Osnabrück War die Abschiedsfeier für Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode zu pompös?
Ein großer Gottesdienst mit viel Prominenz, Würdigungen, Lob und Dank: Ist es richtig, dass der emeritierte Bischof Franz-Josef Bode am Sonntag so verabschiedet wurde?
Feierlich und ehrenvoll verabschiedeten die Gläubigen im Bistum Osnabrück am Sonntag ihren Bischof Franz-Josef Bode. Das kann man kritisch sehen. Der Betroffenenrat Nord hatte zuvor laut NDR explizit abgesagt. Große Worte, viel Weihrauch: War der Gottesdienst für den nun ehemaligen Diözesanbischof Bode zu pompös?
Nein, das war er nicht. Am treffendsten formulierte es Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter: Bode habe es nicht verdient, nur auf Fehler reduziert zu werden. Auch wenn man darüber streiten kann, was man als Fehler und was als Absicht in Bodes fast 30-jähriger Amtszeit bezeichnen sollte – mit ihrer Aussage hat die Oberbürgermeisterin Recht. Ja, Bode wurde geehrt, der problematische Umgang des Bischofs mit sexualisierter Gewalt war aber ebenso ein zentraler Baustein dieses großen Gottesdienstes. Mit einer Geste, einem Schuldeingeständnis begann Bode die Messe. Er bat in seiner Predigt um Vergebung und erklärte selbstkritisch, er habe nur schrittweise gelernt, was Verantwortung wirklich bedeute. Im Gegensatz zu anderen, die schweigen oder sich gleich ganz verbarrikadieren, lässt dieser Kirchenmann den Diskurs zu. Und, so möchte man hinzufügen, ein katholischer Sonntagsgottesdienst, zumal mit so vielen (Erz-)Bischöfen, ist nun mal groß und feierlich. Diese Ästhetik gehört zum Katholizismus.
Verständlich allerdings auch, dass ein Betroffenenrat in einer solchen Veranstaltung nicht unbedingt den Eindruck erwecken will, alles sei vergeben und vergessen. Denn immer noch leiden Menschen unter Entscheidungen, die dieser Bischof getroffen hat.
Das Kapitel Bischof Bode ist mit dem Gottesdienst nicht abgeschlossen. Die Uni Osnabrück arbeitet weiterhin den Umgang mit Missbrauch auch während seiner Amtszeit auf. Wenn ein zweiter Teil der entsprechenden Studie veröffentlicht wird, wird auch Bode wieder in den Fokus rücken. Dann steuert voraussichtlich ein neuer Bischof die Kirche in Osnabrück. Trotz aller berechtigten Kritik am emeritierten Bischof wird er sich an Bode messen lassen müssen.