Ankara Altkanzler Schröder nahm offenbar an Vereidigungsfeier von Erdogan teil
In Deutschland ist Gerhard Schröder politisch weitestgehend isoliert. Doch der ehemalige Bundeskanzler pflegt noch einige gute Kontakte ins Ausland – anscheinend auch in die Türkei.
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim offenbar an der Vereidigungsfeier des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan teilgenommen. Grund für die Annahme ist ein Foto, das Schröders Frau bei Instagram unter dem Titel „Herzliche Grüße aus Ankara“ postete.
Dazu schrieb die 53-Jährige weiter: „Das erste Mal meine Geburtstagsfeier in der Türkei und dann auch noch aus diesem besonderen Anlass.“ Das dazugehörige Bild zeigt das Paar mutmaßlich im türkischen Präsidentenpalast, wo Erdogan am vergangenen Samstag seine Wiederwahl feierte.
Offiziell vertreten wurde Deutschland bei der Zeremonie durch den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Demnach dürfte Schröders Anwesenheit eher persönliche denn diplomatische Gründe gehabt haben. Zu den weiteren Gästen gehörten unter anderem der ungarische Regierungschef Viktor Orbán und der Staatschef Aserbaidschans, Ilham Alijew.
Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland äußerte sich FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu Schröders mutmaßlicher Teilnahme an der Vereidigungsfeier in Ankara. „Das Verhalten von Herrn Schröder kann man nur noch als bizarr beschreiben. Er macht es vermutlich, um uns, nach dem Büroverlust, den Mittelfinger zu zeigen. Wir sollten es kühl lächelnd ignorieren.“
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Zuvor hatte bereits SPD-Chefin Saskia Esken zur Causa Schröder Stellung bezogen. „Ich kann in Gerhard Schröder den Altkanzler und ehemaligen Parteivorsitzenden nicht mehr erkennen. Ich sehe ihn als einen Geschäftsmann, der seine Geschäftsinteressen verfolgt“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
Zuletzt hatten der Altkanzler und seine Ehefrau für Aufsehen gesorgt, nachdem sie einen Empfang in der russischen Botschaft in Berlin anlässlich des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland besucht hatten. Zu den weiteren Gästen gehörten AfD-Chef Tino Chrupalla, Linken-Politiker Klaus Ernst und der ehemalige SED-Politiker Egon Krenz. Die Teilnahme hatte Soyeon Schröder-Kim letztendlich ihren Job bei einer Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen gekostet.