Bauarbeiten nach den Sommerferien In Hesel geht für acht Monate fast nichts mehr
Weil die Ortsdurchfahrt in Hesel saniert wird, müssen sich Autofahrer auf Behinderungen einstellen. Acht Monate lang wird die B72 dort einspurig. Das Ergebnis soll den Ort zukunftsfähig machen.
Hesel - Bessere Wege für Radfahrer und Fußgänger, komfortablere Wartebereiche für Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs und eine neue Fahrbahndecke: Diese Punkte will die Gemeinde Hesel nach den Sommerferien angehen. Gegen Ende August wird die Ortsdurchfahrt von Hesel für acht Monate gesperrt, weil sie komplett saniert wird.
Das ist geplant
Betroffen ist der Bereich vom Ortseingang Hesel aus Richtung Aurich kommend bis zum Ortsausgang beim Einkaufszentrum. Auch die Oldenburger Straße in Höhe Villa Popken ist betroffen. Einerseits wird die Fahrbahn der Leeraner und der Auricher Straße (Bundesstraße 72) erneuert. Die größere Maßnahme ist aber die Verbesserung der Geh- und Radwege. Die sollen nämlich ausgebaut werden. „Wir sind auf einem guten Weg. Wir wollen Hesel zukunftsfähig machen“, sagt Bürgermeister Gerd Dählmann. Die Radwege sollen Lust machen, sich mit dem Fahrrad im Ort zu bewegen. Sie werden breiter und das Fahren wird angenehmer. „Wir werden zum Beispiel die Wege bei Hauseinfahrten nicht absenken“, erklärt Gemeindedirektor Joachim Duin. Die Radfahrer werden keine Huckepisten mehr fahren müssen, den Autofahrern werden stattdessen keine Rampen gebaut, um die Einfahrten zu nutzen. Das alles geht allerdings nicht zu Lasten der Fahrbahn für den Fahrzeugverkehr. Die Straße bleibt so breit wie sie ist. Durch die Nutzung der Grünstreifen und den Zukauf von Grundstücken können die Radwege breiter werden.
Nicht nur Radfahren soll attraktiver werden in Hesel. Auch das Busfahren wird angenehmer. „Derzeit stehen diejenigen, die auf dem Bus warten, in einer Richtung sogar im Regen“, sagt Joachim Duin. Die Bushaltestellen werden in Höhe Apotheke verlegt und ausgebaut. Beide Seiten werden ein Bushaltehäuschen haben. In Fahrtrichtung Leer wird es zudem eine aufwendige Bike-and-Ride-Möglichkeit geben. Fahrräder können dort eingeschlossen werden, E-Bikes finden Lademöglichkeiten und auch eine Reparaturstation soll eingerichtet werden, erklärt Duin. „Wir haben in Hesel eine hervorragende Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel nach Leer und Aurich. Wir hoffen, dass die neue Radstation Menschen, zum Beispiel aus Neukamperfehn, animiert, mit dem Rad nach Hesel zu fahren und dann den Bus zu nehmen“, erklärt Duin die Vorstellung.
Das sind die Behinderungen
Insgesamt wird acht Monate lang die Ortsdurchfahrt Hesel durch die Bauarbeiten behindert werden. Ganz zum Erliegen kommt der Verkehr nicht. Derzeit ist der Plan, dass die Autofahrer, die aus Aurich kommen, weiterhin durch Hesel fahren können. Fahrer aus Richtung Leer werden eine Umleitung in Kauf nehmen müssen. „Wir sind derzeit noch in Abstimmung darüber, wie die aussehen soll“, sagt Gemeindedirektor Duin. Geplant ist, dass der Lastwagenverkehr und auch Touristen, die auf die Inseln wollen, bereits großräumig umgeleitet werden. „Die ortskundige Bevölkerung wird ihren Weg finden“, sagt Duin.
Bürgermeister Dählmann betont, dass die Anwohner und Anlieger in Hesel weiterhin erreichbar sind. „Wir wissen, dass es eine große Belastung ist“, so Dählmann. Allerdings sei gerade auch die Kooperation mit der Landesbehörde, die die Straße saniert, eine große Chance für Hesel gewesen, die man ergreifen wolle. „Allein hätten wir das nicht stemmen können.“ Wegen der großen Beeinträchtigung habe man sich entschlossen, frühzeitig die Bevölkerung zu informieren. Auf einer Homepage und mit Flyern wird über die Maßnahme und ihre Auswirkungen informiert. Die Internetseite zukunft.hesel.de solle auch über die Maßnahme hinaus für Informationen aus der Gemeinde genutzt werden.
Das ist die Kritik
Wenig Begeisterung löste die Nachricht der Sanierung beim Gewerbeverein Hesel aus. „Es ist beschlossene Sache, da können wir nichts mehr machen“, sagt Harald Freudenberg, Vorsitzender des Gewerbevereins. Es sei gut und richtig, dass in Hesel an der Ortsdurchfahrt etwas gemacht und die Attraktivität gesteigert werde. „Acht Monate sind aber eine sehr lange Zeit“, so Freudenberg. Gerade der Einzelhandel habe in den vergangenen Jahren wegen Corona und Inflation schon viel mitgemacht. Da habe man so eine Maßnahme nicht gebraucht. „Es wäre schön gewesen, wenn die Handeltreibenden früher in die Entwicklung der Pläne einbezogen worden wäre“, so Freudenberg. Nun müsse man die Dinge geschehen lassen. Besonders die Verkehrslage während der Bauzeit sieht er kritisch: „Hier fahren täglich rund 30.000 Fahrzeuge durch. Mit der Baustelle wird es, denke ich, ein Desaster“, so Freudenberg. Hesel sei das Nadelöhr Ostfrieslands. „Ich hätte mir eine schlankere Lösung gewünscht. Ich bin ein bisschen sprachlos“, so Freudenberg.
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