Leer in Abstiegsnot  Höchste Pleite seit 20 Jahren – Germania geht in Bunde 1:8 unter

Niklas Homes und Georg Lilienthal
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Von Niklas Homes und Georg Lilienthal
| 07.05.2023 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Etwas orientierungslos wirkte die Abwehr der Leeraner (gelbe Trikots) zuweilen auch in Bunde. Archivfoto: Damm
Etwas orientierungslos wirkte die Abwehr der Leeraner (gelbe Trikots) zuweilen auch in Bunde. Archivfoto: Damm
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Die Leeraner konnten Eike Schmidt nicht stoppen. Der Bunder Torjäger erzielte vier Treffer, musste aber am Ende verletzt vom Feld. Sonst hätte es für die Gäste noch schlimmer kommen können.

Ostfriesland - Die Abstiegsnöte des VfL Germania Leer werden immer größer. Das Team ging in Bunde mit 1:8 unter, während die Konkurrenten aus Jheringsfehn und Aurich Heimsiege feierten.

TV Bunde – Germania Leer 8:1 (5:1)

Der VfL erlitt ohne den ortsabwesenden Trainer Arndt Watzema – er wurde von Co-Trainer Rüdiger Schult und dem Sportlichen Leiter Harry Janssen ersetzt – die höchste Pleite seit fast 20 Jahren. Am 20. März 2004 unterlagen die Leeraner in der Niedersachsenliga beim VfL Osnabrück II mit 1:9. Den Großteil der Schuld am Germania-Desaster trug Bundes Torjäger Eike Schmidt. Mit vier Treffern schraubte er sein Saisonkonto auf 42 Tore. Daniel Hoppen traf dreimal. Er eröffnete auch den Torreigen in der 2. Minute. Nach Schmidt-Treffern hieß es bereits nach 19 Minuten 3:0. Nach dem 5:0 glückte Tim Meiners kurz vor der Pause das VfL-Ehrentor. Lukas Kappernagel, Schmidt und Hoppen erhöhten auf 8:1. „Am Ende merkte man, dass den Jungs das Freitag-Spiel in den Knochen steckte“, sagte TV-Trainer Matthias Schmidt. So musste Eike Schmidt mit Muskelproblemen vom Feld – zum Glück für die Gäste, die sich nach der 69. Minute kein Gegentor mehr einfingen.

Tore: 1:0 Hoppen (2.), 2:0 E. Schmidt (6.), 3:0 E. Schmidt (19.), 4:0 Hoppen (34.), 5:0 E. Schmidt (41.), 5:1 Meiners (44.), 6:1 Kappernagel (47.), 7:1 E. Schmidt (59.), 8:1 Hoppen (69.).

SV Großefehn – Concordia Suurhusen 1:0 (1:0)

Trotz Personalproblemen hatte der SVG gegen das Ligaschlusslicht Chancen im Überfluss. Lediglich Arne Sievers kurz vor der Pause brachte den Ball per Kopf nach einer Ecke im Suurhuser Tor unter. Alle anderen Fehntjer fanden in Concordia-Schlussmann Lukas Christians ihren Meister – so Tom Böhling und die U23-Spieler Nils Buschmann und Henning Kessemeier – oder sie trafen das Tor nicht. Janek Freudenberg hatte in der ersten Halbzeit das leere Gehäuse vor sich, schoss jedoch an die Latte. Suurhusen kam selten vor das gegnerische Tor – bis zur Nachspielzeit. In dieser wäre nach einer Ecke beinahe das 1:1 gefallen. „Das war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben gewonnen“, sagt SVG-Trainer Bi Le Tran.

Tor: 1:0 Sievers (45. +1).

SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel – FC Norden 3:1 (2:1)

Das hat es auch noch nie gegeben. Die Fehntjer sind nach diesem Sieg in der Tabelle vor dem ruhmreichen VfL Germania Leer platziert und kommen dem Klassenerhalt immer näher. Der Aufsteiger dominierte über weite Strecken. Der überragende Reyk de Buhr und Nick Janssen belohnten den elanvollen Auftakt mit einer 2:0-Führung. Die Gäste verkürzten nach einer Ecke durch Matthias Giesenberg noch vor der Pause auf 2:1. Reyk de Buhr ließ seine Mannen aber dem Wechsel nicht lange bangen. Er erhöhte nach 55 Minuten auf 3:1. Der Aufsteiger blieb am Drücker. „Wir hätten auch 4:1 oder 5:1 gewinnen können“, sagte Co-Trainer Sven Kleemeyer.

Tore: 1:0 de Buhr (17.), 2:0 Janssen (36.), 2:1 Giesenberg (39.), 3:1 de Buhr (55.).

SV Holtland – Ostfrisia Moordorf 2:1 (0:0)

Das Siegtor glückte dem SVH in der Nachspielzeit. Und wieder einmal war es Last-Minute-Spezialist Lars Diemel, der sein Team spät jubeln ließ. „Wir nutzen die Spielzeit eben immer voll aus“, scherzte Trainer Jörn Janssen, der die Stärke des Gegners lobte. Wie schon am Freitag überraschte Moordorf erneut mit einer couragierten Vorstellung und hätte vor der Pause durch Andre Röpkes sogar in Führung gehen können. Das Tor hob sich der Stürmer für Halbzeit zwei auf und traf zum 0:1. Der SVH zeigte zumindest Moral. Zunächst erzielte Fabian Krause per Freistoß das 1:1. Aus dem Gewühl heraus gelang Diemel dann das späte Siegtor.

Tore: 0:1 Röpkes (49.), 1:1 Krause (74.), 2:1 Diemel (91.).

TuS Pewsum – TuS Middels 1:2 (0:1)

„Normalerweise musst du dieses Spiel mit 5:1 gewinnen“, sagte ein bedienter Pewsum-Trainer Bernd Buß. Doch sein Team verlor mit 1:2. „Wir scheitern fünf-, sechsmal am Aluminium und Middels hatte mit Kacper Kempistiy heute einen Wahnsinnstorwart.“ Kempisty hat eine Pewsumer Vergangenheit und ärgerte seinen Ex-Verein gehörig mit zahlreichen Paraden. Middels ging nach einem Angriff über die linke Seite durch Glen Sokoli per Kopf in Führung (25.). Ebenfalls per Kopf erzielte Marek Hinrichs nach einer Flanke von Derk Schoneboom den Ausgleich. Nach einem Konter traf Glen Sokoli in der Nachspielzeit zum 2:1.

Tore: 0:1 G. Sokoli (25.), 1:1 Hinrichs (79.) 1:2 G. Sokoli (90. +3).

SV Wallinghausen – SF Larrelt 3:1 (1:0)

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase wurde Wallinghausen etwas spielbestimmender. Nachdem Hendrik Schulz Halbchancen nicht nutzen konnte, traf Tim Alberts im Anschluss einer Ecke aus 20 Metern ins linke Eck (41.). Nach dem Seitenwechsel wurde Larrelt besser, fing sich aber das 0:2. In überragender Manier hatte Malte Folkerts SF-Keeper Marc Weddermann aussteigen lassen und getroffen (81.). Der eingewechselte André Krzatala macht es mit einem verwandelten Foulelfmeter wieder spannend (83.). Doch nur Augenblicke später nutzte Bent Bogena ein Abstimmungsproblem der Larrelter, um den Zwei-Tore-Abstand wiederherzustellen.

Tore: 1:0 Alberts (41.), 2:0 Folkerts (81.), 2:1 A. Krzatala (Foulelfmeter, 85.), 3:1 Bogena (86.).

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