenhut gilt als die giftigste Pflanze Europas. Foto: IMAGO / Gottfried Czepluch
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Insbesondere für Kinder und Tiere können giftige Pflanzen gefährlich sein. shz.de stellt die zehn gefährlichsten Giftpflanzen in heimischen Gärten vor.

Beim Giftinformationszentrum-Nord entfielen im vergangenen Jahr alleine 4.900 Anfragen auf Vergiftungs- oder Vergiftungsverdachtsfälle mit Pflanzen. „Wir appellieren deshalb an alle Menschen, sich vor dem Bepflanzen der heimischen Beete unbedingt darüber zu informieren, welche Pflanzen und Sträucher giftig sind und somit Gesundheitsgefahren auslösen können. Das gilt ebenfalls für Zimmerpflanzen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Als die zehn gefährlichsten Giftpflanzen im Garten gelten: Eibe, Blauregen, Oleander, Thuja, Buchsbaum, Eisenhut, Engelstrompete, Narzisse, Herbstzeitlose und Tollkirsche. Shz.de hat dazu einen Überblick mit Fotos erstellt.

Holz, Rinde, Nadeln und Samen der Eibe enthalten toxische Verbindungen, die in ihrer Gesamtheit als Taxane bezeichnet werden. Für Kinder sind besonders die roten Samenhüllen interessant – und glücklichweise der einzige ungiftige Pflanzenteil. Essen sollten Kinder die Früchte aber trotzdem nicht, denn die in den Samenhüllen enthaltenen Samen sind ebenfalls giftig. Vergiftungserscheinungen können beim Menschen bereits 30 Minuten nach der Einnahme auftreten. Bereits eine Aufnahme von 50 bis 100 Gramm Eibennadeln kann für den Menschen tödlich sein. In zerkleinerter oder zerhackter Form wirken die Nadeln fünf Mal stärker. Der Tod tritt durch Atemlähmung und Herzversagen ein.

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In voller Blüte ist hängender Blauregen wunderschön anzusehen – aber er ist auch gefährlich. Alle Teile des Blauregens enthalten giftige Substanzen. In der Rinde und in den Samen steckt jedoch ein besonders hoher Anteil an Toxinen. In den winzigen Samen des Blauregens ist so viel Gift enthalten, dass bereits zwei Samen genügen, um bei einem Kind zu Vergiftungserscheinungen zu führen. Bei einem Erwachsenen treten erst ab einer Dosis von drei Samen Symptome einer Vergiftung auf. 

Oleander ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Am höchsten ist die Konzentration der Giftstoffe in den Blättern. Bei Kontakt kann es zu Hautreizungen, Rötungen und Juckreiz kommen. Bei einem Verzehr drohen Kopfschmerzen, Krämpfe und Magen-Darm-Beschwerden. Eine hohe Dosis ist tödlich.

Eben so wie die Eibe ist auch die Thuja als Heckenpflanze beliebt. Jedoch sind alle Pflanzenteilen giftig. Vergiftung können beim Menschen zu Übelkeit, Durchfall, Krämpfen, Lähmungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Der Buchsbaum zählt zu den Giftpflanzen, die vor allem für Kinder sowie Haustiere wie Hunden und Katzen gefährlich werden können. Je geringer das Körpergewicht, desto schneller wird die tödliche Dosis erreicht. Dabei ist der größte Gehalt an Alkaloiden in den Blättern, der Rinde und den Früchten zu finden. Die Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfälle, Übererregbarkeit und Krämpfe. Bei starker Vergiftung kann es auch zu Lähmungen und sogar zum Tod durch Atemlähmung kommen.

Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Er enthält vorwiegend in den Knollen, aber auch sonst in der ganzen Pflanze das stark wirksame Alkaloid Aconitin. Schon wenige Gramm der Pflanze können auf einen Erwachsenen tödlich wirken.

Sämtliche Pflanzenteile der Engelstrompete sind stark giftig, vor allem aber Wurzeln und Samen. Der Verzehr kann lebensgefährlich sein und sogar bereits der Duft soll in einzelnen Fällen zu Vergiftungserscheinungen geführt haben. Das Gewächs, das den Rauschmitteln zugeordnet wird, sollte möglichst nicht angefasst werden, um eine ungewollte Aufnahme von Pflanzensekret über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen zu vermeiden.

Narzissen schmücken im Frühjahr viele Wohnungen und Gärten. Jedoch sind alle Pflanzenteile und sogar das Blumenwasser aus der Vase giftig und können bei Kindern schwere Vergiftungen hervorrufen. Wenn kleine Kinder die Zwiebeln, die Blätter oder die Blüten in den Mund stecken oder das Blumenwasser trinken, kann das zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen führen. Auch Lähmungen mit Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen sind möglich.

Die imposante Mischung von über 20 Alkaloiden macht die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) so gefährlich. Das giftige Alkaloid Colchizin ist in allen Teilen der Pflanze enthalten. Schon fünf Gramm der Samen können für den Menschen tödlich sein.

Die Früchte wie auch der Rest der Tollkirsche enthalten eine große Menge giftige Alkaloide. Bei den appetitlich aussehenden Früchten ist die Gefahr sehr hoch, dass sie – vor allem Kinder – zum Essen einladen. Trügerisch ist auch, dass die Beeren nicht bitter schmecken. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass die Tollkirsche bei Vergiftungen durch Pflanzen eine der führenden Stellungen in den Statistiken der Giftnotrufzentralen einnimmt. Man geht von einer Sterblichkeit von ungefähr 10 Prozent aus. Bei Kindern ist schon mit drei bis vier Beeren eine tödliche Dosis erreicht.

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