Hamburg Die sechs skurrilsten Musk-Momente seit seiner Twitter-Übernahme
Nach etwa einem halben Jahr als Twitter-Chef hat Elon Musk seinen Rücktritt angekündigt. In der Zeit hat der Milliardär im Zusammenhang mit der Plattform immer wieder für Aufsehen gesorgt. Ein Überblick über seine sechs merkwürdigsten Momente.
Wer regelmäßig seine Tweets verfolgt, weiß: Elon Musk ist ein Spaßvogel. Wenn er mal nicht über ernste Veränderungen an seinem für 44 Milliarden US-Dollar eingekauften Kurznachrichtendienst schreibt oder die neuesten Errungenschaften seiner weiteren Unternehmen Tesla oder SpaceX retweetet, findet man vor allem Witze und Memes auf seinem Account. Manch andere Aktionen von ihm regen jedoch weniger zum Lachen, sondern mehr zum Kopfschütteln an.
Auch in seiner Position als Twitter-Chef sorgte der zweitreichste Multimilliardär der Welt sowohl mit Witzen als auch mit Fehltritten immer wieder für Aufsehen. Die skurrilsten Momente haben wir hier zusammengefasst.
Genau genommen war es noch kurz vor seiner Übernahme als Twitter-Chef, als Elon Musk plötzlich mit einem Waschbecken im Hauptbüro des Kurznachrichtendienstes in San Francisco auftauchte. Auf Twitter postete er dazu ein Video mit dem Satz „Let that sink in!“ – zu Deutsch bedeutet das so viel wie „Lasst das auf euch wirken!“. Übersetzt man es wörtlich, heißt es auch: „Lasst das Waschbecken rein!“. Mit diesem doch eher platten Wortwitz wollte er auf witzige Weise zeigen, dass er jetzt das Twitter-Headquarter bezieht.
Der blaue Vogel ist als Twitter-Logo nicht mehr wegzudenken. Umso überraschender dürfte es für die über 200 Millionen täglichen Nutzer gewesen sein, als Anfang April plötzlich ein Hund die Website zierte. Der Online-Dienst wechselte ohne jegliche Erklärung zum Bild, das für die umstrittene Kryptowährung Dogecoin steht. Wenige Tage später war das Symbol wieder das alte – jedoch hat der kurze Wechsel den Aktienkurs der Währung zeitweise nach oben schnellen lassen.
Und auch der schwarze Twitter-Schriftzug auf der weißen Reklame am Hauptgebäude erhielt eine Veränderung: Plötzlich war das „w“ weiß – und aus „Twitter“ wurde „Titter“. Musk dazu: „Der Vermieter unseres Hauptquartiers in San Francisco sagt, dass wir gesetzlich verpflichtet sind, das Twitter-Schild beizubehalten und das ‚w‘ nicht entfernen dürfen, also haben wir es in der Hintergrundfarbe gestrichen. Problem gelöst!“ Der englische Begriff Titter steht hierbei wohl weniger für einen sexistischen Hintergrund: Er kann auch als „nervös kichern“ übersetzt werden.
Die Twitter-Übernahme von Musk und seine geplanten Veränderungen an der Plattform sorgten schnell für Unmut in Teilen der Nutzerschaft. Deshalb griff der neue Chef zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Er ließ über seinen Rücktritt abstimmen – und das ausgerechnet auf Twitter. Nach mehr als 17 Millionen Stimmen stand fest: Die Mehrheit will Musk tatsächlich nicht mehr als „Head of Twitter“ haben.
Seine Reaktion: „Ich werde als CEO zurücktreten, sobald ich jemanden finde, der blöd genug ist, den Job zu machen! Danach werde ich nur noch die Software- und Serverteams führen.“ Diese Person hat er offenbar nun gefunden, denn am 11. Mai kündigte Musk dann tatsächlich an, seinen Rücktritt zu planen und bereits eine Nachfolgerin gefunden zu haben.
Weiterlesen: Elon Musk kündigt baldigen Rücktritt als Twitter-Chef an – Nachfolgerin gefunden
Dass er sein Versprechen wirklich einhält, war nicht unbedingt abzusehen. In einem früheren Interview mit der „BBC“ machte er über seinen Rücktritt nämlich wieder Scherze: „Ich habe gesagt, dass ich einen neuen CEO bestimmen würde. Und das habe ich gemacht. Es ist mein Hund.“
Im gleichen Interview behauptete er auch, dass er wegen des hohen Arbeitspensums seinen Schlaf hin und wieder auf einer Couch im Twitter-Büro suchen würde. Unwahrscheinlich ist das nicht, schließlich soll er kurz nach seiner Übernahme mehrere Büroräume in Schlafzimmer umgewandelt haben, wie „Business Insider“ berichtete.
Auch Musk bestätigte zumindest indirekt eine Umgestaltung der Büroräume. Auf die Nachricht, dass Bauinspektoren aus San Francisco den Fall bei Twitter untersuchen würden, konterte er in Richtung der Bürgermeisterin, dass die Stadt Firmen angreife, die Betten für ihre müden Mitarbeiter bereitstellten und dass sie falsche Prioritäten setze.
Eine der ersten Amtshandlungen von Musk war es, tausende Mitarbeiter von Twitter zu entlassen. Viele erfuhren von ihrem Rauswurf über eine unpersönliche E-Mail. So sind von ursprünglich 8000 Angestellten vor seiner Übernahme jetzt noch etwa 1500 Mitarbeiter übrig. Auch die Presseabteilung des Unternehmens löste er auf.
Für die Journalisten, die trotzdem versuchen, eine Anfrage über die entsprechende E-Mail-Adresse zu schicken, hat sich Musk eine außergewöhnliche automatische Antwort überlegt: einen Kot-Emoji.
Das derzeit kontroverseste Thema im Zusammenhang mit Musk und Twitter ist wohl die Neuvergabe des blauen Verifizierungshäkchens. Für acht US-Dollar gibt es das kleine Symbol neben dem Twitter-Namen, das auch Fake-Accounts plötzlich echt aussehen lässt. So hat sich der Account @Jesus die Möglichkeit zunutze gemacht und verkauft sich seitdem als offizieller Jesus Christus auf Twitter.
Auch ein deutscher Account hat sich einen Spaß daraus gemacht und im Namen der Fruchtgetränk-Marke Punica abstruse Tweets zum endgültigen Ende der Punica-Saftproduktion abgesetzt.
Zudem kam heraus, dass einige Prominente den blauen Haken erhielten, ohne dafür bezahlt zu haben. Schauspieler Patton Oswalt und Model Chrissy Teigen wollten diesen sofort wieder loswerden, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass sie Twitter Geld geben würden. Musk behauptete später, dass er für ausgewählte Promis wie NBA-Star LeBron James und Autor Stephen King den Verifizierungshaken aus eigener Tasche bezahle.