Nach Nein zum Oben-Ohne-Baden Leeraner CDU räumt „falsche Sichtweise“ ein
Die Leeraner CDU hat sich geschlossen gegen ein Oben-Ohne-Baden im Plytje ausgesprochen. Dazu stehen die Mitglieder. Ein Argument würden sie aber heute nicht mehr anbringen.
Leer - Der Aufsichtsrat der Leeraner Badbetriebs-GmbH hat den Vorschlag der Plytje-Geschäftsführung abgelehnt, im Leeraner Schwimmbad Oben-Ohne-Baden zuzulassen. Während es bei den anderen Fraktionen und Gruppen auch Stimmen für eine Freigabe gab, war die CDU geschlossen dagegen. Ihre Argumente sorgten für einige Diskussionen bei unseren Lesern. Wir haben beim Fraktionsvorsitzenden Ulf-Fabian Heinrichsdorff nachgefragt.
Die CDU war als einzige Fraktion oder Gruppe komplett gegen ein Oben-Ohne-Baden im Plytje. Überrascht?
Ulf-Fabian Heinrichsdorff: Ja, schon. Unser Publikum besteht hauptsächlich aus Schulen, Vereinen, Familien mit Kindern und Rentnern. Für uns ist das Plytje vor allem ein Sport- und Schulbad. Ich weiß nicht, inwieweit da der Wunsch besteht, oben ohne zu baden. Wenn es ein Badesee gewesen wäre, hätte das ganz anders ausgesehen. Und wenn jemand oben ohne auf der Wiese liegt, ist das auch kein Problem.
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Plytje erhöht Eintrittspreise und streicht Ermäßigungen
Uns hat ehrlich gesagt Ihre Begründung überrascht. Unter anderem sei das eine Frage der Hygiene, hatten Sie gesagt. Was ist an einer weiblichen Brust unhygienischer als an einer männlichen?
Heinrichsdorff: Definitiv nichts. Nach der Berichterstattung haben wir einige Briefe von BürgerInnen bekommen und festgestellt, dass unsere Sichtweise die falsche gewesen ist.
Dann hatten sie mit dem Komfort der anderen Gäste und dem Wohl der Kinder argumentiert ...
Heinrichsdorff: Für viele ist die nackte weibliche Brust immer noch schambehaftet. Das kann man gut finden oder nicht, aber es ist so. Diese Menschen könnten sich in Zukunft im Plytje unwohl fühlen und das wollen wir nicht. Das Gleiche gilt für Kinder und Jugendliche, die den Anblick eines nackten Frauen-Oberkörpers oft nicht gewohnt sind.
Uns würde noch interessieren, wieso ein Verbot des Oben-Ohne-Badens ein Ausdruck von Respekt gegenüber der Einrichtung und ihres Personals sein soll, wie Sie es formuliert hatten.
Heinrichsdorff: Das Tragen von Oben-ohne-Badebekleidung kann zu unangenehmen Situationen führen, da es die Aufmerksamkeit anderer Badegäste auf bestimmte Körperbereiche lenkt, die normalerweise als privat angesehen werden. Dies kann zu einer unangemessenen Aufmerksamkeit, Belästigung oder sogar zu unangemessenem Verhalten führen, wie heimliches Fotografieren etc. Indem man angemessene Badebekleidung trägt, respektiert man die möglicherweise unterschiedlichen Komfortniveaus und Privatsphäre-Bedürfnisse anderer Menschen und schafft eine harmonischere Umgebung im Schwimmbad.