Kritik an Beweidungsprojekt  Heckrinder mit Drohnen beobachtet – Nabu warnt

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 29.05.2023 13:25 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Weidende Heckrinder in Leer: Dieser Anblick soll nach Vorstellung des Landkreises bald der Vergangenheit angehören. Das Weideprojekt des Nabu soll zum Jahresende beendet werden. Foto: Gettkowski
Weidende Heckrinder in Leer: Dieser Anblick soll nach Vorstellung des Landkreises bald der Vergangenheit angehören. Das Weideprojekt des Nabu soll zum Jahresende beendet werden. Foto: Gettkowski
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Der Nabu Niedersachsen warnt davor, die Heckrinder im Landkreis Leer mit Drohnen zu beobachten. Außerdem wehrt er sich gegen die derzeitige Kritik.

Leer/Rheiderland/Hannover - Der Nabu Niedersachsen sieht sich mit massiver Kritik an seinen Beweidungsprojekten in Coldam und Thedingaer Vorwerk konfrontiert. Laut einer Pressemitteilung hätten Unbekannte in der Nacht zum 24. Mai illegal Silage- und Heuballen vor der NABU-Landesgeschäftsstelle platziert. Außerdem habe es Drohnenflüge ohne Erlaubnis des Eigentümers, des Tierhalters oder der Unteren Naturschutzbehörde über den Weidefläche im Landkreis Leer gegeben. „Sogar ein dortiges Weidetor ist in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai aufgebrochen worden. Es wird diesbezüglich vom NABU Niedersachsen Anzeige erstattet“, teilt der Nabu mit. Gerade die Drohnenflüge seien gefährlich, da die Tiere in Aufregung und Stress versetzt werden könnten, warnt der Nabu. Sollten die Tiere die Weideflächen aufgrund von Panik verlassen, könnten auch Menschen im Straßenverkehr zu Schaden kommen.

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Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann ruft in der Mitteilung dringend zur Versachlichung auf und bittet alle darum, nun Vernunft walten zu lassen: „Ich bin davon überzeugt, dass niemand will, dass nun durch diese emotional gesteuerten Reaktionen von außen weiteres Leiden geschieht. Anders als in den Medien zum Teil suggeriert, geht es den Tieren auf den Flächen nach wie vor gut. Die Flächen sind weder für die Tiere zu nass, noch ist zu wenig Futter oder Wasser vorhanden“, wird Buschmann zitiert. „Ich kann sehr gut verstehen, dass Emotionen hochkommen, bei den Bildern, die gezeigt wurden. Dies geht auch mir so und leidende Tiere zu sehen, ist äußerst schmerzlich. Allerdings haben die Mitarbeitenden und der Veterinär vor Ort mein vollstes Vertrauen, dass sie ihr Möglichstes getan haben, um zwischen dem schnellen Erlösen und der Hoffnung auf Rehabilitation abzuwägen.“ In der Mitteilung kritisiert der Nabu auch die Berichterstattung.

Der Landkreis Leer hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Haltung von Heckrindern des Nabu im Landkreis Leer solle beendet werden. Der Landkreis zog damit die Reißleine, nachdem sich auf der Weide Thedingaer Vorwerk in Nüttermoor vor kurzem zwei Heckrind-Kälber so schwer verletzten, dass sie von einem Tierarzt eingeschläfert werden mussten. Generell sei bei der Beweidung der Flächen massive Probleme aufgetreten, die nach Einschätzung des Landkreises ganz klar der Nabu zu verantworten habe. Das Veterinäramt stellte dem Verband eine niederschmetternde Beurteilung der Zustände aus: „Das Betreuungsmanagement war zuletzt mangelhaft.“ Bei mehreren Tieren wurde laut Landkreis eine Mangelernährung festgestellt. „Einige Heckrinder hatten nicht die erforderlichen Ohrmarken und die nach dem Tierseuchengesetz vorgeschriebenen Blutuntersuchungen sind bislang nicht erfolgt. Bei der Beschaffenheit der Flächen und beim Entmisten traten Schwierigkeiten auf“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.