Mobilität im ländlichen Raum Ortsrat Ihren wünscht sich Mitfahrerbank
Wer von Ihren nach Rhauderfehn möchte und kein Auto hat, braucht meist Geduld. Deshalb möchte der Ortsrat nun eine Idee verfolgen.
Ihren - Wie könnte Mobilität in Ihren aussehen? Wäre eine Mitfahrerbank eine Lösung? Darum ging es im Ortsrat Ihren während der letzten Sitzung. „Eine Mitfahrerbank ist nichts anderes, als dass irgendwo eine Bank steht, auf der man sich hinsetzen kann und darauf wartet, dass irgendeiner vorbeifährt und ihn oder sie mitnimmt“, erklärte Ihrens Ortsbürgermeister Heinz Wiemers.
„Ich halte die Grundidee für gut, dass man so etwas macht und anbietet. Sinnvoll ist, so etwas auch in Ihren umzusetzen“, so Wiemers. Bei seiner Recherche, die sich mit den Busverbindungen von und nach Leer und Papenburg beschäftigte, stellte sich heraus, dass eine Mitfahrerbank in diese Richtungen unnötig ist. „Die Busverbindungen für Ihren nach Papenburg und Leer sind sehr gut. Der Bus fährt nahezu jede Stunde. Hierfür macht eine an der Hauptstraße aufgestellte Mitfahrerbank keinen Sinn“, so Wiemers. „Eine Verbindung nach Rhauderfehn gibt es zwar auch. Die ist aber überproportional spärlich“, betonte der Ortsbürgermeister in gleichem Atemzug.
Mit Mundpropaganda zum Erfolg
„Es gibt einen Antrag unserer Gruppe an die Verwaltung der Gemeinde, was die Mobilität in Westoverledingen insgesamt betrifft. Da bin ich der Meinung, wir sollten den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mehr fördern, damit jeder mehr Möglichkeiten hat, von A nach B zu kommen. Der ÖPNV müsste mehr ausgebaut werden und hierfür ein Konzept erstellt werden“, forderte Angelika Kremers (MOIN). „Ich gebe Frau Kremers vollkommen recht. Wir müssen den ÖPNV stärker fördern. Wir wissen aber auch, wie lange bestimmte Sachen dauern, bis sie umgesetzt werden“, entgegnete der Ortsbürgermeister, der zumindest eine Diskussionsgrundlage für dieses Thema im Ortsrat schaffen wollte.
Seniorenbeirat wurde sich nicht einig
„Ich weiß, dass sich der Seniorenbeirat der Gemeinde Westoverledingen sich schon einmal mit diesem Thema beschäftigt hat, aber nicht viele Befürworter gefunden hat, weil immer eine Hälfte dafür und die andere dagegen ist. Das bringt uns nicht weiter“, betonte Wiemers.
Für den Ortsbürgermeister müsste nach eigenen Angaben das Projekt Mitfahrbank ein, zwei, drei Jahre laufen, ehe man ein Fazit ziehen könne. „Hauptansprechpartner für eine Mitfahrerbank sind aus meiner Sicht Senioren. Daher ist Mundpropaganda in der Bevölkerung, dass es so etwas gibt, auch sehr wichtig“, betonte Jörg-Dieter Helmers (CDU). „Das kostet ja auch keine Unsummen. Und eine Bank ist nicht weg“, zählte sich Peter Körte (SPD) gleichfalls zu den Befürwortern einer Mitfahrerbank. Jörg-Dieter Helmers brachte diesbezüglich Förderprogramme ins Spiel (Leader-Förderung). „Die Bank sollte direkt auffallen, damit man sie nicht zu suchen braucht“, sagte Angelika Kremers. „Die Bank muss gut erreichbar sein, aber so, dass der Straßenverkehr nicht gestört wird und man sicher einsteigen kann“, ergänzte Helmers. Die Ortschaft Ihren könnte nach seiner Ansicht eine Modellregion für dieses Projekt sein. „Wir wollen uns weiterhin mit diesem Thema beschäftigen und weitere Informationen sammeln“, erklärte Ortsbürgermeister Wiemers abschließend.