Baustelle im Industriehafen  775 Meter Spundwand wurden in Papenburger Boden gerammt

Christian Belling
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Von Christian Belling
| 09.06.2023 14:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wo jetzt noch geschweißt wird, soll bestenfalls im Winter alles fertig sein. Foto: Belling
Wo jetzt noch geschweißt wird, soll bestenfalls im Winter alles fertig sein. Foto: Belling
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Im Papenburger Industriehafen wird gebaut. Erste Kaianlagen sind hergestellt und Unternehmen zeigen Interesse an der Erweiterung.

Papenburg - Es sind gewaltige Massen, die im Industriehafen Nord auf dem Areal nördlich der Soda-Brücke an der Grenze zu Ostfriesland bewegt werden. Mengen an Sand und Schlick werden von Mitarbeitern des Bauunternehmens Bunte über die Baustelle transportiert.

„2600 Tonnen Stahl sind bereits verbaut“, teilt Dieter Kruth mit. Er ist vor Ort der Bauleiter und bei der Stadtverwaltung als Bauingenieur im Fachbereich Tiefbau tätig. Gemeinsam mit Stadtbaurat Jürgen Rautenberg erklärt er im Industriehafen, wie weit die Arbeiten schon fortgeschritten sind. Im Vergleich zum Bild, das es zu Beginn der Maßnahme Anfang Februar im Industriehafen zu sehen gab, hat sich in den vergangenen vier Monaten jede Menge getan. Die angekündigte Verdopplung der nutzbaren Spundwandlänge im Nordhafen um zusätzliche 775 Meter ist abgeschlossen. An der Vergrößerung des Hafenbeckens um 9500 Quadratmeter wird aktuell noch gearbeitet.

Unterschiedliche Bodentypen

Die Arbeiten etwas erschwert haben laut Kruth die unterschiedlichen Bodenverhältnisse. Während es in einigen Bereichen sandigen Boden gibt, mit dem es sich leichter arbeiten lässt, herrscht nur wenige Meter weiter bindiger Boden mit einem hohen Anteil an Ton oder Lehm vor. Dieser Untergrund neigt dazu, schnell schlammig zu werden und beim Austrocknen komplett zu erhärten.

Auch wenn die Spundbohlen, die nach Angaben von Kruth eine Länge von 15,50 Meter aufweisen, bereits in den Boden gerammt wurden, ist die Spundwand noch nicht komplett fertig. „Als Nächstes geht es darum, der Wand in Gänze eine Stabilität zu geben“, erklärt der Bauleiter. Läuft alles nach Plan, könnte die Gesamtmaßnahme nach Worten von Kruth im Winter abgeschlossen sein. Warum das Ganze angegangen wird, liegt auf der Hand. Unternehmen sollen eine direkte Anbindung an das sechs Meter tiefe Wasser im Nordhafen bekommen, um ihre Güter und Waren per Schiff transportieren zu können. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 35 Millionen Euro. Dank entsprechender Fördergelder vom Land sowie des Landkreises konnte die Stadt Papenburg das Projekt in Angriff nehmen.

So könnte es aussehen

Wie es aussehen kann, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, zeigt sich bereits bei der Firma Lammering. Auf einem insgesamt rund 52.000 Quadratmeter großen Gelände mit direkter Hafenanbindung errichtete das Unternehmen im vergangenen Jahr im Industriehafen Nord seinen zweiten Standort in Papenburg. Hier verfügt Lammering über einen direkten Zugang zum Hafen. Damit können Stahllieferungen beispielsweise aus Nordspanien nahezu direkt auf dem Firmenareal angelandet, gelagert und für den Stahl- und Anlagenbau in verschiedenen Längen weiterverarbeitet werden.

Getrennt sind Hafenkante und Unternehmensfläche von einem 15 Meter breiten Streifen, der im Besitz der Stadt verbleibt. Die Kaianlage ist ebenso schon angelegt wie eine U-förmige Straße, die auch anderen Firmen den Zugang zum Hafen ermöglicht.

Apropos andere Firmen: Gibt es bereits ein Ansiedlungsinteresse weiterer Unternehmer? Papenburgs Wirtschaftsförderin Sabrina Wendt hält sich dazu mit Verweis auf noch laufende Gespräche bedeckt. Gleichwohl spricht sie auf Anfrage unserer Redaktion von „sehr konkreten“ Absichten und Interessensbekundungen, die über das hinausgehen, was der Industriehafen Nord auch nach der Erweiterung an Platz bieten wird. Diese müsse nach ihren Worten aber zunächst komplett abgeschlossen sein, um interessierten Unternehmen verlässliche Aussagen machen zu können. Beim offiziellen Auftakt der Arbeiten Anfang Februar sprach Bürgermeisterin Vanessa Gattung (SPD) davon, dass etwa 200 Arbeitsplätze auf dem Areal nördlich der Soda-Brücke an der Grenze zu Ostfriesland geschaffen werden könnten.

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