Gedenkstättenarbeit Ärger in Gedenkstätte Esterwegen – SPD will schlichten
In den Streit zwischen DIZ und der Gedenkstätte Esterwegen über die Zuständigkeiten in der Einrichtung schaltet sich nun die SPD im Emsland ein. Doch wie kann eine Lösung gefunden werden?
Esterwegen - Die künftige Zusammenarbeit zwischen dem Aktionskomitee für ein Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) steht derzeit scheinbar auf der Kippe. Zuständigkeiten in der Gedenkstätte sind ein Streitthema. Die SPD-Kreistagsfraktion Emsland bedauert das öffentliche Zerwürfnis der „überaus wichtigen Institutionen im Emsland“, wie es in einer Mitteilung heißt.
Für Anno Immenga, Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion und im Vorstand der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, ist es „überaus bedauerlich, dass der Zwist zwischen den beiden Institutionen sich so zugespitzt hat“ und nun öffentlich ausgetragen werde. „In einer Zeit, in der es kaum noch Zeitzeugen gibt, ist die Gedenkstättenarbeit wichtiger denn je“, so Immenga.
Öffentliche Auseinandersetzung beilegen
Platz für neuen Archivar in GedenkstätteDie Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, die durch den Landkreis Emsland getragen wird, hatte dem Aktionskomitee das bisher genutzte Büro innerhalb der Gedenkstätte Esterwegen gekündigt. Der Landkreis Emsland benötigt nach eigenen Angaben diesen Arbeitsplatz für eine zusätzliche Kraft, die als Archivar das Archiv der Gedenkstätte zukünftig betreuen soll.
Andrea Kötter, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, ruft beide Institutionen dazu auf, schnellstmöglich diese öffentliche Auseinandersetzung beizulegen und zu konstruktiven Verhandlungen im gegenseitigen Respekt zurückzufinden, um weiteren Schaden von dieser bedeutenden Einrichtung abzuwenden. „Ohne die wertvolle und langjährige Arbeit des Aktionskomitees DIZ gäbe es die Gedenkstätte im Emsland nicht so, wie wir sie heute haben. Der Verein Aktionskomitee und die Gedenkstätte sind untrennbar miteinander verknüpft, und die Verdienste der Vereinsmitglieder um die Erinnerungskultur sind weit über das Emsland hinaus anerkannt“, ist sich Kötter sicher.
Streit in Gedenkstätte mit Schlichter lösen?
Die Stiftung Gedenkstätte Esterwegen habe sich wiederum in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht und leistet heute wertvolle Arbeit für die Erinnerungskultur, führt die SPD-Politikerin weiter aus. Die beiden Kreistagsabgeordneten appellieren an die Beteiligten, für die zukünftige Gestaltung der Zusammenarbeit eine neue, verbindliche Vereinbarung abzuschließen, die sowohl den Ansprüchen des Aktionskomitees als auch der Rolle der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen gerecht wird.
„Wir fordern alle handelnden Personen dazu auf, sich schnellstmöglich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, am besten unter Hinzuziehung einer neutralen, vermittelnden Person oder Institution, und Lösungen für die zukünftige Struktur der gemeinsamen Gedenkstättenarbeit zu finden“, hießt es in der Mitteilung.