Hamburg  „Öko-Test“ weist krebserregende Stoffe in Mineralwasser nach

Maria Lentz
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Von Maria Lentz
| 26.05.2023 10:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mineralwasser sieht rein aus, enthält manchmal aber krebserregende Stoffe, wie „Öko-Test“ festgestellt hat. Foto: Imago Images/MiS
Mineralwasser sieht rein aus, enthält manchmal aber krebserregende Stoffe, wie „Öko-Test“ festgestellt hat. Foto: Imago Images/MiS
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Kann an Wasser etwas schlecht sein? Ja, sagt „Öko-Test“. Das Verbrauchermagazin hat 50 verschiedene Mineralwässer getestet. Knapp die Hälfte von ihnen bekommt die Note „sehr gut“, doch andere fallen durch. Ein Grund: Sie enthalten krebserregende Stoffe.

Viel Wasser zu trinken ist gesund, sollte man meinen. Und grundsätzlich ist das auch richtig. Doch es kommt darauf an, welches Wasser wir trinken. Denn, wie jetzt das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ herausgefunden hat, sind in einigen Mineralwassern Verunreinigungen oder gar krebserregende Stoffe enthalten.

50 Medium-Mineralwässer aus verschiedenen Regionen Deutschlands hat „Öko-Test“ für seine aktuelle Juni-Ausgabe getestet. Die gute Nachricht: 24 von ihnen schneiden „sehr gut“ ab. Doch in anderen haben die Experten bei der Untersuchung im Labor Chrom, Nitrat, Bor, Süßstoffe und Abbauprodukte von Pestiziden gefunden.

Chrom gilt als krebserregend. Zwar seien gesundheitliche Beeinträchtigungen durch chrombelastetes Mineralwasser unwahrscheinlich, schreibt das Verbrauchermagazin, da es aber auch in anderen Lebensmitteln vorkommen kann, sollte es – wenn möglich – vermieden werden. Ganz nach dem Motto: Die Menge macht das Gift.

Auch Nitrat kann letztendlich Krebs bedingen. Im Körper kann es sich in Nitrit umwandeln, wodurch im Magen wiederum krebserregende Nitrosamine entstehen können. Bor hingegen ist ein Element, das zu entwicklungs- und fortpflanzungsschädigenden Effekten führen kann, erklärt „Öko-Test“.

Das vom Verbrauchermagazin beauftragte Labor konnte Chrom in fünf Mineralwässern nachweisen – in zwei davon in „erhöhter“ Konzentration. Dazu zählt auch ein Produkt, das vom Hersteller eigentlich für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ausgewiesen ist: „Berg Quellen Medium“ von Markengetränke Schwollen (49 Cent/Liter).

Von „Öko-Test“ erhält es als einziges Mineralwasser die Gesamtnote „ungenügend“ und ist damit der große Verlierer des Tests.

Die vier anderen Mineralwasser, in denen Chrom enthalten ist, sind:

Aufgrund von Nitrat kritisiert „Öko-Test“ vier getestete Mineralwasser-Marken Zu ihnen gehört erneut ein Produkt, dass vom Hersteller für die Zubereitung von Säuglingsnahrung angepriesen wird: „Oppacher Medium“ von Oppacher Mineralquellen (60 Cent/Liter). Es landet im Test auf dem vorletzten Platz und erhält die Gesamtnote „mangelhaft“.

Die drei anderen Mineralwässer, in denen Nitrat enthalten ist, sind:

Das chemische Element Bor konnte das Labor lediglich in einem Mineralwasser finden. Es handelt sich dabei um das „Basinus Bonarius Quelle Medium“ von GHL Noris (50 Cent/Liter). Es wird von „Öko-Test“ mit der Gesamtnote „befriedigend“ bewertet.

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Pestizidabbauprodukte sind laut den Laborergebnissen des Verbrauchermagazins in fünf Mineralwässern enthalten, Süßstoffe in zwei. Besonders negativ fällt hier erneut „Justus Brunnen Medium“ von Förstina-Sprudel auf: Hier sind neben dem bereits erwähnten Nitrat fünf Pestizidabbauprodukte festgestellt worden, drei von ihnen mit erhöhten Werten. Außerdem wurde ein Süßsstoff nachgewiesen.

Das teuerste Wasser im Test ist ein Bio-Wasser für 1,45 Euro: „Bio Kristall Medium“ von Neumarkter Lammsbräu. Abgesehen von seinem Preis glänzt es aber mit Top-Werten und erhält die Gesamtnote „sehr gut“.

Auch Stiftung Warentest hat Mineralwasser getestet. Lesen Sie, welches Discounter-Wasser am besten abschneidet.

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