Trotz Ablehnung der Stadtverwaltung Politik will anlässlich des Stadtrechte-Jubiläums Bäume pflanzen
Der Vorschlag aus der Bürgerschaft, anlässlich des Stadtrechtejubiläums in Leer 200 Bäume zu pflanzen, hätte nach Ablehnung längst beerdigt sein können. Aber die Politik kämpft für die Aktion.
Leer - Mehrere Din-A3-Seiten hielt in der vergangenen Woche Christiane Sahli von der Stadtverwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur in die Höhe. Sie waren voll von Ideen der Leeraner, mit denen sie sich an den Feierlichkeiten zu 200 Jahren Stadtrechte beteiligen wollen. Man sei absolut begeistert über das Engagement, sagte Sahli.
Einer dieser Vorschläge beschäftigt die Politik – und auch die Stadtverwaltung – nun schon seit geraumen Wochen und wird das wohl auch noch ein bisschen länger tun. In der Stadt könnten doch anlässlich des für die Stadt so wichtigen Jahrestages könnten doch 200 Bäume gepflanzt werden, so die Idee aus der Bürgerschaft, der die Stadtverwaltung jedoch eine Absage erteilte: Es fehle schlicht an geeigneten Flächen, hieß es.
Drei Alternativvorschläge
Aus der Politik liegen mittlerweile drei Alternativvorschläge vor. Den Auftakt machte die CDU: Statt auf öffentlichen Flächen könnten Bürger von der Stadt spendierte Setzlinge in ihren privaten Gärten pflanzen. Die Begeisterung der Stadtverwaltung hielt sich weiter in Grenzen. Stadtbaurat Rainer Kleylein-Klein rechnete die Kosten vor, wenn sich ein Rathaus-Mitarbeiter mit den eingehenden Anträgen der Bürger beschäftigen müsse. So kämen immerhin 5000 bis 8000 Euro zusammen.
Die Grünen, von denen der nächste Antrag kam, setzen weiterhin auf öffentliche Flächen. Wo die 200 zu pflanzenden Bäume am besten stehen könnten, sollten die Stadtwerke ermitteln. Auch die am besten geeigneten Baumarten. Damit der städtische Haushalt nicht belastet wird, sollen Bürger, Vereine, Partei, Firmen und andere Institutionen Baumpatenschaften übernehmen, die neben der Anschaffung auch die Pflege durch die Stadtwerke für drei Jahre umfassen sollen.
Beate Stammwitz (SPD) hat nun angeregt, eine „Baum200 Leer Community“ zu gründen, die versucht, 200 Bürger zu finden die bereit sind, auf eigene Kosten einen Baum in ihren Garten zu pflanzen. Art und Größe sollten den Teilnehmenden selbst überlassen werden. Ein Pflanzfoto mit Namen und Baumart wird an die Stadt gemailt und dort veröffentlicht. Sollten wider Erwarten keine 200 Bäume erreicht werden, stocke die Stadt Leer auf. „Sollten es aber mehr als 200 werden, wäre das ein tolles Zukunftszeichen und ein Extragewinn für unsere Stadt“, so Stammwitz. Sie ist zwar Mitglied der SPD-Fraktion, hat diesen Vorschlag aber nicht im Namen der Partei abgegeben.