Berlin  Messerverbot in Zügen: Nancy Faesers Vorschläge machen Zugfahren nicht sicherer

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 11.06.2023 15:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nancy Faeser will Messer in Zügen verbieten. Foto: dpa/David Young
Nancy Faeser will Messer in Zügen verbieten. Foto: dpa/David Young
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Nancy Faeser will Messer in Zügen verbieten. Wie dieser Vorschlag das Zugfahren sicherer machen soll, bleibt ein Mysterium.

Ereignisse wie die Messerattacke in einem Zug bei Brockstedt, bei der zwei Menschen starben, machen immer wieder nationale Schlagzeilen. Nicht nur Innenministerin Nancy Faeser will, dass solche Vorkommnisse seltener werden. Die Ministerin kündigte an, bei der Innenministerkonferenz ein Messerverbot in Zügen vorzuschlagen. Der Haken: Sicherer wird dadurch nichts.

Solche Verbote werden immer wieder diskutiert, aber die Idee ist fehlgeleitet. Ein Messer kann, anders als eine Schusswaffe, eben nicht nur dazu dienen, den Sitznachbarn umzubringen. Man kann damit auch einen Apfel schälen, oder einen Kuchen schneiden. Ein Komplettverbot ist daher falsch, zumal das Führen und der Besitz von gefährlichen Messern im Waffengesetz ohnehin bereits ausführlich geregelt ist. Zudem haben Faesers Kollegen in den Ländern schon jetzt die Möglichkeit, diese Regeln bei Bedarf zu verschärfen.

Hier lesen Sie Faesers Vorschläge .

Hinzu kommt: Ein Verbot ist nur so gut, wie die Kontrollen, um es durchzusetzen. Wer eine Messerattacke plant, wird sich davon nicht abhalten lassen, weil er sein Messer nicht mit in den Zug nehmen darf. Um die Regel durchzusetzen, müsste die Bundespolizei im großen Stil Gepäck filzen. Ein massiver Eingriff in die Privatsphäre für alle Fahrgäste, von denen die meisten keine Messerstechereien planen. Zudem eine Menge Arbeit für die ohnehin schon überlasteten Beamten. Deutlich wahrscheinlicher ist, dass das Verbot einfach gar nicht kontrolliert wird.

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