Hamburg  Türkei: Deutsche Beobachter sehen bislang ruhige Stichwahl

Tim Prahle
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Von Tim Prahle
| 28.05.2023 17:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Frank Schwabe ist als Wahlbeobachter derzeit in Ankara unterwegs. Foto: Adem Altan/AFP
Frank Schwabe ist als Wahlbeobachter derzeit in Ankara unterwegs. Foto: Adem Altan/AFP
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Auch die Stichwahl um das türkische Präsidentenamt wird von deutschen Wahlbeobachtern begleitet. Bislang soll es weit entspannter sein, als noch vor zwei Wochen.

Deutsche Beobachter sehen bislang eine ruhige Stichwahl in der Türkei. „Es ist insgesamt schon entspannter als vor zwei Wochen”, sagte Frank Schwabe (SPD) am Nachmittag vor Schließung der Wahllokale unserer Redaktion. Schwabe leitet die Wahlbeobachtungsmission des Europarates und ist mit drei weiteren Bundestagsabgeordneten in der Türkei.

Dass es bislang so viel ruhiger ist, liegt seiner Beobachtung nach vor allem an der unkomplizierten Wahl. „Vor zwei Wochen waren einzelne Wähler mehrere Minuten in der Kabine”, erinnert er sich. Denn gerade die Stimmzettel für das türkische Parlament waren kompliziert. Das sorgte für lange Schlangen und vereinzelt Unruhe.

Jetzt ist die einzige Entscheidung, die die Türken treffen müssen: Recep Tayyip Erdogan oder Kemal Kilicdaroglu. Einer von beiden wird das Land am Bosporus in den kommenden Jahren als Präsident führen.

Die mediale Präsenz, auch durch Wahlplakate, sei weiterhin deutlich unausgewogen zugunsten des bisherigen Machthabers Erdogan, kritisiert Schwabe. „So stellt man es sich bei einer demokratischen Wahl natürlich nicht vor.”

Im Zentrum von Ankara wohnen Schwabe und seine Kollegen in diesen Stunden vor allem der Auszählung der Stimmen von im Ausland lebenden Türken bei. Vor zwei Wochen hatten etwa die Hälfte der wahlberechtigten Türken in Deutschland an der Wahl teilgenommen. Das Votum fiel dabei deutlich für Erdogan aus. 57 Prozent der Stimmen soll der 69-Jährige nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur bekommen haben.

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