Neckarsulm  Krankheitserreger in Lidl-Fleisch entdeckt – was Verbraucher jetzt wissen müssen

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 10.05.2023 16:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Hühnerfleisch der Lidl-Eigenmarke „Metzgerfrisch“ wurden multiresistente Keime entdeckt. Foto: imago images/mix1
In Hühnerfleisch der Lidl-Eigenmarke „Metzgerfrisch“ wurden multiresistente Keime entdeckt. Foto: imago images/mix1
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Die Ergebnisse sind alarmierend: Bei einer Untersuchung wurden in Hühnerfleisch der Lidl-Eigenmarke „Metzgerfrisch“ multiresistente Keime entdeckt. Diese können unter anderem Magen-Darm-Infekte auslösen.

Die Tierschutzorganisation Albert-Schweitzer-Stiftung hat das Hühnerfleisch der Lidl-Eigenmarke „Metzgerfrisch“ untersuchen lassen. In 71 Prozent der 51 untersuchten Proben hätten die Forscher multiresistente Keime entdeckt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Alle Produkte hatten die Haltungsform-Stufe 2, „Stallhaltung Plus“. Nur sechs Proben waren demnach unauffällig.

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In 75 Prozent der Fälle handle es sich um sogenannte E. coli-Bakterien, die unter anderem Magen-Darm-Infekte oder im schlimmsten Fall Blutvergiftungen verursachen können. Hinzu kommen andere zum Teil gefährliche Krankheitserreger wie Enterokokken, Campylobacter und Salmonellen.

Laut der Albert-Schweitzer-Stiftung liegen die Ursachen für die alarmierenden Ergebnisse in der mangelhaften Tierhaltung. „Wenn man sehr viele Tiere auf engem Raum hält, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden und auch noch überzüchtet sind, dann breiten sich Krankheiten schnell aus“, wird die Präsidentin der Tierschutzorganisation, Mahi Klosterhalfen, zitiert. Dadurch steige der Antibiotikabedarf, wodurch schrittweise antibiotikaresistente Keime entstehen würden.

Gegenüber dem Fernsehsender RTL erklärte Lidl, man halte sich an hohe Qualitätskontrollen, die „meist strenger als die gesetzlichen Vorgaben“ seien. Darüber hinaus plane der Discounter nach eigenen Angaben, „langfristig“ auf die Haltungsstufen drei und vier für Frischgeflügel zu wechseln.

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Die Albert-Schweitzer-Stiftung forderte Lidl auf, der Europäischen Masthuhn-Initiative beizutreten und seine Tierschutzstandards für die Hühnermast anzugeben.

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