Pfarrer Becker verlässt Barßel Anil Bandi wird Pfarrverwalter von St. Ansgar
Das Offizialat in Vechta hat sich geäußert, wie es nach dem Weggang von Pfarrer Becker aus Barßel in der Kirchengemeinde St. Ansgar weitergeht. Anil Bandi, der zweite Geistliche, wird Pfarrverwalter.
Barßel - Nach fast 14 Jahren seelsorgerischen Wirkens in Barßel verlässt Pfarrer Ludger Becker Ende Juni die katholische Kirchengemeinde St. Ansgar, zu der die Seelsorgebezirke Ss. Cosmas und Damian Barßel, St. Marien Harkebrügge und St. Elisabeth in Elisabethfehn gehören. Der 57-Jährige wechselt an den Jadebusen zur Kirchengemeinde St. Bonifatius in Varel. 2009 trat Becker die Pfarrstelle in Barßel an. Zuvor war er Kaplan in der St.-Pankratius-Gemeinde in Emsdetten gewesen. Seit 2021 bekleidet er zudem das Amt das Dechant im Dekanatsbezirk Friesoythe.
Das Bischöflich Münstersche Offizialat in Vechta hat über seine Nachfolge noch nicht entschieden. Für die Vakanzzeit hat das Offizialat den zweiten Barßeler Pfarrer, Anil Bandi, ab 1. Juli zum Pfarrverwalter der katholischen Kirchengemeinde St. Ansgar ernannt. Das bestätigte Barßels Pfarrer Ludger Becker auf Nachfrage.
Bandi nimmt die neue Aufgabe gerne wahr
Ein Pfarrverwalter, auch Pfarrverweser, wird nach katholischem Kirchenrecht bei länger andauernder oder endgültiger Abwesenheit des Pfarrers vom Bischof eingesetzt. Dieser vertritt den Pfarrer dann in allen Pflichten und ist im Besitz derselben Rechte. Anil Bandi blickt voller Zufriedenheit auf sein bisheriges priesterliches Leben und zehn Jahre seelsorgerisches Wirken in Barßel zurück. „Ich fühle mich hier sehr wohl und freue mich, dass ich in der Gemeinde arbeiten darf. Die Menschen sind sehr nett und freundlich zu mir“, sagt der 41-Jährige. Überall werde er freundlich aufgenommen. Platt spricht er auch schon ein wenig. „Moin, oder ,Wi geiht di dat?‘“, sei alltäglich geworden.
„Die Aufgabe als Pfarrverwalter in Barßel habe ich gerne übernommen und bin mir der Verantwortung bewusst. Da ich schon zehn Jahre mit Pfarrer Becker zusammenarbeite, fällt es mir etwas leichter, die Aufgaben zu übernehmen“, sagt Bandi.
Pfarrverwalter stammt aus Indien
Sobald der neue Pfarrer für Barßel feststeht, endet sein Amt als Pfarrverwalter. Gern erzählt der gebürtige Inder seine Vita und warum er Priester geworden sei. „Ich bin in Machilipatnam geboren und habe noch zwei Schwestern und einen Bruder. Nach der Grundschulzeit bin ich dem Priesterseminar beigetreten und habe das Gymnasium besucht. Nach dem Abitur im Jahr 2000 schloss sich ein Masterstudium in Journalismus an“, berichtet Bandi. Sein Geburtsort ist die Hauptstadt des Distrikts Krishna im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Die Stadt hat 170.000 Einwohner und liegt 355 Kilometer nördlich von Chennai an der Küste des Golfs von Bengalen.
In Pune studierte Anil Bandi Philosophie und Theologie. Nach Abschluss der priesterlichen Studien sei er 2007 zum Diakon und ein Jahr später zum Priester geweiht worden. Die Hobbys des künftigen Barßeler Pfarrverwalters sind Tischtennis spielen, Musik hören und spazieren gehen.
Fest im Pfarrgarten zum Abschied
Der scheidende Pfarrer Becker wandte sich über die Sozialen Netzwerke an seine Gemeinde. Er schildert dort, wie seine Abschiedsfeier vonstatten gehen wird. Die findet am Freitag, 30. Juni, im Pfarrheim statt. Dort beginnt um 15 Uhr eine Andacht. Im Anschluss gibt es Kaffee, Tee und Kuchen. Der Abschiedsgottesdienst in der Kirche Ss. Cosmas und Damian ist am selben Tag. Die Messe beginnt um 18 Uhr. Anschließend gibt es ein Abschiedsfest im Pfarrgarten. Dazu seien alle herzlich eingeladen, teilt Becker mit. Um seinem Wunsch Nachdruck zu verleihen, schreibt er dabei das Wort „alle“ groß.
Mit dem 30. Juni werde er von der Pfarrstelle St. Ansgar entpflichtet. Ab 1. Juli befinde er sich in Exerzitien und gehe in den Urlaub, so der scheidende Pfarrer. Taufen, Beerdigungen, Trauungen und Jubiläen werde er dann nicht mehr begleiten. „Wem soll ich zusagen, wem absagen? Das wird nur zu Enttäuschungen führen. Ich bitte um Verständnis“, sagt er auf seinem Facebook-Auftritt.
Täglich Post aus der Schatzkiste
Was Abschiedsgeschenke betrifft, bittet der Barßeler Seelsorger „eindringlich darum, auf Blumen, Kerzen, Flaschen, Präsentkörbe und Ähnliches zu verzichten“.
Er freue sich über einen persönlichen Brief oder eine Karte. Die gesamte Post komme in eine Schatzkiste. Er werde dann täglich abends und morgens einen Brief oder eine Karte lesen und im Gebet vor Gott bringen. Wer wolle, könne eine Spende beilegen. Dieses Geld werde er „ausschließlich für kirchliche und soziale Projekte verwenden, die ich privat unterstütze“ kündigt Becker an.
Berührende Begegnungen zum Abschied
Pfarrer Ludger Becker verlässt Barßel
Ludger Becker verlässt Barßel und viele verabschieden ihn
Pfarrer Anil Bandi verlässt Barßel