Das Saterland trauert  Pfarrer August Vornhusen im Alter von 97 Jahren gestorben

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 30.05.2023 18:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
August Vornhusen ist am Pfingstsonntag im Alter von 97 Jahren gestorben. Foto: Passmann
August Vornhusen ist am Pfingstsonntag im Alter von 97 Jahren gestorben. Foto: Passmann
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Der Geistliche hatte zuletzt im St. Michaelstift in Bollingen gelebt. Er hatte in seinem Leben mehrere Auszeichnungen erhalten. Ein Nachruf.

Bollingen - Der Saterländer Domkapitular Pfarrer em. August Vornhusen lebt nicht mehr. Er verstarb am Pfingstsonntag im Alter von 97 Jahren. Den Tod bestätigte die Pfarrgemeinde St. Jakobus Saterland. Der verstorbene Geistliche verbrachte seinen Lebensabend in den vergangenen Jahren im St. Michaelstift in Bollingen.

Pfarrer Vornhusen gehört dem „Schönstatt-Kreuze-Orden“ an. Die Hinwendung zur Kirche wurde August Vornhusen gewissermaßen in die Wiege gelegt. Er stammt aus einer religiös geprägten Familie im katholischen Vechta. Vornhusen war das zweitälteste von sieben Kindern: Nach sechs Söhnen bekamen seine Eltern eine Tochter. Zum Priester geweiht wurde er durch Bischof Michael Keller dort in der Lambertikirche in Münster und nicht, wie es üblich war, im Dom: Der war 1950 noch eine Kriegsruine.

Nie bereut, Priester gewesen zu sein

August Vornhusen blickte Zeit Lebens mit Freude und Zufriedenheit auf sein Leben als katholischer Geistlicher zurück. Er habe nie bereut, den Beruf des Priesters ergriffen zu haben. Eine besondere Beziehung hatte Vornhusen zur Kapelle in Bokelesch, war er doch der letzte Ritter des Malteserordens im Offizialatsbezirk Oldenburg. Sein Orden blickt auf eine gemeinsame Geschichte mit dem evangelischen Johanniterorden zurück. Die Johanniterkapelle von Bokelesch wiederum ist das letzte steinerne Zeugnis, das vom Wirken des Johanniterordens im Friesischen kündet.

In dieser Kirche predigte Vornhusen schon vor rund 70 Jahren. In diesem dem Antonius geweihten Kirchlein zelebrierte der Geistliche zweimal wöchentlich die Messe. Diesen Dienst versah er auch im St. Michaelsstift. Es freute den letzten Ordensritter der Region, dass die Gottesdienste, die über Jahrhunderte in Bokelesch gefeiert wurden, auf diese Weise Kontinuität erfuhren.

Vornhusen erhielt das Bundesverdienstkreuz

An den übrigen Wochentagen hielt Vornhusen die Andacht in der Hauskapelle seines Seniorenwohnheims St. Michael in Bollingen. 2003 Pfarrer erhielt August Vornhusen das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Pfarrer Vornhusen erhielt diese Auszeichnung für seine 35-jährige Arbeit in vielen sozialen Bereichen.

Bischof Dr. Felix Genn ernannte den verstorbenen Priester vor drei Jahren aufgrund seiner besonderen Verdienste in der Diözese zum Ehrendomkapitular der hohen Domkirche zu Münster und gehörte damit zum 20-köpfigen Beratergremium des Bischofs. Den Termin für die feierliche Beisetzung wird die Kirchengemeinde St. Jakobus rechtzeitig mitteilen.

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