Flächen für erneuerbare Energien Für Windräder gibt es in Leer kaum noch Platz
Ein Büro sucht für die Stadt Leer nach Flächen, auf denen Wind- oder Solarparks entstehen könnten. Einige Areale scheinen besonders geeignet.
Leer - Die Stadt Leer will bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein. Dabei soll die Installation von möglichst vielen Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen helfen. Die Frage ist nur: Wo? Bei der Suche nach geeigneten Flächen im Außenbereich des Stadtgebiets sollen Potenzialanalysen helfen, die die Stadt in Auftrag gegeben hat. Gesucht würden Flächen, „auf denen sich ohne Nutzungskonflikte Windparks und Photovoltaik-Freiflächenanlagen realisieren lassen“, beschreibt Stadtsprecher Edgar Behrendt die Aufgabenstellung.
Was und warum
Darum geht es: Es wird schwer, noch große Flächen für Windräder in Leer zu finden. Größere Chancen gibt es für Solar-Parks.
Vor allem interessant für: alle, die sich Gedanken um das Klima und die Energieversorgung der Zukunft machen
Deshalb berichten wir: Wir haben gehört, dass im nichtöffentlichen Teil einer Ausschusssitzung erste Ergebnisse der Suche nach geeigneten Flächen für Wind- und Solarparks präsentiert wurden, und waren neugierig. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Den Mitgliedern des Ausschusses für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr wurde kürzlich ein Zwischenstand der Analyse vorgestellt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wie zu hören ist, wurden die Sitzungsteilnehmer zum absoluten Stillschweigen über die geeigneten Flächen verpflichtet. Einem Beschluss aus dem Februar des vergangenen Jahres folgend, möchte die Stadt den Bürgern die Möglichkeit geben, sich finanziell an möglichen Wind- oder Solarparks zu beteiligen. Wenn die geeigneten Flächen aber schon jetzt bekannt würden, könnten andere Investoren der Stadt zuvorkommen und sich die Grundstücke sichern, habe es geheißen.
Mehr Chancen für Photovoltaik
Die Stadt teilt lediglich mit, es zeichne sich ab, „dass es in Teilbereichen des Stadtgebietes zum einen noch potenzielle Flächen für Windparks und zum anderen auch Bereiche für größere Photovoltaik-Freiflächenanlagen – zum Beispiel entlang der Autobahnen und entlang der Bahnschienen – gibt“. Wie von Ausschuss-Mitgliedern zu erfahren war, liegen die Flächen, auf denen Windräder stehen könnten, vor allem am Rande des Stadtgebiets und seien so klein, dass sie allenfalls ein Windrad aufnehmen könnten. Womöglich könnten aber größere Flächen gebildet werden, wenn man mit Nachbarkommunen zusammenarbeite.
Nach den geeigneten Flächen wurde übrigens vom Schreibtisch aus gesucht: Das beauftragte Büro habe alle erforderlichen Daten von Bund, Land, Landkreis und Stadt, in denen Nutzungs-Festlegungen getroffen sind, zur Verfügung gestellt bekommen und zusammengefügt, sagt Behrendt. „Insofern handelt es sich um ein Ausschlussverfahren, nach dem am Ende die Flächen im Stadtgebiet mit den wenigsten Restriktionen und Nutzungskonflikten übrig bleiben, die dann zumindest das Potenzial hätten, als Flächen für Windparks oder Photovoltaik-Freiflächenanlagen genutzt werden zu können.“
Es ging nur um Wind- und Sonnenenergie
Andere Energieformen, wie Erdwärme oder Biogas, sind kein Bestandteil der Studien. Sollten sich in der Zukunft dafür Investoren melden, müsse über die Genehmigung der Anlagen im Einzelfall nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz entschieden werden, so Behrendt. Im Februar 2022 hatte der Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr eigentlich durchgesetzt, dass alle erneuerbare Energien betrachtet werden sollen.
Nach jetzigem Stand sollten die Potenzial-Analysen noch im Laufe dieses Jahres fertiggestellt und dann dem Rat präsentiert werden, sagt der Stadtsprecher. „Sie sind für uns von großer Bedeutung, zumal Windkraft und großflächige Freiflächenphotovoltaik eine tragende Rolle bei der klimagerechten Energieversorgung spielen und auch wir als Stadt Leer dieses Thema vorantreiben möchten.“ Die Ergebnisse der Studie sollen auch Grundlage für die weitere Bauleitplanung der Stadt, also für Flächennutzung- und Bebauungspläne, werden.
Auch in das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Leer sollen sie einfließen. Ein Raumordnungsprogramm legt die angestrebte räumliche und strukturelle Entwicklung für den Planungsraum in seinen Grundzügen fest.