Osnabrück Das verdienen Journalisten bei ARD und ZDF
Die öffentlich-rechtlichen Sender sind die finanziell am besten ausgestatteten Medien in Deutschland. Die Redakteure der ARD und des ZDF verdienen entsprechend gut – oder etwa nicht? Ein Gehaltscheck.
18,36 Euro – so viel muss derzeit jeder Haushalt in Deutschland monatlich an Rundfunkgebühren zahlen. Mit diesem Betrag wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande finanziert – also das Fernseh- und Radioangebot von ARD, ZDF, Deutschlandradio sowie der Landesmedienanstalten.
Aus dem Rundfunkbeitrag werden unter anderem die Gehälter der festen und die Honorare der freien Mitarbeitenden der öffentlich-rechtlichen Medien sowie die Kosten für das gesamte Angebot bezahlt – von den Auslandsstudios bis zur Mediathek sowie zwölf Orchester, acht Chöre und vier Bigbands. Denn bei fast allen ARD-Anstalten sind in unterschiedlich ausgeprägter Form Orchester, Chöre oder Big Bands angesiedelt.
Wie viel genau die festangestellten Mitarbeiter der ARD und der Landesmedienanstalten verdienen, ergibt sich dabei aus Tarifverträgen, die die Rundfunkanstalten mit den Gewerkschaften für eine bestimmte Laufzeit vereinbaren. In der Höhe orientieren sich diese an den Tarifvertragsabschlüssen des Öffentlichen Dienstes der Länder.
Das Grundgehalt der festangestellten Mitarbeiter ist in einer Vergütungstabelle geregelt, die in Gruppen eingeteilt ist, innerhalb derer der Verdienst in verschiedenen Stufen ansteigt. In welcher Vergütungsgruppe und -stufe Beschäftigte eingestellt werden, ist wiederum abhängig von der ausgeübten Tätigkeit und davon, wie anspruchsvoll, komplex und verantwortungsvoll die jeweiligen Aufgaben sind. Außerdem spielt die Berufserfahrung eine entscheidende Rolle.
Auch die festangestellten Redakteure der Landesrundfunkanstalten der ARD finden sich hier wieder. Laut ARD verdienen sie monatlich zwischen 3.910 Euro (niedrigste Gruppe und Stufe) bis 11.122 Euro (höchste Gruppe und Stufe).
Den Angaben zufolge dauert es durchschnittlich bis zu 20 Jahre, bis ein Mitarbeiter die letzte Stufe einer Berufsgruppe erreicht. Das sei auch der Grund, weshalb die Spannweite der Vergütung in den einzelnen Berufsgruppen relativ groß erscheine, weil da die berufliche Entwicklung eines ganzen Arbeitslebens abgebildet werde, heißt es auf der Webseite der ARD.
Darüber hinaus bekommen festangestellte Mitarbeiter von ihrem Sender verschiedene Zulagen: Der NDR beispielsweise zahlt seinen Festangestellten zwölf Monatsgehälter und unter anderem Urlaubsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 1.001 und 1.252 Euro im Jahr. Mitarbeiter mit Kindern wird pro Kind zudem ein Familienzuschlag in Höhe von rund 1.505 Euro jährlich gezahlt.
Beim ZDF wiederum reicht die Gehaltsspanne der festen Mitarbeiter – zu denen unter anderem auch manche Redakteure gehören – von monatlich 2454,33 Euro in der untersten Vergütungsgruppe bis zu 10.358,28 Euro in der höchsten Vergütungsgruppe 11.
Zum Vergleich: Im privaten Rundfunk fallen die Verdienste festangestellter Journalisten in der Regel etwas niedriger aus. Hier gibt es ebenfalls einen Tarifvertrag zwischen dem Deutschen Journalistenverband (DJV) und der Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten. Medien, die sich an diesem Vertrag orientieren, zahlen Beschäftigten ein Grundgehalt zwischen monatlich 2.621 Euro in der untersten Vergütungsgruppe und bis zu 5.473 Euro in der höchsten Tarifgruppe 7.
Allerdings: Ein Großteil der Gesichter und Stimmen, die in Fernsehen und Radio zu sehen und zu hören sind, gehört freien Mitarbeitern. Die sogenannten „Festen Freien“ sind im Journalismus häufig anzutreffen: Sie sind nicht fest bei ihrem Medium angestellt, sondern formal selbstständig, bearbeiten aber regelmäßig und häufig Aufträge für denselben Arbeitgeber. Ihr Verdienst unterscheidet sich entsprechend von dem der Festangestellten.