Torloses Remis gegen Großefehn Kein 6:6 oder 5:4 – aber Beifall nach Abpfiff für TuRa 07
Der Sechste Westrhauderfehn und Zweite Großefehn zeigten ein gutes Bezirksliga-Spiel. Nur die Tore fehlten. Dabei fielen die in der Vergangenheit so oft wie in kaum einem anderen Duell.
Rhauderfehn - Wenn TuRa 07 Westrhauderfehn und der SV Großefehn in der Vergangenheit in der Fußball-Bezirksliga gegeneinander gespielt haben, hatte der Stadionsprecher stets reichlich arbeit. Der Bezirksliga-Klassiker ist einer mit Torgarantie. 2008 hieß es mal 6:6, 2010 4:5, zweimal 5:3 – aber nie war es torlos. Nach 134 Toren in den vergangenen 29 Aufeinandertreffen mit einem Torschnitt von 4,6 wurde am Mittwochabend ausnahmsweise mal kein Treffer durchgegeben. Das 0:0 im Nachholspiel war aber eines der besseren Art und fußballerisch das sehenswerteteste TuRa-Heimspiel im Jahr 2023.
Das sahen auch die rund 150 Zuschauer so, die den Null-Tore-Abend nach dem Abpfiff mit Beifall beendeten. „Das war ein gutes Spiel und auch ein konzentrierter Auftritt meiner Mannschaft. Nach vorne fehlte uns der Druck, aber ich bin insgesamt zufrieden“, sagte TuRa-Trainer Erhan Colak.
Leere auf der Gäste-Bank
In einer intensiven und schnellen Partie gab es die beiden besten Möglichkeiten der ersten Halbzeit innerhalb einer Minute. Zunächst verpasste Großefehns Torjäger Hauke Specht eine scharfe Flanke von Janek Freudenberg fünf Meter vor dem TuRa-Tor nur um Zentimeter (6.). Im Gegenzug ging nach einem Foul ein Freistoß von Marne Stührenberg aus rund 20 Metern nur ganz knapp am SVG-Tor vorbei. Die 150 gut unterhaltenen Zuschauer sahen dann noch eine Halbchance von TuRa-Nachwuchsmann Timo Mansholt (20.) und eben solche bei Großefehn von Kay Gerdes (24.) und Holger Wulff (45.), der im Winter von Kickers Emden zurückgekehrt war.
Westrhauderfehn: Gossmann; H. Meyer (84. Eucken), Bohlen (88. Janßen), Douwes, Jauken (84. Marcel Schulte), Mansholt (72. Diarrassouba)), J. Meyer (72. J. Marks), Stührenberg, Schütte, Möhlmann, Degner.
Großefehn: Ziegler; Janssen, Wulff, Freudenberg, Fleßner, Aden, Specht (46. Müller), Martens, Hillers, Meyerhoff, Gerdes.Spieldaten
Zur Pause mussten die personell auch angeschlagenen Gäste ihren Torjäger Hauke Specht ersetzen. „Er hat eine Oberschenkelverletzung“, sagte Trainer Bi-Le Tran nach der Partie. Für ihn kam Bjarne Müller. Es blieb der einzige Wechsel beim SVG, bei dem auf dem Spielberichtsbogen „nur“ noch ein Ersatztorwart, Trainer Bi-Le Tran und der Sportliche Leiter Tamme Bölts als Einwechselspieler eingetragen waren.
Beste Torchance am Ende
Nach dem Wechsel hatte der Tabellenzweite dann eine Druckphase und besaß eine Doppelchance von Freudenberg, der jeweils aus sehr spitzen Winkeln zum Abschluss gekommen war. Ab der 55. Minute wog die Partie wieder hin und her. Nach einer Halbchance von Manhsolt (TuRa) passierte lange nichts in den Strafräumen, ehe Janek Freudenberg die größte Chance des Spiels besaß, aus 14 Metern aber an TuRa-Keeper Hendrik Gossmann scheiterte (84).
Nach Derbysieg geht es für TuRa schon am Mittwoch weiter
TuRa-Spieler tanzen nach Derbysieg in Leer
Nicht nur für Erhan Colak ist das Germania-Spiel besonders
Nach vier Siegen in elf Tagen ist der SV Großefehn nun Zweiter
So blieb es beim gerechten Remis. „Es war ein Spiel, in dem beide Teams spielerische Lösungen gesucht haben. Das hat mir gefallen“, sagte Gäste-Trainer Bi-Le Tran.
TuRa bleibt nach dem Remis Sechster, Großefehn Zweiter. Bei einem weniger absolvierten Spiel beträgt der Rückstand zum souveränen Spitzenreiter TuS Esens nun 15 Punkte. Die Esenser kamen kampflos zu drei Punkten und 5:0 Toren, da Schlusslicht Concordia Suurhusen zur Mittwochspartie nicht antrat.