Kolumne „Für die Ehre“ Löschen muss gekonnt sein
Nicht immer kann man Feuer mit Wasser löschen, weiß unser Kolumnist. Deshalb gilt: Erstmal die Lage sondieren.
Ein Schlauch bei der Feuerwehr ist nicht gleich ein Schlauch. Es gibt verschiedene Längen und Durchmesser. Wenn es früher zum Brand eines Hauses kam, wurde viel Wasser verwendet. „So lange oben Wasser reingeben, bis es unten kalt wieder herauskommt“, war ein Spruch, den man manchmal höhnisch zu hören bekam. „Viel hilft viel“ ist aber nicht immer die Devise.
Schläuche, die viel Wasser transportieren können, können selbstverständlich einen Brand löschen, jedoch können sie mit ihrem vielen Wasser auch ordentlich Schäden erzeugen, was vermieden werden kann. Nicht mit Spatzen auf Kanonen schießen, oder so ähnlich. Es ist wie mit den Mündern der Menschen: Nimmt man den Mund zu voll oder wird laut, kann dieses eher große Schäden anrichten, als wenn man nur ein zwei Worte leise fallen lässt.
Um nun mit den kleinen Schläuchen und der damit verbundenen kleineren Menge Wasser sicher einen Brand zu löschen, muss man gezielt arbeiten. Wie mit den leisen wenigen Worten, die man ebenfalls an richtiger Stelle anbringen muss. Wenn ungezielt gearbeitet wird, kann man es auch gleich lassen.
Erstmal die Lage sondieren
Auch wenig Wasser führt dann nur zu Schäden und macht mehr kaputt, als es soll. Manchmal ist es aber so, dass man auch die großen Schläuche braucht, um ans Ziel zu kommen, da die Fläche zu groß oder zu unübersichtlich ist. Wenn man gar nicht weiß, warum es brennt oder was brennt, bleibt das Wasser auch mal in den Schläuchen, bis sich der Einsatzleiter erkundigt hat, um was es geht. Menschen, die sich ein Urteil bilden und dieses anderen Menschen mitteilen, sollten zunächst die Lage erkunden und erst dann sprechen. Es gibt nichts Schlimmeres, als Halbwahrheiten oder verbale Ausflüchte, die zu fehlerhaften Spekulationen führen. Manchmal reicht es auch, den Schlauch griffbereit liegen zu haben. Besser ist es immer, wenn er gar nicht erst zum Einsatz kommen muss.
Kontakt: kolumne@zgo.de
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