Kolumne „Für die Ehre“ Worüber Feuerwehrleute quatschen
Das Ehrenamt besteht nicht nur aus Pflichterfüllung. Unser Autor erzählt, worauf es auch ankommt.
Worüber sich Feuerwehrangehörige unterhalten, ist kein Geheimnis. Bei den Übungsdiensten wird über die Technik der Fahrzeuge und Taktik der Brandbekämpfung wie auch technischen Hilfeleistung gesprochen. Für den einen oder die andere vielleicht langweilig, allerdings gibt es auch Themen, die sich zwischen die feuerwehrfachlichen Themen drängen: Persönliches.
Es kommen ganz normale Gespräche auf, die allgemein die Bevölkerung beschäftigt oder zu Hause keinen Platz haben. In der Regel sind die persönlichen Themen dann im Gespräch mit einzelnen Mitstreitern im Ehrenamt. Gespräche, die für das eigene Wohlbefinden entscheidend sind und die Lebensqualität steigen lassen. Denn wer sich mit seinen Mitmenschen unterhält, lebt ausgeglichener. Das Teilen der persönlichen Angelegenheiten, die das Hirn beschäftigen, sorgt für eine halbe Last, insbesondere wenn es um Belastungen geht. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ sagt ein Sprichwort und so ist es auch.
Aber es wird nicht nur über Leid gesprochen. Das Lachen über Witze und gemeinsame Aktionen überwiegt und zeigt ebenfalls eine gesunde Kommunikation. An dieser ungezwungenen Konversation sollten sich Arbeitgeber und Vorgesetzte ein Beispiel nehmen. Vieles wird einfacher.
Auch die verantwortlichen Hauptämter für das Ehrenamt, sollten sich gelegentlich auf die Gespräche mit den Freiwilligen einlassen und so „Fairständnis“ für viele Dinge erlangen. Selbst wenn es nur das sogenannte Gequatsche ist, welches stattfindet, führt es zu mehr Vertrautheit und zu einem besseren Miteinander.
Wir müssen miteinander arbeiten, miteinander quatschen, denn nur so gelingt uns ein ehrenhafter Dienst für unsere Bürger. Schweigen lässt uns düster und desinteressiert wirken. Wer will schon so wirken? Keiner! Zeige dein Lächeln und mach den Mund auf, um gehört zu werden. So soll es bei den Freiwilligen sein und ist es im Ehrenamt überall üblich, hoffentlich.
Zur Person
Manuel Goldenstein (42), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.
Kontakt: kolumne@zgo.de
Angst lässt uns aufmerksam werden
Dem Gift der Querulanten trotzen
Besonderer Reichtum durch das Ehrenamt
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