Kolumne „Für die Ehre“  Aktiv werden ist angesagt

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 27.05.2023 11:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Trotz mehr Mitgliedern kann es am Ort bei Einsätzen an Kräften fehlen. Warum das so ist, erklärt unser Kolumnist.

Die Mitgliederzahlen der Feuerwehen steigen und das ist sehr erfreulich, doch nun werden immer mehr Feuerwehren laut und teilen offen mit, dass es ihnen an Einsatzkräften fehle. Eine Rechnung, die nicht aufgehen kann? Doch! Es fehlt bei einigen Feuerwehren ganz klar an Mitgliedern, die zu bestimmten Tageszeiten nicht am Ort sind und somit die Löschfahrzeuge nicht besetzen können. Es ist nicht mehr wie früher, dass der größte Teil der Mitglieder einer Feuerwehr vor Ort beruflich tätig ist und ihren Arbeitsplatz sofort verlassen kann.

Zur Person

Manuel Goldenstein (42), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Wir sind zwar in unserer Region gut aufgestellt, was den Brandschutz angeht, weil wir ausreichend Feuerwehren haben, die in ihrer Nachbarschaft im Fall der Fälle unterstützen können. Viele Konzepte des Brandschutzes sehen es vor, dass über den Tag immer ein zwei Feuerwehren mehr alarmiert werden, um eine ausreichende Anzahl von Einsatzkräften vor Ort zu haben. Dieses Konzept geht auch gut auf, führt aber manchmal dazu, dass es Menschen gibt, die sich manchmal über die Vielzahl der Einsatzfahrzeuge beschweren.

„Erst denken, dann reden!“ sagte mein Opa schon immer. Manchmal ist die hohe Anzahl von Löschfahrzeugen eine dankbare Sache, besonders dann, wenn bestimmte Materialien bereits an der Einsatzstelle vor Ort sind, die sonst hätten nachalarmiert werden müssen. So hat alles ein für und wider. Ich denke wir sollten alle dankbar sein, dass es so gehen kann. Wer aber noch jemanden kennt, der jemanden kennt: Wir sind immer dankbar um jedes neue Mitglied in der Feuerwehr. Wir können uns schließlich nicht dauerhaft darauf verlassen, dass es ausreicht, eine Feuerwehr mehr zu alarmieren. Es zeigt sich aber auch bei klaren Aufrufen, dass sich immer noch Frauen und Männer finden, die Lust auf den ehrenamtlichen Einsatzdienst haben. Zu warten, dass sich etwas ändert, weil man immer noch dieselbe Spur fährt wie vor 50 Jahren, ist falsch. Aktiv werden in den eigenen Reihen ist angesagt.

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Kontakt: kolumne@zgo.de