Trauer um FDP-Politiker Ex-Bundestagsmitglied Hans-Michael Goldmann ist tot
Der FDP-Politiker und frühere Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann ist gestorben. Der Aschendorfer setzte sich jahrzehntelang für die Partei ein, musste dabei aber auch Niederlagen einstecken.
Papenburg - Familie, Angehörige, Nachbarn, Freunde und politische Weggefährten trauern um Hans-Michael Goldmann. Der frühere FDP-Politiker aus Aschendorf ist am Mittwoch nach langer schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstorben. Jahrzehntelang agierte der gebürtige Hildesheimer auf den politischen Bühnen – sowohl auf den großen, als auch auf den kleineren, stets und überall mit Herzblut und Hingabe.
Als ihn im März 2015 der damalige emsländische Landrat Reinhard Winter (CDU) für seine 25-jährige Tätigkeit als Kreistagsabgeordneter auszeichnet, würdigt er Goldmann als einen Politiker mit Leib und Seele. Der Aschendorfer könne mit Stolz auf eine eindrucksvolle politische Lebensleistung zurückblicken. Bescheinigt wurden Goldmann überdies eine ausgeprägte Verbundenheit mit der Region sowie der unbedingte Wille, Politik aktiv mitzugestalten. Entsprechend streitbar zeigte sich der Verstorbene mitunter in der politischen Auseinandersetzung auf allen Ebenen – im besten Sinne einer lebendigen Demokratie.
Der unbedingte Wille, Politik aktiv mitzugestalten
Goldmanns politische Laufbahn beginnt in den 1980er Jahren. Zuvor hatte er Veterinärmedizin studiert und sich zum Berufsschullehrer ausbilden lassen. Beruflich war der Aschendorfer als Oberstudienrat und Studiendirektor beziehungsweise Fachleiter für Ernährung an den Studienseminaren in Leer und Oldenburg tätig. In der früheren Bezirksregierung Weser-Ems arbeitete er als Fachberater für Ernährung.
Der niedersächsische FDP-Landesvorsitzende Konstantin Kuhle würdigt Goldmann in einem Nachruf als einen „engagierten und überzeugenden Mitstreiter für die liberale Sache“. Goldmann beackerte politische Themenfelder unter anderem als Ortsbürgermeister in Aschendorf, als Vorsitzender der FDP-Fraktionen im Papenburger Stadtrat, im Kreistag des Emslands sowie als Abgeordneter im Land- und Bundestag. „Seine Freude am Einsatz für Mensch und Tier und sein unerschöpflicher Tatendrang werden uns immer ein Beispiel sein“, so Kuhle.
Spitzenkandidat der FDP bei der Landtagswahl 1998
Goldmann musste politisch aber auch schwere Niederlagen einstecken. Zur Landtagswahl 1998 ging er für die FDP als Spitzenkandidat ins Rennen, mit 4,9 Prozent verpassten die Liberalen den Einzug ins Parlament allerdings knapp. Als die FDP 2013 auch auf Bundesebene an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, verlor der Aschendorfer sein Bundestagsmandat, das er seit 1998 innehatte.
Von 2005 bis 2008 war Goldmann Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. 2009 zeichnete ihn der damalige Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Hans-Michael Goldmann hinterlässt seine Ehefrau Brigitte sowie drei Kinder und sechs Enkel.