Flurbereinigung Klostermoor 2,6 Millionen Euro für Wegebau und Naturschutz in Klostermoor

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 17.06.2023 13:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Nikolaus Jansen (links), übergab den Förderbescheid an Bürgermeister Geert Müller. Foto: Weers
Der Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Nikolaus Jansen (links), übergab den Förderbescheid an Bürgermeister Geert Müller. Foto: Weers
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Das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren in Klostermoor kann beginnen. Die Gemeinde Rhauderfehn erhält dafür Fördermittel in Höhe von 2.660.000 Euro.

Klostermoor/Rhauderfehn - Der Start des vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens in Klostermoor steht an. Die Gemeinde Rhauderfehn erhält dafür eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.660.000 Euro. Das Geld wird verwendet für den Ausbau von Straßen und den Naturschutz.

Das Verfahren wurde von der Niedersächsischen Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne) durch das Flurbereinigungsprogramm 2023 bis 2027 verkündet und damit die Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens genehmigt. Diese positive Nachricht überbrachte der Landesbeauftragte des Amtes für regionales Landesentwicklung Weser-Ems, Nikolaus Jansen, Bürgermeister Geert Müller (parteilos). Im Beisein der Arbeitskreismitglieder aus Klostermoor nahm Müller den Förderbescheid im Rathaus entgegen. „Mit dem ländlichen Wegebau soll voraussichtlich im Jahre 2025 begonnen werden. Der Abschluss der Maßnahmen ist für das Jahr 2027 geplant“, teilte Hendrik Heyen von der Geschäftsstelle Aurich des Amts für regionale Landesentwicklung (ARL) Weser-Ems mit.

Gruppenfoto nach der Übergabe des Förderbescheides durch das Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) Weser-Ems vor dem Rathaus in Rhauderfehn: (stehend, von links): Joachim Frerichs (Gemeinde Rhauderfehn), Georg Depping, Reinhold Geppert, Christoph Harms (alle Mitglieder Arbeitskreis), Michael Taaks (Gemeinde), Hendrik Heyen (ARL) sowie (sitzend, von links) Gerd Bohlen (ARL), Bürgermeister Geert Müller, Nikolaus Jansen und Marlies Wieghaus (beide ARL). Foto: Weers
Gruppenfoto nach der Übergabe des Förderbescheides durch das Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) Weser-Ems vor dem Rathaus in Rhauderfehn: (stehend, von links): Joachim Frerichs (Gemeinde Rhauderfehn), Georg Depping, Reinhold Geppert, Christoph Harms (alle Mitglieder Arbeitskreis), Michael Taaks (Gemeinde), Hendrik Heyen (ARL) sowie (sitzend, von links) Gerd Bohlen (ARL), Bürgermeister Geert Müller, Nikolaus Jansen und Marlies Wieghaus (beide ARL). Foto: Weers

Große Freude

„Ich freue mich, dass das Landwirtschaftsministerium unserer Anfrage und Bitte gefolgt ist, dass es eine gute Sache ist, für Klostermoor ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren anbieten zu können“, so Jansen. „Das war eine sehr angenehme, konstruktive Zusammenarbeit mit dem ARL“, bedankte sich Bürgermeister Geert Müller.

Auch der im September 2018 gegründete Arbeitskreis (AK) zur Vorbereitung der Flurbereinigung begrüßte die Fördermaßnahme. „Die Straßen befinden sich teilweise in einem katastrophalen Zustand“, sagte AK-Mitglied und Landwirt Georg Depping. „Die Wege hier in Klostermoor sind lang und weit. Ich hatte schon Bedenken, dass das Ganze wieder gestrichen wird. Umso schöner ist es, den Bescheid zu bekommen“, betonte Reinhold Geppert, der seinen Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen im Jahr 2018 aufgegeben hatte.

1600 Hektar großes Gebiet

Insgesamt sind für die Flurbereinigung Klostermoor finanzielle Mittel in Höhe von 2.660.000 Millionen Euro durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bereitgestellt worden. Diese werden zu 75 Prozent von der Europäischen Union (EU), Bund und Land bezuschusst. Insgesamt sollen von diesen Mitteln rund 2,1 Millionen Euro in den ländlichen Wegebau fließen.

Die Flurbereinigung wird in einem rund 1600 Hektar großen Gebiet östlich und südlich der Ortschaft Klostermoor stattfinden. In diesem mehrjährigen Verfahren sollen durch Verbesserung des landwirtschaftlichen Wegenetzes sowie durch Zusammenlegung von landwirtschaftlichen Nutzflächen vorrangig die ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe durch Senkung der Produktions- und Betriebskosten gestärkt werden. Aber auch Maßnahmen des Naturschutzes sollen über das Verfahren umgesetzt werden, sodass für den gesamten ländlichen Raum ein Mehrwert geschaffen wird.

Eine Übersicht über die geplanten Maßnahmen im Wegebau

  • Der Dwarsweg soll auf einer Länge von 800 Metern in vorhandener Breite in Asphalt ausgebaut werden. Dieser befindet sich nördlich im Verfahrensgebiet an der Papenburger Straße und verläuft in südliche Richtung zur Erschließung der angrenzenden Grundstücke sowie zur Erschließung der landwirtschaftlichen Flächen in eine Sackgasse.
  • Der Davidsweg ist ein Wirtschaftsweg zwischen der 2. und der 3. Südwieke. Er soll in einem Teilbereich auf einer Länge von 290 Metern ausgebaut werden. Dieser Teilbereich ist zurzeit in Schotter angelegt und soll aufgrund der schlechten Beschaffenheit auf einer Breite von 3,50 Metern in Asphalt ausgebaut werden.
  • Die Siedlungsstraße soll in drei Teilabschnitten auf insgesamt 2270 Metern ausgebaut werden. Der erste Abschnitt befindet sich in Verlängerung zur 2. Südwieke bis hin zur Friesenstraße (420 Meter), der zweite Abschnitt von der Friesenstraße bis zur Kreuzung Weihnachtsmannweg (1030 Meter) und der dritte Abschnitt von der Kreuzung Weihnachtsmannweg bis hin zur Gronewoldstraße (820 Meter). Der Ausbau soll in den drei Teilabschnitten abweichend vom Bestand (4,0 Meter Breite), auf einer Breite von jeweils 3,50 Metern in Asphalt erfolgen.
  • Die Straße Croneallee soll in zwei Teilabschnitten auf einer Gesamtlänge von 2610 Meter und einer Breite von drei Metern in Asphalt erfolgen. Der nördliche Abschnitt weist eine Länge von 1820 Meter auf und stellt die Verbindung zwischen der Friesenstraße und der Gronewoldstraße dar. Der südliche Abschnitt soll auf einer Länge von 790 Meter ausgebaut werden. Dieser verläuft südlich von der Gronewoldstraße in einer Sackgasse.
  • Der Weihnachtsmannweg befindet sich westlich an der Verfahrensgrenze und soll in einem Teilbereich von 190 m auf vorhandener Breite ausgebaut werden. Dieser Teilbereich erstreckt sich über den landwirtschaftlich genutzten Wohn- und Wirtschaftsbereich von der K53 in östliche Richtung und soll in Asphalt ausgebaut werden.
  • Der Iltisweg soll auf einer Länge von 280 Meter auf vorhandener Breite in Asphalt ausgebaut werden. Dieser Weg verläuft von der 3. Südwieke in Richtung Westen zur ,,Teststrecke Papenburg‘‘ und endet in einem Sackgassenbereich.
  • Die Hasenstraße verläuft ebenfalls angrenzend zur 3. Südwieke, jedoch in östliche Richtung und endet ebenfalls in einem Sackgassenbereich. Dieser soll auf einer Länge von 420 Meter auf vorhandener Breite in Asphalt ausgebaut werden.
  • Der Vossweg befindet sich zudem im Bereich des Iltisweges und der Hasenstraße. Der Vossweg verläuft von der 3. Südwieke abgehend in östliche Richtung und endet in einem Sackgassenbereich. Dieser soll auf einer Länge von 820 Meter und einer Breite, welche in Teilbereichen abweichend vom Bestand (3,0 bis 4,0 Meter Breite) vorhanden ist, auf 3,0 Meter in Asphalt ausgebaut werden.
  • Die Lagerstraße befindet sich südlich im geplanten Verfahrensgebiet und stellt ein Verbindungsweg von der Gemeinde Surwold (Straße ,,Im Eichengrund‘‘) zur Gemeinde Rhauderfehn dar. Dieser Weg soll auf einer Länge von 1120 Meter in Asphalt ausgebaut werden und schließt in östlicher Richtung an die Jakobstraße an. Der geplante Ausbau soll auf einer Breite von 3,50 Meter erfolgen.
  • Die Stichstraße verläuft östlich von der Lagerstraße. Dieser Weg soll auf einem Teilbereich von 320 Meter in Asphalt ausgebaut werden. Dieser Weg soll ebenfalls auf drei Meter Breite ausgebaut werden.
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