Helsinki  32 km/h zu schnell: Deshalb muss ein Finne jetzt 121.000 Euro Strafe zahlen

Kim Patrick von Harling
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Von Kim Patrick von Harling
| 08.06.2023 13:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Autofahrt wurde für den Finnen Anders Wiklöf ein teures Vergnügen. Foto: imago images/Jochen Tack
Eine Autofahrt wurde für den Finnen Anders Wiklöf ein teures Vergnügen. Foto: imago images/Jochen Tack
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Die Fahrt hatte es auf viele Weisen in sich: Ein Finne muss, nachdem er 32 km/h über dem Tempolimit gefahren war, satte 121.000 Euro bezahlen. Die Geschichte dahinter.

Regen Sie sich zufällig über einen aktuellen Bußgeldbescheid auf, weil Sie zu schnell mit dem Auto unterwegs gewesen waren? Dann habe ich einen Tipp für Sie: Denken Sie einfach an einen Leidensgenossen in Finnland, der ebenfalls zu schnell gefahren ist. Dieser muss nämlich satte 121.000 Euro an den Staat zahlen, weil er das vorgegebene Tempolimit um 32 km/h überschritten hatte. Diese Summe dürfte deutlich höher als Ihr Bußgeld sein.

Ein solcher Betrag scheint bei einem Verkehrsvergehen zunächst utopisch. Hierzulande zahlen Raser, die außerorts 32 km/h zu schnell unterwegs waren, 228,50 Euro. Innerorts beläuft sich das Bußgeld auf 288,50 Euro. In Finnland herrscht jedoch ein anderes System in Sachen Bußgeld. Überschreitet man dort das Tempolimit um „nur“ 20 km/h, gilt ein allgemeiner Strafenkatalog. Ab 21 km/h drüber wird die Höhe des Bußgeldes in Tagessätzen auf Basis des Einkommens berechnet.

Und hier kommt der Finne mit der 121.000 Euro-Strafe ins Spiel. Anders Wiklöf ist schlichtweg Millionär und gilt laut der finnischen Zeitung „Nya Åland“ als einer der reichsten Finnen überhaupt. 50 km/h waren vor Ort erlaubt, er wurde mit 82 km/h erwischt. „Ich bedauere die Angelegenheit sehr“, sagte er im Gespräch mit der „Nya Åland“. Die 121.000 Euro sollten, wenn es nach Wiklöf geht, in die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen des Landes fließen.

Apropos Geld, das fließt: Wiklöf ist kein Unbekannter im Straßenverkehr. Im Jahr 2013 zahlte er dem Staat wegen Rasens 95.000 Euro, fünf Jahre später wurde er erneut erwischt: 63.680 Euro. Im aktuellen Fall muss Wiklöf zusätzlich noch seinen Führerschein für zehn Tage abgeben.

Übrigens: Strafen, die sich am Einkommen orientieren, gibt es auch in der Schweiz. In Deutschland liegt die höchste Strafe, die man beim Rasen zahlen muss, gerade einmal bei 843,50 Euro. Diese tritt ein, wenn man innerorts das Tempolimit um mindestens 70 km/h überschritten hat.

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