Kolumne „Für die Ehre“ Die Ausbildung im Ehrenamt endet nie
Am Sonnabend geht es an dieser Stelle immer ums Ehrenamt. Heute berichtet unser Kolumnist, was freiwillige Helfer so alles lernen können – und warum sie niemals damit aufhören sollten.
Ich durfte meine Ausbildung zum Ehrenamtler bei der Jugendfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, ein bisschen bei Hilfsorganisationen und in der Kirchengemeinde Victorbur genießen. Über mehrere Jahre wurde mir beigebracht, wie man mit den Dingen des Ehrenamts umgeht, wie man die mentale Technik einsetzt und wie man sich in verschiedenen Situationen verhält. Ich durfte lernen, wie es ist, in Gemeinschaften etwas zu bewirken, was Freude bereitet und mich erfüllte und anderen Menschen hilft.
Ich durchlief stetige Prüfungen und habe sie bis jetzt alle bestanden. Die abzulegenden Prüfungen zum Ehrenamtlichen werden nicht benotet. Die Prüfungen im Ehrenamt kommen immer unverhofft. Dazu hatte ich mich aber entschieden – und mein Gefühl sagt mir, dass ich bei keiner der Prüfungen versagt habe. Meine Ausbildung ist auch noch nicht zu Ende. Sie wird so lang dauern, bis ich mein Ehrenamt nicht mehr ausfüllen kann oder will. Verbieten kann es mir keiner.
Eine tatsächliche Ausbildung zum Ehrenamtler gibt es glücklicherweise nicht, denn sonst hätten wir sicherlich Not, ausreichend Helfer zu haben. Rückwirkend betrachtet, bis nun zumindest, zeigt sich, dass ich viel gelernt habe in meinen freiwilligen Tätigkeiten – neben den offiziellen Qualifikationen, die ich dort erwerben konnte.
Ich habe meine Zeit gegeben und gebe sie weiter – für die Dinge, die anderen Menschen helfen und ihnen das Leben etwas leichter machen. Zeit, die ich mir nehme, die einfach da sein muss. Neben meinem Job, meiner Familie und meinen Freunden ist meine nie endende Ausbildung immer präsent, und jeder weiß darum. Gerne gebe ich mein erworbenes Wissen weiter an die, die neu anfangen oder erst kurz dabei sind, schließlich durchlaufen sie die gleiche „Ausbildung“ wie ich. Wer sich offen zeigt, wird einen hervorragenden, nie vollendeten Abschluss erreichen, über den sich lebenslänglich gefreut werden darf. Weiter geht’s!
Kontakt: kolumne@zgo.de
Ehrenamt statt Filme schauen
Wertschätzung nicht nur für die „Profis“
Oftmals wäre mehr Zeit echt schön
Beweise deinen Mut!