Gendern in der Schule  Wer verhunzt da unsere schöne deutsche Sprache?

Lars Laue
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Ein Kommentar von Lars Laue
| 02.05.2023 15:06 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 1 Minute
Gegendertes Hinweisschild: Am Gender-Thema scheiden sich die Geister. Foto: Marijan Murat/dpa
Gegendertes Hinweisschild: Am Gender-Thema scheiden sich die Geister. Foto: Marijan Murat/dpa
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Gendern oder nicht? Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg ruft jedenfalls dazu auf. Doch das könnte nach hinten losgehen.

Studierende, Mitarbeitende, Lehrende oder ständig die männliche und auch noch die weibliche Form – gern mit Sternchen oder Doppelpunkt und holpriger Sprechpause dazwischen. Ob geschlechtsneutral oder unnötig kompliziert: Kein Wunder, dass dieses Verhunzen unserer schönen Sprache nicht nur von vielen Bürgern skeptisch gesehen wird, sondern auch etlichen prominenten Sprachakrobaten die Zornesröte ins Gesicht treibt.

In der Tat nervt der Versuch, Gleichberechtigung über sprachliche Eingriffe zu erzwingen. Der stets indirekt erhobene Zeigefinger wirkt wie ein Stock in den Speichen der deutschen Sprache und zieht erhebliche phonetische Unwuchten nach sich. Da verwundert es schon sehr, dass Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg unsere Lehrkräfte explizit dazu aufruft, vor Schulklassen doch bitte gern zu gendern, auch wenn es freilich keine Pflicht sei. Noch nicht. Wer weiß, auf welche Ideen die Grünen-Politikerin noch kommt.

Keine Frage: Sprache verändert sich und das ist auch gut so. Diesen Prozess aber durch Empfehlungen oder Vorgaben zu beeinflussen, ist kontraproduktiv. Wenn Menschen den Eindruck haben, ein Sprachkorsett auferlegt zu bekommen, kann das zu Widerstand führen und konservative Wertvorstellungen sogar noch verstärken. So kann der Gender-Wahnsinn am Ende nach hinten losgehen.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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